Menschen werden, mit den Füßen vorweg, auf eine Art Schale gelegt, ein Mitarbeiter legt den Hebel um, und ab geht es durch die Luft. Auf Sylt landen die menschlichen Geschosse entweder ganz sanft auf einer aufblasbaren Matte, wie sie etwa die Feuerwehr einsetzt, oder im Wasser – das erfrischt ja auch gleich.

Satire-Video macht auf Zugchaos Richtung Sylt aufmerksam

Die nassen Gäste werden von Vermietern der Unterkünfte empfangen und betreut – Sylt sei schließlich eine Premiumdestination. Der neue Transportweg für Sylt-Besucher und Bewohner heißt „Catapult Air“ – und wird in einem knapp dreiminütigen Satire-Video vorgestellt, mit dem Sylt Marketing mit einem Augenzwinkern auf ein Problem aufmerksam macht.

Denn Urlauber und Pendler leiden seit langem unter Zugausfällen und Verspätungen im Bahnverkehr nach Sylt. 

Videomacher fordern: Zugstrecke nach Sylt soll zweigleisig werden

Die Tourismus- und Wirtschaftsvertreter der Insel rufen mit dem Video zu einer Petition auf. Es geht um den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Niebüll und Sylt.

„Wir müssen dem Bundesverkehrsministerium verdeutlichen, dass der eingleisige Engpass nicht nur den hier lebenden und arbeitenden Menschen schadet, sondern auch den jährlich knapp eine Million anreisenden Gästen aus dem gesamten Bundesgebiet,“ sagt Moritz Luft, Geschäftsführer der Sylt Marketing Gesellschaft (SMG), dem reisereporter.

Teile der Bahnstrecke sind seit 1927 eingleisig, der Verkehr von und zur Insel gerate deshalb immer wieder ins Stocken. Im Mai und Juni 2018 seien mehr als 150 Züge ausgefallen, die Pünktlichkeit bei Ankunft der Personenzüge auf Sylt habe so bei 40 Prozent gelegen. 

Die Marschbahn zwischen Niebüll und Sylt ist in manchen Abschnitten eingleisig.
Die Marschbahn zwischen Niebüll und Sylt ist in manchen Abschnitten eingleisig – das führt zu zahlreichen Verspätungen und Ausfällen der Bahn. Foto: Sylt Marketing GmbH

Da bisher zu wenig passiert sei, wurde nun die Petition ins Leben gerufen. Im September dieses Jahres soll ein Antrag auf „vordringlichen Bedarf“ des Landes Schleswig-Holstein vom Bundesverkehrsministerium geprüft werden.

„Dazu braucht es den energischen Rückenwind aller Sylter, Syltpendler, Syltliebhaber, Syltgäste, Nordfriesen, Nachbarinsulaner und der gesamten Westküste. Damit die jahrzehntelange Verspätung des zweigleisigen Ausbaus endlich ein Ende hat“, heißt es in einer Stellungnahme von Sylt Marketing.