Reiserecht: 7 Rechte, die wirklich jeder Fluggast hat

Flugausfall & Co.: 7 Rechte, die jeder Fluggast hat

Ob bei Verspätungen, Flugausfällen oder wenn es einfach mal nicht so läuft, wie es soll: Wer zahlt für Unannehmlichkeiten? Der reisereporter zeigt dir sieben Rechte, die tatsächlich jeder Fluggast hat.

Als Fluggast fühlt man sich häufig machtlos. Wir zeigen dir sieben Rechte, die du als Fluggast auf jeden Fall hast. (Symbolbild)
Als Fluggast fühlt man sich häufig machtlos. Wir zeigen dir sieben Rechte, die du als Fluggast auf jeden Fall hast. (Symbolbild)

Foto: imago/Belga

1. Entschädigung bei Überbuchung

Fluggesellschaften schaffen es manchmal tatsächlich, mehr Tickets für einen Flug zu verkaufen, als es Plätze gibt. 

„Airlines überbuchen Flüge eigentlich immer um eine gewisse Prozentzahl“, sagt Stefanie Müller, Sprecherin des Fluggastrechteportals „Flightright“, dem reisereporter. Dann kann es sein, dass du auf deinen Platz im Flieger verzichten musst.

Sollte das passieren, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Die Fluggesellschaft schafft es, dich innerhalb von einer Stunde in einen anderen Flieger zu deinem Zielflughafen zu setzen – alles gut.
  2. Solltest du aufgrund der Umbuchung mehr als drei Stunden Verspätung haben, hast du ein Recht auf eine Entschädigung in Höhe von 250 bis 600 Euro, je nach Länge der Flugstrecke.

2. Anspruch auf ein Hotel bei Verspätungen

Fluggäste, deren Flug sich über Mitternacht des eigentlichen Abflugtages hinaus verzögert, haben Anspruch auf ein Hotelzimmer – und zwar unabhängig davon, ob die Airline selbst schuld am verzögerten Start ist oder nicht.

Meistens organisieren die Airlines selbst eine Übernachtung im Hotel sowie den Transfer dorthin und zurück zum Flughafen. Frag also ganz gezielt bei deiner Fluggesellschaft nach.

3. Recht auf Versorgung

Solltest du bereits im Flieger sitzen, der auch nach Stunden des Wartens nicht abhebt, gilt Folgendes:

  1. In Europa hast du nach einer Stunde des Wartens Anspruch auf Wasser, eine eingeschaltete Klimaanlage und die Benutzung der Toiletten. Nach ganzen fünf Stunden dürft ihr das Flugzeug sogar wieder verlassen.
  2. In Amerika gilt der Anspruch auf Wasser, die Klimaanlage und die Benutzung der Toiletten erst nach zwei Stunden. Dafür habt ihr bereits nach drei Stunden einen Anspruch darauf, dass Fleugzeug wieder zu verlassen.

4. Sich für sein Haustier einzusetzen

Auch wenn du mit deinem Haustier verreist, haben du und dein Tier bestimmte Rechte. Dein Tier muss zum Beispiel nicht durch einen Röntgenscanner beim Sicherheits-Check-in und du musst es auch nicht in der Gepäckablage verstauen – da kam es auch leider schon zu traurigen Unfällen.

Unter bestimmten Voraussetzungen können kleinere Haustiere (bei der Lufthansa zum Beispiel Hunde und Katzen bis zu acht Kilogramm) als zusätzliches Handgepäck mit in die Flugzeugkabine genommen werden. Größere Tiere werden in Transportboxen im Frachtraum transportiert.

5. Das Recht, bei medizinischen Notfällen zu helfen

Ist ein Arzt an Bord?“ Eine Frage, die wohl kein Flugreisender gern über die Lautsprecher eines Flugzeuges hört. Aber keine Panik: In 80 Prozent aller Fälle befindet sich tatsächlich ein Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft an Bord.

Sollte wider Erwarten kein Arzt an Bord sein, keine Panik: Jeder, der sich berufen fühlt, zu helfen, ist in der Regel rechtlich abgesichert. Du musst dir also nicht um irgendwelche Schadensersatzkonsequenzen Gedanken machen, sondern kannst beruhigt deiner gesetzlichen Verpflichtung zur Hilfeleistung nachkommen.

6. Mit einer Behinderung reisen

Solltest du oder sollte einer deiner Angehörigen eine Behinderung haben, so braucht ihr euch bezüglich eines Fluges keine Gedanken um eine Ablehnung machen. Grundsätzlich sind alle Fluggesellschaften der EU dazu verpflichtet, Menschen mit Behinderung die gleichen Rechte einzuräumen wie jedem anderen Bürger auch. Eine Ablehnung aufgrund einer Behinderung ist deshalb nicht möglich.

Die Fluggesellschaften müssen bereits bei der Buchung prüfen, ob eine Beförderung möglich ist. Kommt es nachträglich zu einer Ablehnung, so könnt ihr rechtliche Schritte gegen die Fluggesellschaft einleiten. Wie einfach oder kompliziert das Fliegen mit einem Rollstuhl tatsächlich ist, kannst du in unserem großen Servicestück nachlesen.

7. Das Recht, sich zu beschweren

Klar, beschweren kannst du dich immer: sei es per E-Mail, per Brief oder über die sozialen Netzwerke (der wohl schnellste Weg). Wenn du dich beschwerst, solltest du dir aber zumindest deiner Rechte als Fluggast bewusst sein.

Es soll sogar Fluggesellschaften geben, die sich die Beschwerden ihrer Kunden tatsächlich zu Herzen nehmen und versuchen, ihren Service stätig zu verbessern.

Als Vielflieger hast du übrigens deutlich bessere Chancen, dass du auf deine Beschwerde auch eine vernünftige Antwort erhältst...

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