Obergrenze für Urlauber: Mallorca will 120.000 Gästebetten weniger

Obergrenze für Urlauber: Malle will weniger Touris

Mallorcas Einwohner haben Angst um ihre Insel – und zwar wegen der Urlaubermassen. Ein drastischer Einschnitt soll helfen: Die Regierung will die Anzahl der Gästebetten um fast 30 Prozent reduzieren.

Mit den Urlauberinnen kommen auch die Flamingo-Schwimmtiere an die Platja de Palma – im Sommer ist der Strand oftmals völlig überfüllt.
Mit den Urlauberinnen kommen auch die Flamingo-Schwimmtiere an die Platja de Palma – im Sommer ist der Strand oftmals völlig überfüllt.

Foto: imago/localpic

Insgesamt reisten 2017 gut 10,3 Millionen Menschen nach Mallorca – allein sieben Millionen im Zeitraum Juni, Juli und August. „Wir sind am Maximum angelangt, Mallorca ist voll. Wir haben das gleiche Problem wie Amsterdam oder Barcelona“, sagt Tourismusdirektorin Paula Ginard vom Inselrat dem reisereporter.  

Die Konsequenz: Die Insel will die Anzahl seiner Gästebetten stark reduzieren – um knapp 30 Prozent.

120.000 Gästebetten auf Mallorca sollen wegfallen

Wenn beispielsweise ein Hotel schließt oder ein Ferienhaus nicht länger vermietet wird, sollen die Lizenzen nicht neu vergeben werden. So soll die Gesamtzahl der Betten von aktuell etwa 440.000 auf 320.000 heruntergschraubt werden – das wären 120.000 Urlauberplätze weniger. Das hat die Linksregierung am Montag beschlossen, berichtet das „Mallorca Magazin“.

Möglich machen soll das  der „Pla d’Intervencions en àmbits turístics“, der „Interventionsplan im Tourismusbereich“, welcher noch in diesem Sommer verabschiedet werden soll.

So kämpft die Insel Mallorca gegen Overtourism

Er beinhaltet unter anderem den Zonenplan, der die Ferienhausvermietung einschränken soll. Rund ein Drittel der Insel wird zur „grünen Zone“, in der es künftig gar keine neuen Gästebetten mehr geben darf. Die restliche Fläche teilt sich in „nicht gesättigte“ und „gesättigte“ Zonen auf.

In letzteren gibt es nur noch Lizenzen für bis zu 60 Tage Ferienvermietung pro Jahr, das gilt insbesondere für ländliche Regionen im Inselinneren. Auch Cala Millor, Cales de Mallorca und Cala Bona sollen nach neuesten Informationen dazuzählen, so die „Mallorca Zeitung“. 

Palma nimmt eine Sonderrolle ein: Dort soll es ein striktes Vermietungsverbot für sämtliche Ferienwohnungen geben – Stichwort: Airbnb. In Mallorcas Hauptstadt soll die Anzahl der Betten von derzeit rund 80.000 auf 65.000 reduziert werden. 

„Mit diesem Zonenplan wollen wir den Tourismus besser regulieren“, sagt Cosme Bonet, Wirtschafts- und Finanzminister des Inselrates, dem reisereporter.

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