Ein großer Spaß auf Gras dürfte das werden, ein echter Leckerbissen für jeden Tennis-Fan. Da ist sich Martin Pittner (36) sicher. Der Kapitän des Tennis-Oberligisten Blau-Weiß Stralsund will auf jeden Fall am Start sein, wenn im August die 1. Rasentennis-Open im Golfpark Strelasund in Kaschow über die Bühne gehen.

Das Turnier sorgt für Gesprächsstoff in der Szene

Die Anlage mit zwei Hotels und modernem Wellnessbereich liegt in einer der schönsten Ecken Mecklenburg-Vorpommerns zwischen Stralsund und Greifswald. Zu den Ostseeinsel Rügen und Usedom sind es von hier aus nur je 45 Autominuten. Das Turnier, geplant für den 11. August, ist derzeit großes Gesprächsthema in der Tennisszene. Denn das Doppel-Event wird der erste Wettbewerb überhaupt im Nordosten sein, der auf Naturrasen ausgetragen wird.

Das Tennisareal in Kaschow: Zwei Rasentennisplätze gibt es hier - es sind die einzigen in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt stehen 220 Tennisplätze im Land zur Verfügung. Die meisten haben rote Asche oder Teppich als Belag.
Das Tennisareal in Kaschow: Zwei Rasentennisplätze gibt es hier – es sind die einzigen in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt stehen 220 Tennisplätze im Land zur Verfügung. Die meisten haben rote Asche oder Teppich als Belag. Foto: Ulrike Baer

Auch deutschlandweit gibt es kaum Rasenturniere für Amateurspieler. Und dann gab es ja gerade erst das Grand-Slam-Turnier von Wimbledon. Im weltweiten Tennis-Mekka gewann mit Angelique Kerber eine deutsche Spielerin, das steigert die Begeisterung für den grünen Untergrund hierzulande nochmals.

Jeder Tennisspieler will wissen, wie es ist auf Gras zu spielen.

Dieter Bursche

„Dieser Belag ist für Tennisspieler einfach etwas Besonderes. Weil er so viel Tradition hat, aber auch weil es bei uns kaum echte Rasen-Plätze gibt. Wir spielen ja immer auf Sand oder Teppich“, betont Martin Pittner. „Jeder will deshalb einmal ausprobieren, wie es sich anfühlt, auf Gras zu spielen“, bestätigt auch Dieter Bursche (68), der Präsident des Tennisverbandes Mecklenburg-Vorpommern ist und selbst auf dem Kaschower Rasen aufschlagen will. 

„Ich finde dieses Turnier super, weil es etwas Außergewöhnliches ist und unserem Sport Aufmerksamkeit bringt“, sagt der Mann aus dem Seebad Warnemünde.

Chef des Golfparks hatte die Idee zum Tennistunier

Auf die Idee gekommen, die Rasentennis-Open ins Leben zu rufen, ist der Chef des Golfparks Strelasund, Jörg Remer, mit einigen Mitstreitern: „Wir haben die Rasenplätze schon länger, haben sie aber noch nie wirklich genutzt oder beworben. Ein tennisverrücktes Mitglied hat mich dann überzeugt, dass wir da was machen sollten und so kam der Plan zu diesem Turnier“, erzählt der 40-Jährige.

Hat in Kaschow schon mal Tennis auf Gras getestet: Martin Pittner (36), Kapitän der Oberliga-Herren von Blau-Weiß Stralsund.
Hat in Kaschow schon mal Tennis auf Gras getestet: Martin Pittner (36), Kapitän der Oberliga-Herren von Blau-Weiß Stralsund. Foto: Romi Loew

Das Potenzial für besondere Tennisturniere ist jedenfalls groß in Kaschow – dort, wo die über 1500 Mitglieder sonst hauptsächlich Golf spielen. Denn die Naturrasenplätze hier sind die beiden einzigen in ganz Mecklenburg-Vorpommern.

Großes Potenzial für besondere Turniere

Aufrechterhalten werden können die pflegeintensiven Courts nur, weil sich die Greenkeeper in Kaschow ja ohnehin um die 36 Golfbahnen kümmern. Da fällt die Instandhaltung der Tennisfelder quasi mit ab.

Marei Remer, Geschäftsführerin im Golfpark Strelasund, spielt gern Tennis auch auf den hauseigenen Rasenplätzen.
Marei Remer, Geschäftsführerin im Golfpark Strelasund, spielt gern Tennis auch auf den hauseigenen Rasenplätzen. Foto: Ulrike Baer
Dass die 1. Rasentennis-Open für Doppel ausgetragen werden, hat vor allem zwei Gründe. Erstens, weil dadurch mehr Spieler mitmachen. Und zweitens, weil sich die Akteure besser mit dem ungewohnten Untergrund anfreunden können, da nicht ganz so viel gelaufen wird wie im Einzel.

Comeback bei diesem besonderen Tunier auf Naturrasen

Golfparkchef Remer kann sich jedenfalls auf einige der besten Spieler des Bundeslandes freuen. Neben Pittner wollen weitere Akteure des aktuellen Herren-Vizelandesmeisters Stralsund antreten, auch Rostocker Spieler haben schon gemeldet, ebenso mehrere Greifswalder. Daniel Janeck (39) etwa, langjähriger Kapitän der Greifswalder Oberliga-Herren, will nach sieben Jahren Tennis-Pause beim Kaschower Rasenturnier sein Comeback geben.

Tief runter in die Knie: Auf Rasen springen die Bälle flacher ab. Da braucht Martin Pittner, Kapitän der Oberliga-Herren von Blau-Weiß Stralsund, seine ganze Athletik.
Tief runter in die Knie: Auf Rasen springen die Bälle flacher ab. Da braucht Martin Pittner, Kapitän der Oberliga-Herren von Blau-Weiß Stralsund, seine ganze Athletik. Foto: Romi Loew

Arne Geißler (47), Vereinscoach von Blau-Weiß Stralsund und einer der erfolgreichsten Trainer in Mecklenburg-Vorpommern, ist gespannt: „Auf Rasen springt der Ball ja viel schneller und flacher ab, als es unsere Spieler gewohnt sind. Die Partien werden interessant.“

Jetzt kommt Tennis quasi zu mir zurück in mein Wohnzimmer.

Petjo Kuzarow

Petjo Kuzarow (35), Golflehrer in Kaschow, kennt Tennis auf Gras noch von seinem Studium in England. Er war einst Kapitän des Uni-Tennisteams der London School of Economics und richtete 2012 mit seiner Sportagentur den Verbandstag des Deutschen Tennisbundes in Berlin aus.

Doch dann konzentrierte er sich auf Golf. „Jetzt kommt Tennis quasi zur mir zurück in mein Wohnzimmer“, scherzt Kuzarow. Er will die Rasentennis-Open auf keinen Fall verpassen, vorher aber noch ordentlich üben. Der Spaß auf Gras will eben gut vorbereitet sein.

Freuen sich schon auf das Rasentennisturnier in Kaschow: Marei Remer und ihre Mutter Annegret. Am 11. August kann der Golfpark Strelasund viele Spieler aus der Landesspitze begrüßen.
Freuen sich schon auf das Rasentennisturnier in Kaschow: Marei Remer und ihre Mutter Annegret. Am 11. August kann der Golfpark Strelasund viele Spieler aus der Landesspitze begrüßen. Foto: Ulrike Baer

Zwei Naturrasenplätze in Mecklenburg-Vorpommern: 220 Tennisplätze gibt es ungefähr in Mecklenburg-Vorpommern – die meisten haben roten Sand als Untergrund. In den Tennishallen des Landes wird derweil zumeist auf Teppich gespielt. Die beiden Naturrasenplätze im Golfpark Strelasund Kaschow, in der Nähe der Hansestädte Stralsund und Greifswald, sind die einzigen im ganzen Nordosten.

Rasenplätze sind der Ursprung des Sports: Das Spiel auf Rasen genießt bei Aktiven und Fans so hohen Stellenwert, da der Sport seine Ursprünge auf diesem Untergrund hat. Das wichtigste Tennisturnier der Welt im englischen Wimbledon wird seit 1877 auf Gras gespielt. Bis in die 1970er-Jahre wurden drei von vier Grand-Slam-Turnieren auf Rasen ausgetragen (heute nur noch Wimbledon). Der „normale“ Tennisspieler hat aber kaum Gelegenheit, auf dem Grün zu spielen.

Anmeldungen für das Turnier am 11. August ab 10 Uhr werden bis 20. Juli angenommen. Die Rasentennis-Open in Kaschow werden bei ihrer Premiere an einem Tag (11. August) ausgespielt. Es gibt eine Herren- und eine Damenkonkurrenz im Doppel. Auch Mixed- Teams können melden.

Infos: Golfpark Strelasund, Zur alten Hofstelle, 18516 Süderholz/Kaschow, Tel: 038326 /469250, Email: info@golfpark-strelasund.de