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USA: Eine Reise ins heiße Herz von Arizona

Von Goldsucher-Nostalgie bis zum modernen Tourismus – der US-Bundesstaat Arizona will künftig mehr Urlauber anlocken. Praktisch: Seit diesem Sommer gibt es einen Direktflug von Frankfurt nach Phoenix.

 

Erinnert an klassische Westernfilme: Bei Reitausflügen lässt sich die Landschaft der Cowboys in Arizona besonders gut erkunden.
Erinnert an klassische Westernfilme: Bei Reitausflügen lässt sich die Landschaft der Cowboys in Arizona besonders gut erkunden.

Foto: Matthias Wiemer

Die Autokennzeichen des US-Bundesstaates Arizona tragen stolz den Zusatz Grand Canyon State. Doch die wenigsten verbinden den grandiosen Grand Canyon mit Arizona, liegt er doch dem nördlichen Nachbarstaat Nevada mit der weltberühmten Vergnügungsstadt Las Vegas viel näher.

Also fliegen viele Urlauber aus aller Welt nach Las Vegas und unternehmen von dort aus einen Trip in die Hunderte Kilometer lange Schluchtenwelt. Das soll sich ändern.

Der Grand Canyon liegt etwa fünf Stunden Fahrzeit nordwestlich von Phoenix entfernt.
Der Grand Canyon liegt etwa fünf Stunden Fahrzeit nordwestlich von Phoenix entfernt. Foto: Matthias Wiemer

Arizona lockt ab diesem Sommer mit einem Direktflug von Frankfurt am Main nach Phoenix, mitten ins Herz des US-Bundesstaates, wo die Kakteen wachsen. Und wo du nach jeder Kurve auf der Straße vermutest, hier müssten die amerikanischen Zigarettenwerbespots gedreht worden sein.

Arizona, das Land der Cowboys und Goldsucher

Das Land ist modern und nostalgisch zugleich. Und so was von amerikanisch. Ja, die Straßen sind gerade und gefühlt viel zu breit. Ja, die meisten Autos sind Pick-ups und brummeln gemütlich mit ihren acht Zylindern über den Asphalt. Und ja, es ist heiß. Im Sommer eigentlich viel zu heiß für Mitteleuropäer. Aber auch die Sommerhitze hat ihre besonderen Reize. Und die gilt es kennenzulernen.

Das Land der Cowboys und Goldsucher haben wir schließlich alle mehr oder weniger als staunende Kinder in Westernfilmen nahegebracht bekommen. Und ganz selten ist es in einem klassischen Western nun mal Winter.

Die Menschen Arizonas  lieben den Kaktus als Symbol für die typische Landschaft - ein Autoaufkleber.
Die Menschen Arizonas lieben den Kaktus als Symbol für die typische Landschaft – ein Autoaufkleber. Foto: Matthias Wiemer
Bevor wir die rund 400 Kilometer zum Zielort des Canyon State fahren, schauen wir uns zunächst im Big Valley der Phoenix-Ebene um. Eine typische amerikanische moderne Großstadt (mit 1,6 Millionen Einwohnern die sechstgrößte der USA), an der es beim flüchtigen Durchfahren nicht sehr viel Sehenswertes gibt. Bis du aussteigst und dich umschaust.

Die Reize liegen in den Details. Sowohl in Sachen Sightseeing als auch im Kulinarischen. Und natürlich im persönlichen Kontakt. Traditionsbewusst, dabei aber aufgeschlossen zugewandt ist dieser Menschenschlag. Und überwiegend unbewaffnet, obwohl Arizona ein sogenannter Open-carry-State ist, wo also Bürger generell Waffen tragen dürfen.

Geschäftshäuser und Shoppingmalls recken sich in den Himmel

Stolz ist man hier auf das in kurzer Zeit Erreichte. Wo vor einigen Jahrzehnten noch überwiegend Vieh weidete und in den benachbarten Steppenregionen Goldsucher nach dem großen Glück strebten, recken sich heute Geschäftshochhäuser und Shoppingmalls in den Himmel. Bei sommerlichen 50 Grad Celsius im Schatten wichtig: Ein klimatisiertes Plätzchen ist immer schnell erreicht – beim Einkaufen, im Museum oder einfach bei einem kühlen Drink an der Hotelbar. Und natürlich im Auto.

Die junge (weiße) Geschichte Arizonas wird an einigen Merkmalen deutlich, denen du auf Schritt und Tritt begegnest: Indianer, die Ureinwohner, die Glück und Gold suchenden Einwanderer und die Mexikaner, die südlichen Nachbarn. Mexikanische Speisen sind aus dem Alltagsleben Arizonas nicht wegzudenken. Und Straßennamen, Kunstobjekte und dergleichen mehr weisen immer wieder auf die Hopi, Apachen oder Assiniboine, die heute hier in verschiedenen Reservaten, teils mitten im Grand Canyon, leben, hin.

In der Metropolregion Phoenix sind viele Aktivitäten möglich

Die Metropolregion Phoenix besteht aus den schnell zusammengewachsenen Städten Scottsdale, Tempe, Gilbert, Mesa und Phoenix. Die Umgebung bietet außer klassischen, zu Film- und Fotokulissen mutierten Goldgräberstädten Gelegenheiten zum Wandern, einen Desert Botanical Garden und natürlich das Horseback Riding, also Reiten.

Joe Feldmann steht müde ans Gatter gelehnt. Der Mann wirkt in seiner Cowboykluft wie aus einem Westernmovie entsprungen. Sein Blick wandert zwischen einer jungen Touristin aus Freiburg und einer Gruppe Pferde hin und her. Bis er kurz und knapp sagt: „Okay, Cimarron for you.“ („Cimarron für Sie.“)

Das Ross sprüht nicht gerade Feuer. Und das ist gut so, denn er und seine Freunde sollen uns, die wir uns einmal ein bisschen wie Winnetou in der Prärie fühlen wollen, sicher durch die wunderschöne Steppenlandschaft mit ihren Kandelaberkakteen schaukeln. Und möglichst nicht vor Klapperschlangen scheuen.

Die Taliesin-Foundation bei Scottsdale ist Freiluftausstellung und Studienort in einem. Hier sind Werk und Geist des Stararchitekten und Designers Frank Lloyd Wright verewigt.
Die Taliesin-Foundation bei Scottsdale ist Freiluftausstellung und Studienort in einem. Hier sind Werk und Geist des Stararchitekten und Designers Frank Lloyd Wright verewigt. Foto: Matthias Wiemer
Ob Reitausflüge, eine Partie Golf oder ein Besuch des Freiluftmuseums von Stararchitekt Frank Lloyd Wright, dem Vater des „organischen Architekturstils“ – abends machen wir es uns in einem der vielen Steakhäuser gemütlich. So gut es geht, denn irgendwie hat die Gastronomie immer etwas Fastfoodhaftes. Häufig spielen dazu Rentnerbands Countrymusik.

Stolz ist man in Phoenix auch auf die zahlreichen Hausbrauereien. Manche bieten mehr als drei Dutzend unterschiedlich aromatisierte Biere an. Erfrischend, aber für eine deutsches Reinheitsgebot gewohnte Zunge teils recht gewöhnungsbedürftig.

Auf der Strecke zum Grand Canyon kommt man auch ein Stück über die legendäre Route 66 mit zahlreichen Souvenirshops.
Auf der Strecke zum Grand Canyon kommen wir auch ein Stück über die legendäre Route 66 mit zahlreichen Souvenirshops. Foto: Matthias Wiemer

Und am Ende der Reise nach einem lohnenswerten Abstecher in die einstige Goldgräberstadt Wickenburg stehen wir vor ihnen. Vor den unendlich zerklüfteten, fast 1.600 Meter tiefen Schluchten des Grand Canyon. Die Sonne neigt sich, es sind die schönsten Augenblicke, für die sich die lange Bustour genauso lohnt wie die unerwartete Kälte.

Und dann ist es schon wieder Zeit zu gehen. So long, Arizona. Ein Land für sich, fast halb so groß wie die Bundesrepublik, das auf den ersten Blick nur unendlich viele Kakteen und Erinnerungen an frühere wilde Zeiten zu bieten hat. Doch näher hinschauen, hören, schmecken, die Sinne offen halten schiebt so manches Klischee beiseite.

Tipps für deine Reise nach Arizona

Anreise: Von Mai bis September (ab 2019 sogar bis Ende Oktober) fliegt Condor jeden Montag und Freitag nonstop von Frankfurt am Main nach Phoenix in Arizona. Zusätzlich stockt die Airline ihre Flüge nach Calgary von drei auf vier wöchentliche Flüge auf und eröffnet so zusätzliche Möglichkeiten für Nordamerika-Fans.

Einreise: Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise in die USA einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist. Sie müssen außerdem online eine elektronische Einreiseerlaubnis (Esta) beantragen. Sie kostet 14 US-Dollar (zahlbar per Kreditkarte) und gilt zwei Jahre lang.

Weitere Informationen: Phoenix eignet sich als idealer Ausgangspunkt für eine Rundreise, um die atemberaubende Landschaft von Arizona und den Südwesten der USA zu erkunden.

Diese Reise wurde unterstützt von Condor-Airlines und dem Arizona Office of Tourism. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.

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