Türkis Wasser, weiße Strände: Von dieser Traumkulisse ist auf Barbados gerade nichts zu sehen. Stattdessen: Ein riesiger Teppich aus stinkenden und glitschigen Braunalgen. Bereits am 7. Juni hatten die Behörden der Karibikinsel Alarm geschlagen, als Satellitenbilder den größten bisher gesichteten Seetangteppich auf dem Weg in Richtung der Ost- und der Südküste von Barbados zeigten.

„Diese Unmengen an Braunalgen sind ein nationaler Notfall für unsere Meerestiere, unsere Strände, unsere Bevölkerung, die Fischer- und Touristenindustrie“, sagte der Minister für maritime Angelegenheiten, Kirk Humphrey, der Reisenachrichtenseite „Travel Weekly“.

Die Urlaubsgäste können wegen der Algeninvasion nicht baden

Zwar hat bisher keines der Urlaubsresorts geschlossen. Die Massen von stinkenden, glitschigen Algen färben aber das Wasser rotbraun, wabern wie eine dickflüssige Masse an den Strand und machen das Baden mehr als unattraktiv. Das Sandals Barbados Resort und das angrenzende Sandals Royal Barbados bieten ihren Gästen Transfers zu sauberen Stränden an der Nordküste an. 

Der Klimawandel könnte die Ursache der stinkenden Algenmassen sein

Die Algen pflanzen sich in der Sargassosee, einem Meeresgebiet im Atlantik östlich von Florida, fort. Von dort werden sie nach Florida, Yucatán oder in die Karibik geschwemmt.

Das ist nicht neu, zu einem solch großen Problem werden sie aber erst seit einigen Jahren. Es wird vermutet, dass die Erderwärmung dafür verantwortlich ist, dass die Algen zurzeit vermehrt wachsen. Sie erhöht den Kohlenstoffdioxid-Anteil im Meereswasser.

Wenn die Algen auf Land treffen, wie derzeit in Barbados, verrotten die Braunalgen, beginnen, nach faulen Eiern zu stinken, und locken Sandflöhe an.

Neben Barbados sind aktuell auch die Atlantikküste von Martinique, Teile von Guadeloupe, St. Martin, Trinidad und Tobago, Canouan, Dominica, Puerto Rico und Antigua betroffen. Das dort ansässige Resort St. James’s Club schließt wegen der Algenplage ab dem 15. Juli bis 30. September. Gäste werden in anderen Resorts der Hotelkette untergebracht.

Die Regierung von Barbados versucht, die Algen an den Stränden zu beseitigen und sie dann als Dünger oder Energiequelle zu verwenden. „Die Braunalge ist nicht nur ein Problem, sondern auch eine Ressource. Wir müssen sie als Ressource nutzen“, sagt Kirk Humphrey.