„Tourism kills Mallorca“: Bewohner der Insel protestieren

„Tourism kills Mallorca“: Inselbewohner protestieren

Die Proteste nehmen zu: Plakate mit der Aufschrift „Tourism kills Mallorca“ hießen Urlauber am Flughafen nicht gerade willkommen. An Hotels in Palma wurden ähnliche Anti-Tourismus-Botschaften gesprüht.

„Ein Flug pro Minute ist unhaltbar“ – solche und ähnliche Botschaften empfingen die Urlauber am Samstag am Flughafen von Palma de Mallorca.
„Ein Flug pro Minute ist unhaltbar“ – solche und ähnliche Botschaften empfingen die Urlauber am Samstag am Flughafen von Palma de Mallorca.

Foto: twitter.com/CiutatPerAQuiHabita (Screenshot)

Die Sommer-Hochsaison auf Mallorca hat gerade so richtig begonnen, da flammen die Proteste gegen den Massentourismus wieder auf. 

Am Samstag wurden am Airport Palma de Mallorca rund 900 Flüge mit rund 150.000 Passagieren durchgeführt – und für die ankommenden Urlauber gab’s keinen netten Empfang: Am Flughafen demonstrierten rund 15 Mitglieder der Gruppen Arran und Palma Ciutat per a qui l'habita (deutsch: Palma für die Einwohner). Das berichtet die „Mallorca Zeitung“.

Die Demonstranten hielten Plakate mit Aufschriften wie „Ein Flug pro Minute ist unhaltbar“ sowie „Der Tourismus tötet Mallorca“ hoch und drückten den überrumpelten Reisenden Flugblätter in die Hand, auf denen unter anderem stand: „Die Strände sind überfüllt, die Straßen wegen der vielen Mietwagen verstopft, die Müllmenge erreichen jeden Sommer Höchststände.“ 

Es waren nicht die einzigen Proteste in den vergangenen Tagen. Ende vergangener Woche tauchten im Zentrum von Mallorcas Hauptstadt Graffiti auf: An Fassaden von mehreren Hotels – darunter das Calatrava Boutique Hotel, das Hotel Ca’n Cera, das Hotel Princep und das Hotel Sant Jaume – waren Sprüche wie „Hotels raus aus dem Viertel“ und „Tourismus tötet die Stadt“ zu lesen.

Im vergangenen Jahr hatte es ähnliche Proteste gegeben, bei denen linksradikale Gruppen auf Mallorca und auch in Barcelona auf die Straße gingen.

Auch Mallorcas Regierung kämpft gegen Overtourism

Palmas Bürgermeister Antoni Noguera verurteilte die Proteste und nannte sie „sehr bedauerlich“. Doch die Probleme, die der Massentourismus auf der Lieblingsinsel der Deutschen mit sich bringt, kommen auch immer stärker in der Regierung an.

So soll eine Obergrenze für Urlauber eingeführt und die Zahl der Gästebetten soll von derzeit rund 440.000 auf 320.000 reduziert werden. Allein in der Hauptstadt Palma sollen 15.000 Urlauberplätze wegfallen, derzeit gibt es offiziellen Angaben zufolge rund 80.000.

Auch gegen die Müllmassen kämpft die Insel und verbietet ab dem Jahr 2020 Einweg-Plastikprodukte. Bereits jetzt verbieten einige Hotels Plastikstrohhalme.

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