Lena und Oleg auf Weltreise: Hallo, San Francisco, hallo, USA

Lena & Oleg auf Weltreise: Welcome to San Francisco

Lena (25) und Oleg (27) aus Hannover haben es getan: Sie haben ein One-Way-Ticket gekauft und sind auf Weltreise. Ihr erster Halt in Amerika: San Francisco.

Die Golden Gate Bridge ist das Wahrzeichen San Franciscos.
Die Golden Gate Bridge ist das Wahrzeichen San Franciscos.

Foto: Lena Pres

In den letzten Wochen in Asien waren wir noch viel unterwegs und haben den neun Monaten auf dem Kontinent mit Hongkong ein grandioses Endziel bereitet. Vor Monaten hatten wir bereits nach Flügen von Asien nach Nordamerika gesucht. Letztlich erwies sich die Verbindung Hongkong–San Francisco für uns als die günstigste Variante (wir zahlten etwa 250 Euro pro Person).

Überschattet wurde die Zeit allerdings von der Sorge um unsere Einreise und die steigenden Kosten, die uns in den USA erwarten würden.

Welcome to San Francisco

Jetzt sind wir seit genau einer Woche in San Francisco und haben bereits 412 Dollar (etwa 350 Euro) ausgegeben. Wenn ich nicht wüsste, dass wir seit einer Woche so sehr auf unser Budget achten wie nie zuvor, würde mir dieser Stand eventuell Sorgen bereiten. Doch ich weiß zu diesem Zeitpunkt bereits, dass wir nicht viel weniger Geld hätten ausgeben können.

Skyline von San Francisco, USA.
San Francisco ist eine Stadt, die Spuren hinterlässt. Foto: Lena Pres

Wir haben für vier Nächte im günstigsten Hotel (im City Center) inklusive Kaffee und Frühstück gewohnt und von Subway-Tagesangeboten sowie Supermarktschnäppchen gelebt. Das Hotelzimmer konnten wir uns mit unseren Freunden Jule und Gary teilen, sodass sich der Zimmerpreis halbierte.

Vor drei Nächten sind wir dann in der Wohnung unserer Gastfamilie untergekommen, wo wir kostenfrei leben, schlafen und essen können. Heute werden wir mit unserer Familie zum Lake Tahoe fahren, da dort ihr Familienhaus und ihr eigentlicher Wohnsitz ist.

Amerika ist nicht Asien

Nach neun Monaten Weltreise fühlen wir uns nicht unerprobt, günstig zu reisen, und haben bereits einiges über typische Touristenfallen gelernt. Außerdem haben wir uns eine Art zu reisen angewöhnt, die sich stark von „Urlaub machen“ unterscheidet. Trotzdem war es in Asien sehr einfach, günstig zu reisen, weil uns stets die Wahl gegeben wurde.

Du kannst wählen, ob du für 4 Euro die Nacht sehr einfach, für 12 Euro die Nacht ganz angenehm oder für 25 Euro die Nacht recht luxuriös lebst. Ebenso verhält es sich mit dem Essen. in Asien konnten wir meist einer recht einfachen Regel folgen: je weniger zentral, desto günstiger. Auch optisch ließ sich schnell erkennen, welche Lokale sich in welcher Preisklasse befinden. Die Vielfalt war groß.

In San Francisco ist die Vielfalt in dieser Hinsicht sehr klein, denn alles ist teuer. Selbst Läden, die aussehen wie eine Kantine und dein Abendessen wiegen, verfolgen damit einen Hipster-Grundgedanken und verlangen etwa 10 Dollar pro Pfund Gemüse, Fleisch und Co. Die Ready-to-eat-Angebote in den Supermärkten sind teilweise nicht viel preiswerter als Restaurants und ein Fertig-Caesar-Salad aus dem Kühlregal kann bis zu 4 Dollar kosten.

Günstig in San Francisco essen? Da bleibt nur Fast Food…

Wir stellen fest, dass Fast Food die einzige günstige Food-Option in San Francisco ist. Überall locken Burger King und Subway mit Angeboten, doch der Reiz ist nicht allzu groß. Meine Sorge besteht darin, unachtsam zu werden. Geld auszugeben, weil es scheint, als würde es nicht günstiger gehen. Doch wir sind uns sicher, dass Amerika uns finanziell nicht ruinieren muss.

Es gibt immer eine Wahl, und wir wollen alles daransetzen, die USA und Kanada preisgünstig zu bereisen. Challenge accepted.

San Francisco schenkt uns Schnee statt Sommerfeeling

Abgesehen davon, dass San Francisco zu den teuersten Städten der Welt gehört, sind wir mit der Erwartung angereist, uns würden Sonne und Wärme erwarten. Wir können euch sagen, dass wir die Sonne zwar bereits gesehen, nach einer Woche in Frisco jedoch noch nicht so viel von der erhofften Wärme gespürt haben. Es ist kalt.

Nach unserem Dauer-Sommerfeeling in Asien bringen uns 16 Grad und eine dauerhaft frische Brise zum Frösteln. Die dicken Wolljacken haben wir nach unserer Trekkingtour in Nepal zurückgelassen und hofften, dass unser Reisegepäck für die kommenden Monate passend sei. Pustekuchen. 

In Lake Tahoe wird am Wochenende sogar Schnee erwartet. Doch kalte Finger und Füße hielten uns nicht davon ab, vier Tage lang die Stadt zu erkunden und so viele Impressionen wie möglich zu sammeln.

Haight-Ashbury: Wärme für das Hipster-Herz

Golden Gate Bride, Cable Car, Pier 39 und viele bunte, schräge Häuser – wir haben so einiges abgeklappert, was das Touristenherz höherschlagen lässt. Unsere Budgetunterkunft (Aida Plaza Hotel) hat es uns jedoch auch möglich gemacht, die weniger heiteren Seiten San Franciscos zu betrachten – mehr oder weniger freiwillig.

Die viktorianischen, mehrfarbig gestrichenen Holzhäuser aus dem 19. Jahrhundert werden liebevoll „Painted Ladies“ genannt.
Die viktorianischen, mehrfarbig gestrichenen Holzhäuser aus dem 19. Jahrhundert werden liebevoll „Painted Ladies“ genannt. Foto: Lena Pres

Viele Obdachlose, viele Junkies, viele Menschen, die mental angeschlagen wirken. Der kostenlose Kaffee in unserem Hotel lockte nicht nur uns regelmäßig in die gemütliche Lobby. Ein Spaziergang durch das Viertel Haight-Ashbury wirkt da um einiges fröhlicher, familienfreundlicher und einladender. Hier trifftst du auf viele junge Menschen, hippe Lokale, Coffeeshops, Vintage-Bookshops und Boutiquen. Die Gegend erwärmt mein kleines Hipster-Herz ganz schnell.

Das Viertel Haight-Ashbury ist nach der Kreuzung Haight Street und Ashbury Street benannt.
Das Viertel Haight-Ashbury ist nach der Kreuzung Haight Street und Ashbury Street benannt. Foto: Lena Pres

„Eine nach Weed riechende Durftwolke“

Doch auch hier sammeln sich Obdachlose, und ein dauerhafter Geruch von Gras – und ich meine nicht den frisch gemähten Rasen – liegt in der Luft. So wird uns San Francisco am Ende in Erinnerung bleiben: In einer nach Weed riechenden Duftwolke taumeln uns mit Pappbechern klappernde Obdachlose an jeder Ecke entgegen, an der es nicht gerade Postkarten der Golden Gate Bridge zu kaufen gibt.

Doch wir erleben die Stadt auch lebendig und munter – während unseres Aufenthalts gibt es eine Veranstaltung, die viele Menschen alkoholisiert und verkleidet auf die Straßen San Franciscos treibt. Ein buntes Spektakel, dass wir uns im Golden Gate Park anschauen, während vereinzelte Sonnenstrahlen auf unserer Nase tanzen.

Golden Gate Bridge und Alcatraz

Die Golden Gate Bridge war ein Must-see für uns. Wir konnten mit dem öffentlichen Bus bis zur Brücke fahren und zahlten 2,70 Dollar pro Fahrt. 

Lena ist sichtlich beeindruckt von der Golden Gate Bridge.
Lena ist sichtlich beeindruckt von der Golden Gate Bridge. Foto: Lena Pres

Wer eine Woche in San Francisco verbringt, kann sich auch den Tourist-Week-Pass besorgen, mit dem du sowohl unbegrenzt häufig mit der Cable Car (7 Dollar pro Fahrt) und jedem anderen öffentlichen Verkehrsmittel durch die Stadt kommst.

Übrigens: Alcatraz war bei unserer Recherche bereits ausgebucht. Hier musst du flinker sein als wir.

Die Gefängnisinsel Alcatraz liegt in der Bucht von San Francisco.
Die Gefängnisinsel Alcatraz liegt in der Bucht von San Francisco. Foto: Lena Pres

Die Seelöwen von Pier 39

Wir machten einen langen Spaziergang zum Fisherman’s Wharf (eine Art Hafenpromenade mit vielen Shops und Fischbuden) und dem Pier 39, um die vielen Seelöwen zu beobachten. Die Tiere kuscheln und dösen quasi mitten in der Stadt in der Sonne. Das war irgendwie urig und spaßig.

Der Pier 39 im Hafenviertel Fisherman’s Wharf ist vor allem für eines bekannt: die unzähligen Seelöwen, die sich auf den Anlegestellen angesiedelt haben.
Der Pier 39 im Hafenviertel Fisherman’s Wharf ist vor allem für eines bekannt: die unzähligen Seelöwen, die sich auf den Anlegestellen angesiedelt haben. Foto: Lena Pres

Italien, China und die Lombard Street

Die Lombard Street ist eine Straße, die sich mit Kurven den Berg hinunterschlängelt. Das sieht auf den ersten Blick verrückt und faszinierend aus. Die Massen an Touristen an dieser einen Straße haben die Atmosphäre jedoch zerstört und es wirkte spätestens nach drei Minuten wie ein Ort, den wir schnell verlassen wollten.

Das italienische Viertel lockt mit einem Geruch von Pizza, Pasta und Amore.
Das italienische Viertel lockt mit einem Geruch von Pizza, Pasta und Amore. Foto: Lena Pres

Auf dem Rückweg Richtung City Center wanderten wir durch das italienische Viertel und verliebten uns sofort in die vielen Restaurants und den Geruch von Pizza, Pasta und Amore.

Auch Chinatown war nicht weit entfernt und schien eine Gegend zu sein, in der du günstigeres Essen finden kannst. Wir haben es allerdings nicht getestet. Auch der Mission District wurde uns empfohlen, wir hatten aber leider keine Zeit mehr. Probier es gern aus und berichte uns davon!

Zu guter Letzt: Die berühmte Cable Car

Wir machten den Fehler und stellten uns direkt an der Market Street in eine riesige Warteschlange, um mit der Bahn den Berg hinaufzufahren. Wer den Berg hinauf- oder sogar nur bis zur nächsten Station der Cable Car geht, der erwischt eventuell nicht den allerbesten Sitzplatz, muss aber nicht eineinhalb Stunden warten, bis die Fahrt beginnt.

Die San Francisco Cable Cars sind ein beliebtes Verkehrsmittel bei Touristen.
Die San Francisco Cable Cars sind ein beliebtes Verkehrsmittel bei Touristen. Foto: Lena Pres

Die Cable Car hat verschiedene Haltestellen, und du kannst an jeder ein- oder aussteigen. Vielleicht ist es sogar sinvoll, direkt bis zum Fisherman’s Wharf zu gehen und zurück mit der Cable Car zu fahren. Eine Fahrt kostet 7 Dollar.

San Francisco hinterlässt Spuren

San Francisco stand für mich für Hippies, Blumenkinder, bergige Citylandschaften und die massive Golden Gate Bridge. All diese Dinge konnte ich während unserer Woche in San Francisco beobachten, doch ich muss meiner Vorstellung von San Francisco noch einen Hauch Realität hinzufügen.

Die Market Street ist eine wichtige Verkehrsader in San Francisco.
Die Market Street ist eine wichtige Verkehrsader in San Francisco. Foto: Lena Pres

In einer so teuren Stadt gibt es nicht nur Menschen, die in Anzug mit Starbucks-Bechern von Meeting zum After-Work-Drink oder ins neue hippe Lokal um die Ecke flitzen. Viele Menschen strahlen Armut und Verzweiflung aus. Ich weiß nicht, wie hilflos diese Menschen sind, aber es machte uns zeitweise etwas betroffen.

„Nächstes Mal muss T-Shirt-Wetter drin sein, San Francisco!“

Wir erlebten jedoch auch eine Stadt, die uns mit ihrem Charme verzauberte. Die Straßen San Franciscos erwecken nur selten den Eindruck, sich in einer Großstadt zu befinden. Street-Art und ein gewisser America-Spirit sorgen für eine spezielle Atmosphäre. Sobald du das Zentrum hinter dir lässt, kommt süßes Kleinstadtfeeling auf.

Die bunten, hübschen Häuser sehen so einladend aus, dass du dir gedanklich vorstellst, wie du deine erste eigene Wohnung oder dein Familienheim in dieser Gegend aufbaust. Doch wir wissen – es ist unbezahlbar.

Ansonsten war es schade, dass das Wetter es uns schwer gemacht hat, nicht zu frieren. Nächstes Mal muss T-Shirt-Wetter drin sein, San Francisco! Und bitte bleib weiterhin so fotogen.

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