Ryanair-Notlandung in Frankfurt-Hahn: Jetzt spricht eine Passagierin

Ryanair-Notlandung: Jetzt spricht eine Passagierin

Am späten Freitagabend musste eine Ryanair-Maschine wegen eines technischen Defekts notlanden. Erika Vonseca (28) war an Bord und berichtet dem reisereporter: „Ich dachte, mein Ohr platzt gleich!“

Erika Vonseca in Zagreb.
War an Bord des notgelandeten Ryanair-Flugzeugs: Erika Vonseca (28) klagt immer noch über Ohrenschmerzen.

Foto: Erika Vonseca

Als Erika Vonseca am Freitag in Dublin in den Ryanair-Flieger FR7312 stieg, um ins kroatische Küstenstädtchen Zadar zu fliegen, wollte die Studentin eigentlich nur Fußball gucken. Es sollte ein Kurztrip werden – die 28-Jährige wollte sich das Endspiel der Fußball-WM in einem der Länder angucken, die im Finale stehen.

Doch es kam anders. Ein technischer Defekt am Flugzeug zwang den Piloten der Maschine zur Notlandung in Frankfurt-Hahn. Etliche Passagiere mussten wegen des rapiden Druckanstiegs nach dem schnellen Sinkflug mit Kopfschmerzen, blutenden Ohren und Übelkeit ins Krankenhaus. Auch Erika. 

Ryanair-Fluggast: „Ich dachte, mein Ohr platzt gleich“

„Während der Notlandung hatte ich zwar keine Angst, aber totale Ohrenschmerzen. Ich dachte, mein Ohr platzt gleich“, sagte die Brasilianerin, die in Dublin ihre Doktorarbeit schreibt, dem reisereporter. Die Sauerstoffmasken fielen von der Decke und Erika hörte gar nichts mehr – so sehr schmerzten ihre Ohren.

Während der Notlandung seien im Flugzeug Durchsagen gemacht worden, doch Erika hörte sie einfach nicht. Erst als das Flugzeug gelandet war, habe ihre Sitznachbarin ihr gesagt, dass sie irgendwo in Deutschland seien. 

Im Anschluss seien alle Passagiere medizinisch durchgecheckt worden. 33 der insgesamt 189 Passagier wurden sogar zur weiteren Versorgung in Krankenhäuser in Mainz und Koblenz gebracht. Die übrigen Fluggäste seien in umliegende Hotels gebracht worden oder bleiben am Flughafen. 

Sie selbst habe sonst nur eine Information über ihre Fluggastrechte bekommen – auf Deutsch, für Erika unverständlich.

Nach der Ryanair-Notlandung ging es für Erika mit dem Bus weiter

Am nächsten Morgen wurden die Passagiere von Ryanair mit einer anderen Maschine nach Zadar geflogen. Erika nicht, weil ihr die Ärzte davon abrieten. Also nahm sie mit 18 anderen Passagieren einen Bus nach Zagreb – und quälte sich sogar noch zum Public Viewing des Endspiels. Doch die Kopfschmerzen nach der Notlandung waren zu stark.

Am Sonntag nahm sie die erlaubte Höchstmenge an Kopfschmerztabletten. Dazu hatte sie kaum Appetit. Das Public Viewing beim Endspiel musste sie nach einer halben Stunde wieder verlassen – es war einfach zu laut für ihren Kopf. Aus der spontanen Kurzreise ins Land des WM-Finalisten wurde ein Desaster. 

Doch Erika wird trotzdem schon sehr bald wieder fliegen müssen – sogar mit Ryanair. Denn zurück nach Dublin gebe es kaum andere günstige Verbindungen, sagt sie.

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