8 Gründe, warum Urlauber jetzt nach Äthiopien fliegen sollten

8 Gründe, warum du jetzt nach Äthiopien fliegen solltest

In eines der ärmsten Länder der Welt reisen? reisereporterin Jasmin sagt: Ja. Äthiopien hat enorme Fortschritte gemacht, und du kannst dort jede Menge erleben. Hier kommen acht gute Gründe hinzufliegen.

Jasmin Kreulitsch
Der lokale Markt ist in Äthiopien der erklärte Treffpunkt der Einheimischen. Aber Achtung: Touris werden hier gern beklaut.
Der lokale Markt ist in Äthiopien der erklärte Treffpunkt der Einheimischen. Aber Achtung: Touris werden hier gern beklaut.

Foto: Jasmin Kreulitsch

1. Wegen Addis Abeba nach Äthiopien reisen

Es ist laut, bunt und hektisch in Addis Abeba. Es brummt, surrt und quietscht an allen Ecken: Baugerüste und Kräne erheben sich zwischen Hochhäusern über die Stadt, es wird bis in schwindelerregende Höhen gebaut, nahezu überall. Addis Abeba bedeutet „neue Blume“, denn die Stadt wurde erst vor 135 Jahren gegründet. Heute leben rund vier Millionen Menschen hier – und die Blume wächst. Äthiopien ist ein Land, das einen enormen Aufschwung erlebt, das merkst du vor allem in Addis Abeba.

Schon seit 1958 ist hier der UN-Sitz der Wirtschaftskommission für Afrika und somit einer der wichtigsten Orte des afrikanischen Kontinents. Früher hätten Urlauber nie mit dem Gedanken gespielt, nach Äthiopien zu reisen, heute erlebt der Tourismus einen Aufschwung.

Und weil es noch genug Menschen gibt, die lieber andere Länder erkunden, gibt es keinen Massentourismus und du kannst Land und Leute authentisch kennenlernen. Ein Grund, warum der „Lonely Planet“ das Land im vergangenen Jahr zu einem Top-Reiseziel erklärt hat.

Wer durch die Stadt zieht, erlebt viele Kontraste, aber auch eine ordentliche Portion Lifestyle: Es tut sich viel in dieser trubeligen Stadt, vor allem im Stadtteil Bole, wo Concept-Stores neben Hipster-Bars und Coffeeshops aus dem Boden sprießen und du den Lifestyle der jungen Äthiopier kennenlernen kannst.

Wer in Addis Abeba unterwegs ist, erlebt viele Kontraste. Die Stadt wurde erst vor 135 Jahren gegründet.
Wer in Addis Abeba unterwegs ist, erlebt viele Kontraste. Foto: Jasmin Kreulitsch

2. Wegen des Hochlandes nach Äthiopien fliegen

Wer an Äthiopien denkt, hat rasch eine weite, hügelige Landschaft im Sinn – und die ist näher, als du denkst. Was viele nicht wissen: Die Stadt Addis Abeba liegt etwa 2.500 Meter über dem Meeresspiegel. Du musst also nicht Hunderte Kilometer fahren, um das Hochland zu erkunden, sondern kannst das auch in der Stadt tun.

Es dauert nicht mal eine halbe Stunde, bis du den Berg Entoto im Norden der Stadt erreicht hast. Von hier aus hast du auf 3.000 Metern Höhe die schönste Aussicht auf Addis Abeba und lernst bereits den ländlichen Alltag des Landes kennen. Du begegnest vielen Einheimischen, die mit ihren Eseln auf den Berg wandern oder Feuerholz sammeln. Ein großartiger Vorgeschmack für die Weiterreise durch Äthiopien – und ein perfekter Instagram-Fotospot.

Vom Berg Entoto im Norden der Stadt Addis Abeba hat man eine traumhafte Aussicht.
Vom Berg Entoto im Norden der Stadt Addis Abeba hat man eine traumhafte Aussicht. Foto: Jasmin Kreulitsch

3. Wegen der Felsenkirchen nach Äthiopien pilgern

Es dauert dann auch nur eine Stunde, bis man das im Norden gelegene Lalibela mit dem Flugzeug erreicht hat. Der Höhepunkt jeder Äthiopien-Reise führt hierher, zu den berühmten elf Felsenkirchen von Lalibela. Die aus rotem Vulkangestein herausgearbeiteten Kirchen wurden um das Jahr 1250 errichtet und zählen zu den größten von Menschen aus Stein gehauenen Strukturen der Welt.

Kirchen spielen in Äthiopien überhaupt eine große Rolle: Äthiopier sind mehrheitlich orthodoxe Christen, deshalb gibt es im ganzen Land unzählige Gotteshäuser. Die schönste der elf Felsenkirchen ist die Bet Giyorgis, die Georgskirche, die mit ihrem kreuzförmigen Grundriss weltberühmt ist.

Wer alle elf Kirchen erkunden möchte, sollte sich unbedingt zwei Tage Zeit nehmen – und gute Schuhe einpacken. Denn alle Kirchen sind durch ein Netz aus schmalen Tunneln und engen Gängen miteinander verbunden. Das zu erkunden ein kleines Abenteuer ist, das durchaus holprig sein kann.

Vor dem Betreten der Kirchen musst du die Schuhe ausziehen und solltest Kleingeld parat haben: „Schuhwächter“ passen auf, dass du nicht barfuß nach Hause gehen musst.

Tipp: Wer an einem Wochenende hier ist, sollte am Sonntag früh aufstehen und zu den Kirchen spazieren. Die Äthiopier pilgern jeden Sonntagmorgen in weißer Kleidung zur heiligen Messe, die um 6 Uhr früh beginnt und bis in den Nachmittag hinein dauert, es wird gebetet, gesungen und musiziert – ein echtes Erlebnis!

Die schönste der elf Felsenkirchen: die Georgskirche.
Die schönste der elf Felsenkirchen: die Georgskirche. Foto: Jasmin Kreulitsch

4. Wegen der bunten Märkte nach Äthiopien reisen

Ob in Lalibela, Addis Abeba oder anderen äthiopischen Städten: Der lokale Markt ist der erklärte Treffpunkt der Menschen, wo kommuniziert, gefeilscht und geshoppt wird. Der größte Markt auf dem afrikanischen Kontinent findet in Addis Abeba statt: Der Mercato ist so groß, dass er einen eigenen Stadtteil benötigt: Addis Ketema.

Angeblich haben hier rund 13.000 Menschen in 7.000 Shops und Marktständen Arbeit. Dabei ist der gigantische Markt kein klassischer Markt: Hier spielt sich alles in unzähligen Gassen und Straßen des Bezirks ab, in einer Art Irrgarten mit tausend Menschen und abertausenden Produkten.

Wer sich unsicher fühlt, kann sich einen ortskundigen Guide nehmen, der einen bei der Tour durch den Mercato begleitet. Generell solltest du immer aufmerksam sein und deine Sachen – allen voran Geldbeutel, Kamera und Smartphone – nicht allzu offen sichtbar herumtragen.

Hier sagt man: „Die einen kommen zum Kaufen, die anderen zum Klauen.“ Deshalb auf den Markt zu verzichten wäre aber blöd: Denn das Abenteuer, durch das bunte Treiben zu ziehen, ist ein unvergessliches.

In Addis Abeba ist der Markt so groß, dass er einen eigenen Stadtteil einnimmt: Addis Ketema.
In Addis Abeba ist der Markt so groß, dass er einen eigenen Stadtteil einnimmt: Addis Ketema. Foto: Jasmin Kreulitsch

5. Wegen der einfachen Anreise nach Äthiopien fliegen

Früher war es teuer und mühsam, nach Äthiopien zu reisen, heute ist es ganz einfach. Denn wie das Land ist auch die äthiopische Airline im wahrsten Sinne des Wortes im Aufwind: Ethiopian Airlines versteht sich als Schnittstelle zwischen Afrika und dem Westen und ist die am schnellsten wachsende und profitabelste afrikanische Fluggesellschaft.

Das Coole für Äthiopien-Abenteurer: Wer mit Ethiopian Airlines (in Deutschland ab Frankfurt) nach Addis Abeba fliegt, bekommt auf alle Weiterflüge im Land 50 Prozent Rabatt. Das bedeutet, dass die Inlandsflüge so wenig kosten wie ein Busticket.

Ob nach Bahir Dar am Tana-See, zum Erta-Ale-Vulkan in Dallol oder zu den Felsenkirchen in Lalibela: Das Inlandsstreckennetz von Ethiopian Airlines ist über das gesamte Land verteilt und verbindet günstig und schnell ländliche Regionen und Städte mit der Hauptstadt.

Ethiopian Airlines bietet nach einem Flug von Frankfurt nach Addis Abeba 50 Prozent auf alle Weiterflüge im Land an.
Ethiopian Airlines bietet nach einem Flug von Frankfurt nach Addis Abeba 50 Prozent auf alle Weiterflüge im Land an. Foto: Jasmin Kreulitsch

6. Wegen der abenteuerlichen Landschaft nach Äthiopien reisen

So laut, bunt und trubelig Addis Abeba ist, so ruhig, weitläufig und entspannt sind das Hochland und seine ländlichen Regionen. Die äthiopische Landschaft ist vorwiegend durch eine hohe vulkanische Hochebene geformt, die durchschnittliche Höhe der Ebenen liegt bei 2.000 Metern.

Im Land gibt es zudem 20 Berge, die über 4.000 Meter hoch sind. Stehst du dann irgendwo im Nirgendwo oder fährst über menschenleere, holprige Straßen und betrachtest die Landschaft, entdeckst du eine unendliche Weite in allen vorstellbaren Grün- und Braunnuancen, die sich in sanften Hügeln bis zum Horizont zieht. Selbst in der Trockenzeit, wenn die Landschaft noch nicht blüht, ist der Anblick umwerfend und eine Reise wert!

Die äthiopische Landschaft ist größtenteils durch eine vulkanische Hochebene geformt.
Die äthiopische Landschaft ist größtenteils durch eine vulkanische Hochebene geformt. Foto: Jasmin Kreulitsch

7. Wegen des Essens in Äthiopien Urlaub machen

Um ein Land kennenzulernen, fährst du nicht nur von A nach B, du kostest dich auch durch alle nationalen Spezialitäten, die es zu bieten hat. In Äthiopien gibt es davon jede Menge zu entdecken. Das Nationalgericht mag auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig sein, schmeckt aber wirklich gut: Injera ist eine Art Palatschinke, ein Fladen, der optisch Ähnlichkeit mit einem Putzschwamm hat.

Mehl wird mit Wasser zu einem Teig vermischt, der einige Tage gären muss. Dann werden daraus auf heißen Tonplatten Fladen gebacken, die leicht säuerlich schmecken und zu Gemüse und Soßen gereicht werden. Mahlzeiten wie diese gibt es schon für weniger als 25 Birr (etwa 1 Euro). Injera isst man übrigens mit den Händen, daher gilt: Immer gut die Hände waschen!

Das äthiopische Nationalgericht Injera wird natürlich mit den Fingern gegessen.
Das äthiopische Nationalgericht Injera wird natürlich mit den Fingern gegessen. Foto: Jasmin Kreulitsch

8. Wegen der Geschichte nach Äthiopien reisen

Äthiopien ist nicht nur die Wiege der Menschheit, sondern auch ein Schmelztiegel der Kulturen. Hier leben rund 120 Volksstämme, die mehr als 80 verschiedene Sprachen sprechen. In Addis Abeba kann man am besten die Geschichte des Landes kennenlernen. Unzählige Museen gehen weit zurück und erzählen die Entwicklung Äthiopiens, das in Afrika eine ganz besondere Stellung hat, denn Äthiopien ist der älteste durchgehend unabhängige und heute noch bestehende Staat Afrikas und einer der ältesten der Welt.

Das merkst du vor allem im National Museum of Ethiopia: Auf den ersten Blick wirkt das Innenleben des Museums nicht besonders: Die Teppiche sind zerschlissen, die Wände bröckeln. Doch dann stehst du vor einem großen Glaskasten, betrachtest das bekannteste Skelett eines Vormenschen und verstehst plötzlich, warum Äthiopien als die Wiege der Menschheit bezeichnet wird.

Die auf ein Alter von 3,2 Millionen Jahren datierten alten Knochen von „Lucy“ sind Überreste des Australopithecus afarensis. Der Name wurde übrigens kreiert, weil die Wissenschaftler damals ständig eine Beatles-Kassette spielten, auf der sich der Song „Lucy In the Sky With Diamonds“ befand.

„Lucys“ Knochen werden auf ein Alter von 3,2 Millionen Jahren datiert. Du kannst sie im National Museum of Ethiopia sehen.
„Lucys“ Knochen werden auf ein Alter von 3,2 Millionen Jahren datiert. Du kannst sie im National Museum of Ethiopia sehen. Foto: Jasmin Kreulitsch

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