Ein Wintermorgen im Zillertal. Die Sonne scheint durch die bodentiefen Fenster der Suite in der Wedelhütte und spiegelt sich in den Dielen. Darunter liegt Fußbodenheizung. Nach einem reichhaltigen Frühstück vor perfekter Bergkulisse schlüpfen wir in die getrockneten und warmen Skischuhe und fahren ab und nicht auf – denn die Wedelhütte liegt auf 2.350 Metern Höhe im Skigebiet.
 
Wenn du möchtest – und bezahlst –, wirst du aus dem Tal mit einer VIP-Gondel wieder auf den Berg gefahren, in Ledersitzen inklusive Massagefunktion, Champagner sowie Multimedia-System aus der BMW-7er-Limousine.

Lifestyle am Berg

Das Gebiet mit dem etwas sperrigen Namen Hochzillertal-Hochfügen bietet heute Skiurlaub auf einem Niveau an, das vor Jahren noch undenkbar war. Seit dem Zusammenschluss der beiden Areale liegt die Wedelhütte
genau im Schnittpunkt des Gebietes.
 
Sowohl Sportler als auch Tiefschneefahrer, Genussskifahrer, Anfänger und Familien finden auf den 88 Abfahrtskilometern ihr Glück. Eine echte Herausforderung am Ende eines Skitages ist die 7 Kilometer lange und teilweise steile Talabfahrt auf der „Stephan Eberharter Goldpiste“, die aber dank modernster Beschneiungs- und Präparierungstechnik bis in den Nachmittag recht griffig bleibt.
 
In Hochzillertal-Hochfügen ist man mächtig stolz auf die Qualität der Beschneiung, der Pisten und der Infrastruktur: Zwei parallel laufende Achter-Gondeln führen von dem Ort Kaltenbach aus ins Skigebiet, sodass es selbst bei großem Andrang an der Talstation wenig Wartezeit für die Skifahrer gibt. „Wir befördern pro Stunde 6.000 Menschen“, sagt Martha Schultz, Geschäftsführerin der Bergbahnen, stolz. „Ich glaube, das ist weltweit einmalig.“ Das Unternehmen investiert permanent ins Skigebiet –mit der Mizunbahn und dem Kristall-Express sind zwei große, beheizte Sessellifte neu eröffnet worden.

Luxus am Berg

Seit Jahren baut die Schultz-Gruppe das Luxussegment am Berg konsequent aus. Das macht Martha Schultz sichtlich Spaß und spült Geld in die Kasse – schließlich sind die Gewinnmargen hier wesentlich größer als in der Holzklasse. So steht neben der exklusiven Kristallhütte auf 2.147 Metern Höhe jetzt ein spektakulärer, verspiegelter Kubus. Im Inneren: ein Panorama-Wellnessbereich mit Blick auf Pisten, Berge und Sonnenuntergang sowie vier exklusive „Alpine-Lodges“ mit 50 Quadratmetern Wohnfläche auf zwei Etagen und Badewanne im Wohnbereich.
 
Der Kubus sieht zwar aus, als sei neben der Hütte ein Raumschiff gelandet, aber er wirkt eher faszinierend als deplatziert. Vielleicht, weil sich in seiner blanken Fassade weiße Gipfel und blauer Himmel spiegeln – eine Art Verbeugung vor der Natur.
 
Auch anderswo im Zillertal prosperiert der Luxus-Wintertourismus. So hat das einzige Fünf-Sterne-Hotel im Tal zu dieser Wintersaison mächtig aufgerüstet: Das Stock-Resort in Finkenberg – ohnehin schon so groß wie ein kleines Dorf – hat sich gerade den dritten großen Ausbau seit seiner Gründung in den siebziger Jahren geleistet: Das neue 25 Meter lange Sportaußenbecken wird nachts in allen Farben beleuchtet, für Familien gibt’s nun einen eigenen Aquafunpark mit Riesenrutsche und eine Ballsporthalle.
 
Der Spa-Bereich umfasst nach dem Ausbau nun 5.000 Quadratmeter, elf Saunen und einen Außenbereich mit Riesen-Whirlpool. Zuletzt ließen im Stock-Resort Lothar Matthäus, Manuel Neuer, Armin Veh oder das Playmate Gitta Saxx die Seele baumeln.

Champagner und edle Tropfen

Ein paar Kilometer weiter im Talschluss liegt der Hintertuxer Gletscher, der mächtige Olperer, dessen Pisten an der „Gefrorenen Wand“ bis auf 3.250 Meter hinaufreichen. Hier ist das ganze Jahr über Wintersport möglich – ein echter Nebensaison-Tipp ist ein Gletscher-Skiurlaub in den Herbstferien, wenn die Skischulen für Kinder öffnen.

Sogar fast bis zum Gipfel, auf 3.075 Meter Höhe, hat es das Luxussegment geschafft: In der „Gletscherhütte“ serviert Wirt Gerhard Hotter seinen Gästen in spektakulärer Lage auf dem Plateau des Riepensattels neben zünftigen Speisen auch Champagner, Kaffeevariationen, edle Destillate und erlesene Weine an der Bar im Kaminzimmer

Etwas tiefer, auf rund 2.600 Metern Höhe, sind vor wenigen Wochen gleich zwei Häuser neu eröffnet worden: das neue Tuxer Fernerhaus und das Spannagelhaus. Beide im Stil der modernen Tiroler Architektur: mit viel glattem Holz, hellen Flächen, klaren Strukturen. Natürlich fehlen in beiden Häusern auch gut sortierte Bars nicht.