Sky Airline: Hund flieht aus Flug-Transportbox in die Atacama-Wüste

Chile: Hund flieht aus Flug-Transportbox in die Wüste

Ein Horror für Hundeeltern: Beim Ausladen aus einem Flugzeug in Nordchile zerbricht die Box von Dackel Gaspar. Der Kläffer entwischt in die Atacama-Wüste – und wird erst sechs Tage später gefunden.

Offiziere der chilenischen Luftwaffe übergeben Gaspar seiner erleichterten Familie in Iquique, Chile.
Endlich gerettet: Offiziere der chilenischen Luftwaffe übergeben Gaspar seiner erleichterten Familie.

Foto: facebook.com/Buscando a Gaspar -Iquique-

Was für ein Wunder: Nach sechs Tagen in der chilenischen Wüste kann der zweijährige Dackel Gaspar tatsächlich (einigermaßen) wohlbehalten gefunden und seiner Besitzerin zurückgegeben werden. Aber wie kam es zu dem tierischen Wüstenabenteuer?

Dackel Gaspar war mit seiner Besitzerin Janis C. und ihrer besten Freundin Ligia G. an Bord einer Sky-Airline-Maschine von der Hauptstadt Santiago nach Iquique im Norden des Landes. Gaspar verbrachte den Flug in einer Transportbox im Frachtraum.

Doch bei der Landung kam der Schock: Als die jungen Frauen die Box abholten, war sie leer.

Sky Airline: Dackel entwischt auf der Landebahn

Beamte erklärten den Freundinnen, es habe einen Unfall gegeben, bei dem die Transportbox auf der Landebahn zerbrochen und der Hund in die nahe gelegene Atacama-Wüste entlaufen sei – in ein Gebiet, das immerhin 100 Kilometer entlang der Pazifikküste umfasst.

„Die Transportbox, die eigentlich den Sicherheitsstandards entspricht, war komplett gebrochen, was zeigt, wie nachlässig die Mitarbeiter, die Gaspar zum Gepäckband trugen, mit meinem Hund umgegangen sind“, schrieb Janis auf der Facebook-Seite, mit der sie eine Suchaktion nach ihrem Dackel startete.

Er sei nicht nur ein Teil der Familie, sondern auch Janis’ Therapiehund. Sie und ihre Familie hofften deshalb, Gaspar so schnell wie möglich wiederzufinden: „Er ist es nicht gewohnt, außerhalb seines sicheren Zuhauses zu leben.“ Auch auf Twitter rief sie zur Mithilfe auf:

„Heute, am 29. Juni, ist mein Haustier Gaspar in Iquique verschwunden, als es nach dem Flug mit @SKYAirline_CL durch Fehlverhalten des Personals entwischte.“

Über Social Media organisieren sich Freiwillige zu Suchtrupps nach dem Dackel

Tagelang durchkämmten zahlreiche Freiwillige, die Janis über Facebook zusammentrommelte, Iquique und Umgebung. Immer wieder traten Augenzeugen mit Janis in Kontakt, die Gaspar in der Wüste gesehen hatten. Oft allerdings nur aus größerer Entfernung, sodass der Suchtrupp ihn nie schnappen konnte. Außerdem war Gaspar der Besitzerin zufolge sehr verängstigt, weswegen er immer wieder flüchtete.

Am Donnerstagmorgen vergangene Woche dann die Nachricht: Gaspar ist wieder da! Gefunden wurde der Ausreißer von einer Truppe der chilenischen Luftwaffe FACh am Stützpunkt Los Cóndores.

Gaspar war natürlich sehr schwach, wurde aber direkt von einem Tierarzt behandelt.

Auf Instagram teilt Janis den besonderen Moment der Wiedervereinigung mit ihrem Hund:

Sie schreibt: „Diese Woche erlebte ich eine der extremsten Erfahrungen, die eine Hundemutter erleben konnte. Sechs Tage unermüdlicher Suche nach meinem Gaspi in der Wüste und gegen alle Widrigkeiten… heute neben ihm zu schlafen ist wie ein Traum.“

Am darauffolgenden Sonntag bedankte sich Janis für all die Anteilnahme, die sie über die sozialen Netzwerke erreichte. Gaspar sei noch sehr schwach: „Er muss unter anderem wieder Muskelmasse und Gewicht aufbauen.“ Er werde zu Hause aber sehr verwöhnt und sie hoffe, ihm gehe es schon bald besser. 

Hundebesitzerin kritisiert Sky Airline

Sky Airline räumte dem „Mirror“ zufolge ein, für die beschädigte Transportbox und Gaspars Verschwinden verantwortlich zu sein. Sie prüfe noch, ob der Vorfall durch menschliches Versagen entstanden war. Für die Suchaktionen nach dem Dackel stellte sie gemeinsam mit der lokalen Armeeeinheit Fahrzeuge und Personal für die zur Verfügung.

Doch auch wenn das Abenteuer für den kleinen Gaspar gut ausgegangen ist: Janis nimmt den Vorfall zum Anlass, für bessere Transportregulierungen für Tiere zu plädieren. In verschiedenen Posts fordert sie ihre Unterstützer auf, sich Demonstrationen am Flughafen anzuschließen und die Airline zu boykottieren. Sie sei keine gute Wahl für „fellige Passagiere“.

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