22.800 Kilometer: Dieser Opa ist von Argentinien bis Alaska gewandert

Dieser Opa ist von Argentinien bis Alaska gewandert

Herzinfarkt, gerissene Sehne, Treffen mit Bär – dieser Marsch von der Südspitze Amerikas bis an die Nordküste hat es in sich. Wer ist der Mann, der als Erster die gesamte westliche Hemisphäre durchwanderte?

„Kurz“ vorm Ziel: Holly Harrison alias Cargo mit Krücken in Yukon im Nordwesten Kanadas.
„Kurz“ vorm Ziel: Holly Harrison alias Cargo mit Krücken in Yukon im Nordwesten Kanadas.

Foto: Facebook.com/Cargo (Screenshot)

Die Panamericana ist für viele DIE Traumstraße schlechthin. Sieben Jungs aus Lübeck haben sich zum Beispiel ihren Traum erfüllt und sind in einem umgebauten Schulbus die gut 25.000 Kilometer lange Strecke gefahren. Das ist schon ein Wahnsinnsabenteuer. Aber das ganze zu Fuß?! Holly Harrison hat es gemacht. 

Der 58-Jährige hört auf den Spitznamen Cargo und sieht aus wie jemand, mit dem man gern ein Bierchen auf der Terrasse zischen würde. Er ist frischgebackener Opa und ehemaliger Ranger der US-Armee. Ach ja, und mehr als 22.800 Kilometer gewandert ist er auch. Nicht in seinem ganzen Leben, sondern allein in den vergangenen 17,5 Monaten. 

Holly Harrison zeigt auf einer Karte seine Wanderstrecke von Argentinien nach Alaska.
Einmal die westliche Hemisphäre entlang: Die Weltkarte zeigt die enorme Länge von Holly Harrisons Wanderung. Foto: httpswww.facebook.com1054101084647244photosa.1054232874634065.1073741829.10541010846472441791701864220492type=3&theater

Cargo ist der erste Mann, der die westliche Hemisphäre durchwandert ist

Denn der 58-jährige Holly „Cargo“ Harrison hat kürzlich seine Wanderung von Ushuaia (im Süden Argentiniens) bis Prudhoe Bay (im Norden von Alaska) beendet. 

Zur Orientierung: Das ist länger als von Spitzbergen ganz im Norden Norwegens bis nach Kapstadt am südlichen Zipfel Südafrikas. Diese Entfernung beträgt nämlich (nur) rund 16.000 Kilometer Fahrtstrecke. 

Warum hat er sich für die Wahnsinnswanderung entschieden? „Weil’s noch niemand getan hat. Und es gibt nicht viele Dinge auf dieser Welt, die noch niemand zuvor gemacht hat.“ Als Vorbereitung für dieses Mammutprojekt ist Cargo mehr als ein Jahr lang mindestens 43 Kilometer gelaufen. Jeden Tag.

Während der Wanderung selbst legte Cargo durchschnittlich 45 Kilometer täglich zurück. Trotzdem konnte ihn wohl selbst das ausführliche Training nicht auf die Erfahrungen vorbereiten, die ihn erwarten sollten.

Wanderung durch Amerika: Herzinfarkt, Grizzlybär und Sehnenriss

Auf seiner Reise durch unwegsame Klimazonen erlitt der Wanderer unter anderem einen Herzinfarkt (im Dezember 2017), hatte ein angsteinflößendes Zusammentreffen mit einem Grizzlybären (im Mai, kurz vor seinem Ziel) und legte die letzten 1.600 Kilometer aufgrund der gerissenen Sehne auf Krücken zurück. 

Insgesamt war Cargo 530 Tage unterwegs. In dieser Zeit wurde er Großvater, wurde von Verwandten und Fremden begleitet (zu Fuß, im Camper und online), er wanderte durch Hitze, Schnee, Berge und Wüsten. Auf seiner Facebook-Seite hielt er seine Follower auf dem Laufenden – wenn der Handyempfang ausreichte. Wie man sich nach so einem Trip fühlt? Das erzählt Cargo dir im Video persönlich:

Trotz größter körperlicher und vermutlich auch psychischer Anstrengungen sehen wir keinen abgekämpften Mann. Stattdessen ist Cargo vor allem dankbar. Für die Unterstützung, die er auf so vielen Wegen erfahren durfte. Und dann ist da noch eine Energie und Lust aufs Leben, die so manchen Schreibtischhocker neidisch machen dürfte.

Von Argentinien nach Alaska: Die Wanderung seines Lebens

Wie fühlt er sich jetzt, nach der Wanderung seines Lebens? „Mein Körper ist so erleichtert und froh, dass es vorbei ist“, gibt er gegenüber dem „Matador Network“ zu. Aber: „Jeder andere Teil von mir ist auch ein bisschen traurig.“
Damit er (und sein Körper) dieses Abenteuer nicht so schnell vergisst, gab’s zum Abschluss ein Erinnerungstattoo: 

Was für ein cooler Typ!

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
#Trending
Zur
Startseite