Neuseeland: 11.000-Euro-Strafe für deutschen Touristen nach Rache-SMS

11.000-Euro-Strafe für deutschen Touristen nach SMS

Diese SMS war teuer: In Neuseeland wollte sich ein 21-jähriger Work-and-Travel-Tourist aus Deutschland an seinem Ex-Boss rächen. Jetzt verpfänden seine Eltern ihr Haus – um die Strafe dafür zu bezahlen.

Hohe Strafe für Touristen.
Die teuerste SMS seines Lebens: Weil er sich an seinem ehemaligen Arbeitgeber rächen wollte, muss ein Work-and-Travel-Tourist eine hohe Strafe zahlen. (Symbolbild)

Foto: pixabay.com/cc0creativecommons

Schlimmer kann das Abenteuer Work and Travel nach der Schule wohl kaum enden: Ein 21-Jähriger aus Deutschland ist in Neuseeland zu einer Strafe von umgerechnet etwa 11.000 Euro verurteilt worden – weil er dem Chef seines ehemaligen Arbeitgebers eine SMS geschrieben hat.

Der 21-Jährige hatte in der Stadt Blenheim auf der Südinsel in der Verpackungsabteilung einer Milchpulverfabrik gearbeitet. Da er sich „überfordert fühlte“ und es schien, als müsse er die Arbeit für zwei Personen machen, sei er während eines Arbeitstages gegangen, sagte sein Anwalt während des Gerichtsprozesses laut der neuseeländischen Lokalzeitung „Marlborough Express“.

Deutscher Tourist verschickt Rache-SMS an seinen Ex-Chef

Als der Tourist daraufhin von seinem Arbeitgeber gefeuert wurde, kam er auf eine ziemlich schlechte Idee. „Weil er so wütend“ war, schrieb er seinem Ex-Boss eine Rache-SMS. Darin behauptete er „ein kleines Geschenk in der letzten Produktion“ hinterlassen zu haben und wünschte „viel Spaß“.

Als er seine Behauptung in einer weiteren SMS eine halbe Stunde später widerrief, war es schon zu spät: Die Firma hatte bereits die gesamte für den Export bestimmte Lieferung vernichtet. So erzwangen es die Hygienevorschriften Neuseelands. Der Schaden betrug umgerechnet rund 111.000 Euro – und dafür sollte der junge Tourist zahlen.

Eltern des Work-and-Travel-Touris mussten Hypothek auf ihr Haus aufnehmen

Das Gericht milderte die geforderte Strafe schließlich deutlich ab: Rund 11.000 Euro machen die SMS für den Work-and-Travel-Touristen trotzdem zur teuersten Kurznachricht seines Lebens.

Denn: Da der 21-Jährige das Land während der Verhandlung nicht verlassen durfte, mussten seine Eltern neben der Strafe und den Prozesskosten auch noch den Lebensunterhalt für ihren Sohn aufbringen. Sie sahen keine andere Möglichkeit und nahmen eine Hypothek in Höhe von 23.000 Euro auf ihr Haus auf. 

Dass ihr Sohn laut seinem Anwalt an seiner Arbeitsstelle nie mit dem unverpackten Milchpulver in Berührung gekommen ist und deswegen gar nichts in das Pulver getan haben konnte, half da auch nicht mehr wirklich.

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