Potenzielle Kunden sind im Ortszentrum von Arabba weit und breit nicht zu sehen. Das Leben spielt sich in knapp 100 Meter Entfernung ab. Tausende von Wintersportlern tragen ihre Sportgeräte über die Straße. Einige legen auf dem Weg zwischen den Liftanlagen von Porta Vescovo und Burz an schmucklosen Holzbuden eine kleine Pause ein.

Legendäre Skitour am Sella-Massiv

Bis zu 30.000 Wintersportler sind an Spitzentagen auf der legendären Skitour rund ums Sella-Massiv unterwegs. Angeschlossen an den Liftverbund von Dolomiti Superski, können Skifahrer von Arabba aus in alle Himmelsrichtungen aufbrechen und auch die Panoramapisten auf dem Gletscher der Marmolada erreichen. Und alle müssen die Straße in Arabba queren. 

Dolomiti Superski: Bester Wintersport in Italien

„An Arabba kommt keiner vorbei“, sagt Diego De Battista selbstbewusst. Der 26-Jährige steht für eine neue Generation in dem eher noch beschaulichen Dolomitendorf mit 350 Einwohnern und rund 2.500 Gästebetten. Jahrzehntelang wurden die Einwohner Arabbas von der in Südtirol beheimateten Nachbarschaft Corvara, La Villa, St. Kassian oder Wolkenstein eher belächelt.

Grund: Trotz bester Lage im Dolomitengebiet und besten Wintersportmöglichkeiten mit anspruchsvollen Pisten wurde Arabba von den anderen Orten wirtschaftlich abgehängt. Das liegt an der historischen Entwicklung. Vor ziemlich genau 100 Jahren zerstörte der Erste Weltkrieg beinahe alles Leben in De Battistas Heimatdorf.

Nach Kriegsende gehörte das Gebiet der Dolomiten zu Italien. Das Volk der Ladiner, die in fünf Tälern leben, traf es besonders hart. Die Ladinisch sprechenden Dolomitenbewohner teilte die Regierung in Rom in drei Provinzen auf: Bozen, zu dem Südtirol gehört, Trient und Belluno. Zu letzterer Provinz gehört Arabba. 

Skigebiet "Portavescovo": Der Hausberg Arabbas

1.602 Meter hoch liegt die Ortschaft Arabba im Tal von Buchenstein am Fuße des Sella-Massivs. Arabba ist als „Schneeloch“ bekannt und liegt im Herzen des Skiverbunds von Dolomiti Superski mit insgesamt 1.200 Pistenkilometern. Zwischen Pordoi Pass und Campolongo Pass stehen den Wintersportlern 31 Lifte mit rund 62 Pistenkilometern zur Verfügung.

Unter Kennern ist besonders das Skigebiet „Portavescovo“ geschätzt, der 2.600 Meter hohe Hausberg Arabbas, von welchem aus die Marmolada, Königin der Dolomiten, problemlos zu erreichen ist.