Aufregung auf der beliebtesten Ferieninsel der Deutschen: Ein Mini-Tsunami – auf den Balearen Rissaga genannt – hat am Montag die gesamte Promenade von Port d’Alcúdia im Nordosten von Mallorca überschwemmt. Das Meer war innerhalb von Minuten angeschwollen, eine über einen Meter hohe Flutwelle türmte sich auf. 

„So eine Rissaga habe ich in der Bucht von Alcúdia noch nie gesehen“, sagte ein Fischer der Zeitung „Diario de Mallorca“. ​Im Westen der Insel, in Port d’Andratx, trat eine ähnliche Flutwelle auf und riss ein Boot mit.

Wie entsteht ein solcher Mini-Tsunami? Und wie gefährlich ist er? Der reisereporter erklärt.

So entstand der Mini-Tsunami vor Mallorca

Ein Mini-Tsunami wird in der Fachsprache Meteotsunami genannt. Denn: Tsunamis sind meist eine Folge von Seebeben –  Erdbeben auf dem Meeresboden. Manchmal sind auch Vulkanausbrüche oder Hangrutschungen verantwortlich. Dagegen entsteht ein Meteotsunami (Kurzform von meteorologischer Tsunami) durch Wetterphänomene.

Ursächlich sind nach Angaben der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft heftige Luftdruckschwankungen oder starke Winde. Weitere Voraussetzungen sind eine geringe Wassertiefe am Ufer und ein enges Hafenbecken oder eine enge Bucht. In diesen werden die Wellen gestaut und dann hochgeschaukelt.

Tsunamis breiten sich Tausende Kilometer aus

Im Gegensatz zu normalen Tsunamis, die sich über viele Tausend Kilometer ausbreiten, treten Mini-Tsunamis meist nur in Häfen oder schmalen Buchten auf. Sie haben je nach Ort unterschiedliche Namen. In der Bucht von Nagasaki in Japan heißen sie zum Beispiel Abiki, in der Ostsee Seebär und auf den Balearen Rissaga. 

Besonders oft kommen diese auf Menorca vor. Im Hafen von Ciutadella läuft das Hafenbecken nach einem Abfall des Luftdrucks fast leer, kurze Zeit später kehrt das Wasser in einer großen Welle zurück. 

Mini-Tsunamis: Wie gefährlich sind sie?

Die Wellen von Meteotsunamis werden nur in engen Buchten und Häfen mehr als einen Meter hoch. Doch auch bei dieser Größe entwickeln die ablaufenden Wellen einen starken Sog, sie können Boote umkippen oder gar Menschen mitreißen. 

In Ausnahmefällen können sie auch bis zu vier Meter hoch werden – so wie im Jahr 2006 auf Menorca. Dort sorgte die Welle für größere Zerstörungen.