Der Lieper Winkel ist Usedoms kleines Geheimnis | reisereporter.de

Der Lieper Winkel ist Usedoms kleines Geheimnis

Auf der Sonneninsel Usedom gibt es ein märchanhaftes Refugium, ein Gegenstück zum Touristentrubel. reisereporter Rainer verrät einen Usedomer Geheimtipp: den Lieper Winkel.

Rainer L. Hein
Im Lieper Winkel zwischen Achterwasser und Peenestrom findet man sie noch, die Ursprünglichkeit und Abgeschiedenheit.
Im Lieper Winkel zwischen Achterwasser und Peenestrom findet man sie noch, die Ursprünglichkeit und Abgeschiedenheit einer Halbinsel.

Foto: pixabay.com

Usedom – Deutschlands zweitgrößte Insel ist mit ihrem polnischen Teil die einzige zweistaatliche Ostseeinsel. Und noch eine Besonderheit bietet sie: einerseits die herrlichen Strände, zum anderen ein Hinterland, das an manchen Orten einem Märchenidyll ähnelt.

So ist die Konzentration von Bäderorten an der Küste die eine, von den meisten Touristen bevorzugte Seite. Hier tummeln sich die Feriengäste in den Strandbädern, die sich, wie an einer Perlenkette aufgereiht, von Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin über Ückeritz, Kölpinsee, Koserow, Zempin, Zinnowitz, Trassenheide sowie Karlshagen hinziehen.

Das ist allerdings nur ein Teil der Insel. Es gibt ein Gegenstück zum Trubel, nämlich im Achterland. Hier findet man ein natürliches Refugium mit zahlreichen Besucherattraktionen. Gemeint ist der Lieper Winkel – vielleicht ein Geheimtipp für die, die nicht nur Wellen und Strandkorb wollen.

Zwischen Achterwasser und Peenestrom

Dieser beschauliche Flecken Erde ist eine Halbinsel zwischen Achterwasser und Peenestrom. Hier gibt es nur eine Handvoll Dörfer – und viel Einsamkeit, Idylle sowie endlos scheinende Felder und Wälder. Wie gemacht für alle Menschen, die im Ostseeurlaub Ruhe und Entspannung suchen oder stundenlang durch die Natur wandern oder Rad fahren wollen.

Rankwitz ist der Hauptort der Halbinsel. Hier gibt es etwa zwei Dutzend Häuser, in einem davon ist die Heimatstube untergebracht, es gibt einen Tante-Emma-Laden und zwei urige Fischgaststätten mit wenigen, aber leckeren Spezialitäten. Die sind frisch aus dem Achterwasser gezogen.

Auch am kleinen Hafen gibt es für Liebhaber erstklassigen Fisch und im Sommercafé selbst gebackenen Kuchen nach „Mutters Art“.

Ursprünglichkeit im Nachbarort Quilitz

Im Nachbarort Quilitz, einem einstigen Fischerdorf, findet man einen kleinen Touristenhafen sowie die Steilküste mit einem wunderschönen Ausblick aufs Achterwasser. Ein kleiner Sandstrand lädt außerdem zum Baden ein.
Im namensgebenden Ort Liepe befindet sich die älteste Kirche Usedoms.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das romanische Gotteshaus im Jahre 1216. Im Inneren der Kirche kann man Fresken aus dem Mittelalter bewundern und barocke Kunstwerke wie den Kanzelaltar.

Verewige dich im Lieper Winkel

Der wahrscheinlich schönste Ort des Lieper Winkels ist allerdings Grüssow mit seinen rohrgedeckten Häuschen und viel Grün drum herum. Hier gibt es fast keinen Autoverkehr, im Sommer kann der Urlauber köstliches Obst direkt von einem Hof kaufen. Von Grüssow aus lohnt sich zudem eine Wanderung um die Spitze des Lieper Winkels. Der etwa sieben Kilometer weite Weg führt direkt am Achterwasserufer entlang über Feldwege und Wanderpfade und endet auch wieder in dem Ort.

Nicht zu vergessen den Jungfernberg – 18 Meter über dem Meeresspiegel. Er besitzt alles, was einem Höhepunkt gebührt: einen ausgeschilderten Weg, eine Bank zum Verschnaufen und ein Gipfelbuch. Das befindet sich in einer kleinen Blechkiste hinter der Rückenlehne der Ruhebank. Dort kann jeder in den Eintragungen seiner Vorgänger schmökern, eigene Lyrik niederschreiben und sich so im Lieper Winkel verewigen.

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