Studie zeigt: Warum wir auf Passfotos eigentlich lächeln sollten

Warum wir auf Passfotos eigentlich lächeln sollten

„Bitte lächeln!“ Das sagt der Fotograf nie, wenn du ein Passfoto machen lässt. Denn du musst darauf einen neutralen Gesichtsausdruck haben. Doch eine Studie zeigt jetzt: Das ist gar nicht so sinnvoll.

Mund zu und neutral gucken – diesen Gesichtsausdruck müssen wir auf einem biometrischen Passbild haben.
Mund zu und neutral gucken – diesen Gesichtsausdruck müssen wir auf einem biometrischen Passbild haben. (Symbolfoto)

Foto: imago/photothek/Inga Kjer

Kennst du das auch? Du hast Passbilder machen lassen, holst sie ab und erkennst dich auf den Fotos selbst nicht wieder oder du findest, dass das Bild aussieht wie ein Fahndungsfoto? Das passiert, weil wir auf Passfotos einen „neutralen Gesichtsausdruck“ haben müssen. Ein breites Lächeln mit offenem Mund ist verboten.

Eine Studie belegt: Lächelnd sind Personen besser zu erkennen

Eine Studie der University of York deutet nun aber darauf hin, dass das gar nicht so sinnvoll ist. Demnach können Menschen andere Menschen besser erkennen, wenn diese lächeln. „Unsere Studie weist darauf hin, dass es den Gesichtsvergleich einfacher machen könnte, wenn wir den neutralen Gesichtsausdruck, den wir normalerweise verwenden, wenn wir Passfotos machen, durch einen lächelnden ersetzen“, sagt Dr. Mila Mileva, Leiterin der Studie.

Konkret mussten die Testpersonen mehrere Dutzend Porträtfotos miteinander vergleichen. Das Ergebnis: Am besten konnten sie zwei Bilder derselben Person als identifizieren, wenn sie mit geöffnetem Mund lächelte. Am zweitbesten war es bei einem Lächeln mit geschlossenem Mund. Am schwierigsten fiel es den Testpersonen, wenn die Fotografierten neutral schauten.

Biometrisches Passbild soll die Identitätsprüfung eigentlich sicherer machen

Dabei wurde das biometrische Passbild, auf dem wir einen neutralen Gesichtsausdruck haben müssen, nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 in der EU eigentlich eingeführt, um die Identitätsprüfung zu verbessern. 

Der reisereporter hat daher beim Bundesinnenministerium nachgefragt. Ein Sprecher sagte auf die Frage, wie denn das biometrische Passfoto die Prüfung erleichtere, dass das biometrische Passbild internationale Standards erfülle. Die Einhaltung dieser Standards gewährleiste, dass deutsche Reisepässe und Personalausweise in vielen Ländern anerkannt werden. 

Zum Beispiel können deutsche Bürger mit ihrem Reisepass ohne Visum derzeit in 179 Länder reisen. Ein weiterer Grund für das biometrische Passfoto ist, dass die standardisierten Passbilder von Systemen für die automatisierte Identitätskontrolle gelesen werden können.

Eine Mitarbeiterin eines Elektronik-Herstellers demonstriert die automatische Passkontrolle mit computergesteuerter Gesichtserkennung.
Eine Mitarbeiterin eines Elektronik-Herstellers demonstriert die automatische Passkontrolle mit computergesteuerter Gesichtserkennung. Foto: imago/AFLO

Du darfst auf deinem Passfoto mit geschlossenem Mund lächeln

Ein Vorschlag der Wissenschaftler der University of York ist es, dass ein zweites Passfoto auf dem Chip des Passes gespeichert werden könnte, sodass die Passkontrolleure Zugriff auf ein Foto haben, das dich lächelnd zeigt, und auf eines, das dich mit neutralem Gesichtsausdruck zeigt.

So oder so: Ein Lichtbild, auf dem die Person ganz leicht mit geschlossenem Mund lächle, könne für den Reisepass oder den Personalausweis genutzt werden, sagt der Sprecher des Bundesinnenministeriums.

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