Waldbrände westlich und östlich von Athen sind außer Kontrolle geraten – bisher sind mindestens 50 Menschen gestorben, mehr als 150 wurden verletzt. Auch mehrere Touristen werden vermisst, berichtet das griechische Staatsradio „ERT“. Die Feuer sind so groß, dass gestern Rauchwolken den Himmel verdunkelten und eine Rauchsäule über der griechsichen Hauptstadt stand.

Tausende Athener haben in der Region östlich von Athen, wo bislang die schwersten Schäden zu verzeichnen sind, Ferienwohnungen mitten im Pinienwald. Allein in der Hafenstadt Rafina wurden 26 Leichen vom Roten Kreuz entdeckt.

In den betroffenen Regionen flüchten die Menschen teils vor den mörderischen Flammen an den Strand, um sich im Wasser in Sicherheit zu bringen. Bilder davon sind auf Facebook zu sehen: 

Einige Regionen werden evakuiert, teilt das Auswärtige Amt mit. Es rät Reisenden dazu, die betroffenen Gebiete zu meiden und sich über die lokalen Medien zu informieren. 

Feuer in Griechenland: Offene Grills sind verboten

Zusätzlich hat der griechische Zivilschutz Sicherheitshinweise herausgegeben. Demnach ist es verboten, offene Grills in Wäldern und in trockener Vegetation zu verwenden. Brennende Zigaretten sollten niemals im Freien weggeworfen werden, ebenso darf wegen der Zündgefahr kein Müll im Wald weggeworfen werden.

Die Autobahn zwischen Athen und Korinth war wegen der Rauchschwaden vorübergehend gesperrt worden – heute Morgen wurde sie wieder geöffnet, teilte der Zivilschutz mit.

Waldbrände: Kann ich meine Griechenland-Reise stornieren?

Waldbrände zählen im Reiserecht als höhere Gewalt – im neuen Reiserecht werden sie außergewöhnlicher Umstand genannt. In diesem Fall können Urlauber ihre Reise bei einer konkreten Beeinträchtigung oftmals kostenlos stornieren. „Bei einer Pauschalreise muss der Veranstalter dann den Preis zurückzahlen“, so Reiserechtsanwalt Paul Degott. Das sei im Fall von Waldbränden allerdings nur der Fall, wenn diese tatsächlich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Urlaubsort auftreten.

Urlauber, die sich bereits in Griechenland in den betroffenen Gebieten befinden und deren Reise plötzlich beeinträchtigt ist, können ihre Reise vorzeitig beim Veranstalter kündigen. Die Mehrkosten für die verfrühte Rückreise würden zwischen Veranstalter und Reisendem geteilt, sagt Degott. Zudem kann der Urlauber Minderungsansprüche geltend machen.

Diese Regeln gelten aber nur für Pauschalreisen. Für Individualreisende, die beispielsweise Flüge und Ferienwohnung getrennt gebucht haben, sieht die Rechtslage anders aus. Bei Anbietern in Deutschland gelten ähnliche Kündigungsbedingung, die Ansprüche für Erstattung oder Minderung betreffen aber nur den Mietpreis. Das Risiko für An- und Abreise trage der Reisende allein, erklärt der Reiserechtsanwalt.