Einheimische und Urlauber ächzen unter der anhaltenden Hitze in Japan. Da können auch Tausende Klimaanlagen in den Großstädten keine Linderung schaffen. Tokio, wo im Jahr 2020 die Olympischen Sommerspiele stattfinden, gleicht mit Temperaturen um 35 Grad einem Backofen aus Beton, Stahl und Asphalt. Die japanische Zeitung „Yomiuri Shimbun“ berichtet von Hitzerekorden um 40 Grad in Teilen des Landes.

Was Urlauber tun können, um einen Hitzschlag zu vermeiden

Von einer lebensbedrohlichen Lage spricht die nationale Wetterbehörde. Gerade für alte Menschen und Kinder seien die extremen Temperaturen gefährlich.

Um auch Touristen auf die Gefahr eines Hitzschlags aufmerksam zu machen, hat die Regierung nun englischsprachige Broschüren herausgegeben. Mit bunten Zeichnungen werden Symptome und Erste-Hilfe-Maßnahmen erklärt. Zusätzlich gibt’s auf Englisch und Japanisch Tipps, um Hitzschläge zu vermeiden:

  • Regelmäßig die Raumtemperatur checken
  • Klimaanlage anschalten
  • Auch dann Wasser trinken, wenn man gerade gar keinen Durst hat
  • Weite, luftige Kleidung tragen
  • Draußen unbedingt im Schatten aufhalten und auf Sonnenschutz achten
  • Genug Pausen machen und körperlich anstrengende Arbeit vermeiden
  • Auf ausgewogene Ernährung achten

Hitzewelle forderte bereits Todesopfer

Die Umweltbehörde hat Gefahrenkategorien je nach Temperatur festgelegt und zeigt Urlaubern online auf einer Karte, wo es aktuell besonders heiß – und damit gefährlich – ist. Bisher sind lokalen Medien zufolge bereits rund 80 Menschen Menschen gestorben. Darunter laut „Japan Times“ ein sechsjähriger Junge, der nach einem Schulausflug ohnmächtig zusammenbrach und später starb.

Japan leidet nicht zum ersten Mal unter extremer Sommerhitze. Zuletzt hatte der Inselstaat 2010 und 2013 mit Hitze und Trockenheit zu kämpfen. Nun malen manche Experten bereits Schreckensvisionen für die Zukunft: Sie befürchten, dass es in den Großstädten des Landes bald zu heiß zum Leben werden könnte.

Schuld sei die Architektur der Städte, in denen Grün- und Wasserflächen immer mehr von Beton, Stahl und Asphalt verdrängt werden. Abgase und der Betrieb der Millionen von Klimaanlagen würden ebenfalls zur extremen Wetterlage beitragen.