Studie aus Australien: Warum wir keine Koalas knuddeln sollten

Studie: Warum wir keine Koalas mehr knuddeln sollten

Es ist der Traum vieler Australien-Urlauber: Ein Foto mit einem Koala auf dem Arm knipsen. Dabei ist das für die flauschigen Beuteltiere stressiger, als du vielleicht denkst. Eine Studie erklärt, wieso.

Urlauber machen ein Foto mit einem Koala in Australien.
Für Besucher Spaß, für Koalas Stress: Erinnerungsfoto in einem Schutzzentrum für Koalabären.

Foto: instagram.com/_whistla_

Koalas? Die schlafen doch ohnehin den ganzen Tag. Da kann ein bisschen Knuddeln mit Menschen sie nicht so schnell aus der Ruhe bringen? Eine Studie am Animal Welfare Science Center der Universität von Melbourne beweist aber das Gegenteil. 

Die Forscher kamen nämlich zu dem Ergebnis, dass die Tiere jedes Mal in Alarmbereitschaft gehen, wenn sich ihnen Besucher auf fünf Meter oder weniger nähern oder laute Geräusche machen. Die Koalabären unterbrechen dann ihr natürliches Verhalten – also das Essen. 

Das sei problematisch, wenn die Tiere ungewöhnlich oft in diesen aufmerksamen Zustand versetzt würden, da das zu chronischem Stress führen könne, schreiben zwei der Forscher im Nachrichtenportal „The Conversation“. 

Studie aus Australien: Kuscheln stresst Koalas

Koalas schlafen übrigens zwischen 18 und 20 Stunden am Tag, weil sie durch ihre Ernährung (Eukalyptusblätter) nur sehr wenig Energie aufnehmen. Wenn sie aber durch menschlichen Kontakt immer wieder in Alarmbereitschaft sind, raubt es ihnen die Zeit zu fressen und dadurch notwendige Energie.

Die Forscher aus Melbourne arbeiteten mit dem Koala Conservation Center auf Phillip Island im Staat Victoria zusammen. Für die Ranger waren die Ergebnisse wichtig, um die Koalabären so wenig wie möglich zu stören und ihre Besucherstrategie zu ändern.

Koalas lieber in freier Wildbahn beobachten!

Aber nicht nur Zoos und Tierreservate, auch wir können unser Verhalten überdenken. Die Studie wurde bereits vor vier Jahren in dem wissenschaftlichen Magazin „Applied Animal Behaviour Science“ veröffentlicht.

Höchste Zeit, mal an das Wohl der Koalas zu denken, oder? 

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