„Wie heißt die Mutter von Niki Lauda? MAMA LAUDAAA! MAMA LAUDAAA!“ Sänger Almklausi (49) hat mit diesem Mega-Ohrwurm für die Mallorca-Hymne des Sommers gesorgt. Doch nicht nur auf dem Ballermann hat das Partylied Einzug gehalten – auch in manchen deutschen Fliegern taucht es auf.

Na ja, zumindest wenn man mit der neuen Billig-Airline Laudamotion von Berlin-Tegel nach Palma de Mallorca fliegt. Sie gehört nämlich, wie passend, ebenjener Rennfahrerlegende Niki Lauda (69), der genau dieser Malle-Ohrwurm gewidmet ist. Und die Lauda-Passagiere trällern den Hit natürlich auch im Flieger.

Laudamotion: Ballermann-Gesang im Flugzeug

Mein Kumpel Julian und ich wollten das diesjährige WM-Finale an einem besonderen Ort erleben. Weil Flüge nach Russland und die Tickets zu teuer sind, fällt unsere Entscheidung schnell für Mallorca: Während die Hotelpreise im 17. Bundesland ins Unermessliche steigen, fallen die Flugpreise dramatisch – bis auf unter 10 Euro!

Schwarz auf Weiß: Hin- und Rückflug mit Ryanair und Laudamotion kosteten zusammen 24,98 Euro.
Schwarz auf Weiß: Hin- und Rückflug mit Ryanair und Laudamotion kosteten zusammen 24,98 Euro. Foto: Berger

Als wir die Buchung am 12. Juni, zwei Tage vor Beginn der WM, tätigten, sah unser Plan noch wie folgt aus: Flug auf die Balearen, dort am Sonntag, 15. Juli, die Titelverteidigung der deutschen Nationalmannschaft live miterleben und mit dem Sieg im Gepäck zurückreisen. Dieses Unterfangen löste sich dank einer blamablen Leistung in der Gruppenphase ja bekanntlich ganz schnell in Luft auf.

Mit Laudamotion nach Mallorca kostet nur 25 Euro

Trotzdem zogen wir unseren Plan durch. Die Flüge buchten wir über die Ryanair-App – der Billig-Airline gehören rund 25 Prozent von Laudamotion. Den Hinflug am Sonntag um 10.40 Uhr ab Berlin-Tegel gab’s für schlappe 9,99 Euro, den Rückflug schon am nächsten Morgen um 8.15 Uhr für 14,99 Euro. Macht zusammen: 24,98 Euro. Wahnsinn! Ein Hotel haben wir nicht genommen. Unser Ziel: Die Nacht durchmachen und das hautnah erleben, was derzeit viele Malle-Urlauber machen – Über-Nacht-Trips.

Wir reisten also lediglich mit Badehose, einem T-Shirt, einem Longsleeve (war wichtig, weil es im Flieger ja immer unfassbar kalt ist) und einer Brusttasche. Darin enthalten: Sonnenbrille, Geldbörse, Handy, Ladekabel, Kopfhörer, Kaugummis, Zahnseide (wenigstens etwas Stil zeigen) und Spielkarten. Noch nie bin ich einen Flug so angetreten.

Mit diesem „Handgepäck“ reiste reisereporter Patrick nach Mallorca.
Mit diesem „Handgepäck“ reiste reisereporter Patrick nach Mallorca. Foto: Berger

2.200 Kilometer von Deutschland nach Spanien. Ingesamt 14 Stunden Mallorca. Mit 100 Euro in bar und einem vollständig geladenen Handy. Ich wollte wissen, wie es sich anfühlt, mit nichts zu reisen und dazu auch noch die skurrilen Blicke der „Normalreisenden“ zu ernten. Und ich kann dir sagen: Es fühlt sich verdammt seltsam an. 

Mit dieser Über-Nacht-Idee sind wir natürlich nicht allein. Eine elfköpfige Fußballmannschaft aus der Nähe von Hannover war mit an Bord, stieg schon beim Hinflug mit einem gewissen Grundpegel in ihren roten Trikots in den Flieger. 

Laudamotion-Flüge sind verspätet, aber der Service ist super

Hin- und Rückflug hatten kurze Verspätungen von 20 und 15 Minuten. Störte bei einem Gesamtpreis von unter 25 Euro aber nicht. Vor allem mit Laudamotion war ich zufrieden. Gut, Beinfreiheit sollte man im Airbus A320 nicht erwarten – überrascht war ich aber von der Freundlichkeit des Kapitäns und der Crew, die ihre Passagiere in feinstem Wiener Schmäh begrüßten und mit einem Lächeln ihrem Job nachgingen.

Am Airport Palma angekommen, ging es mit dem 21er-Bus für 5 Euro in unter 20 Minuten nach S’Arenal. Wir stiegen am Ballermann 2 aus. 32 Grad. Die Sonne knallte. Ab ins Wasser.

Sauf-Touris in Fußball-Laune – inklusive auf den Rücken gemalte Trikot-Beschriftung.
Sauf-Touris in Fußball-Laune – inklusive auf den Rücken gemalte Trikot-Beschriftung. Foto: Berger

Mit jeder Minute näherten wir uns dem Finale, sahen etliche (deutsche) Fans in den typischen rot-weißen Kroatien-Karotrikots. Sie hielten zur Überraschungsmannschaft bei diesem Turnier. Dem Favoriten Frankreich wurden am Ballermann eher weniger Daumen gedrückt.

Die Masse bewegte sich Richtung „Bierkönig“. Dort schauten wir das 21. Finale einer WM auf einer riesigen Leinwand bei Bier und Bratwurst. Auch wenn die erfolglose deutsche Nationalmannschaft längst raus war: Die Fans hier feierten Jogis Jungs – und vor allem sich selbst.

„Die Nummer eins der Welt sind wir“ und weitere nicht gerade originelle Deutschland-Gesänge hallten immer wieder durch die Großraumdisco. Die Feiernden trugen überwiegend die grünen Trikots der deutschen Elf, gefälscht natürlich – die Trikots werden in der Schinkenstraße von Händlern mittlerweile für 10 Euro angeboten.

Kroatien spielte gut, hielt lange mit. Frankreich gewann letztlich aber souverän mit 4:2 und krönte sich zum Weltmeister. Nach dem Finale trällerten wir gegen 23 Uhr im Megapark mit Almklausi den „Niki-Lauda-Song“. Später, gegen 3 Uhr, schauten wir noch im Oberbayern beim Auftritt von Mia Julia vorbei.

Wenige Stunden danach waren wir auch schon wieder am Flughafen. Beim Rückflug nach Berlin war auch wieder die hannoversche Mannschaft dabei.

Mit Laudamotion ging es für unseren reisereporter und seinen Kumpel zurück nach Deutschland.
Mit Laudamotion ging es für unseren reisereporter und seinen Kumpel zurück nach Deutschland. Foto: Berger

Die Gesichter der Jungs hatten wegen der Sonne die Farbe ihrer roten T-Shirts angenommen. Sie sahen ziemlich kaputt aus, von der Nacht gezeichnet, den Duft von Wodka-Energy mit sich ziehend. Kraft, um den Kulthit „Niki Lauda“ anzustimmen, hatten sie trotzdem noch.

Und damit du für den nächsten Mallorca-Trip top vorbereitet bist, lösen wir auf: Die Mutter von Niki Lauda heißt Elisabeth.