Die 10 besten Orte für Shipspotter an der Ostsee | reisereporter.de

Die 10 besten Orte zum Schiffegucken an der Ostsee

Segelschiffe, Fähren, Kreuzfahrtschiffe, Frachter: Sie sind täglich auf der Ostsee unterwegs. reisereporter und Schiffexperte Frank verrät, wo die besten Orte für Shipspotter sind – von Kiel bis St. Petersburg.

Frank Behling
Ein Top-Place für Shipspotter: Der Nord-Ostsee-Kanal.

Foto: Frank Behling

1. Hochbrücken am Nord-Ostsee-Kanal (Deutschland)

Der schnellste Weg für dicke Pötte in die Ostsee ist auch die ideale Möglichkeit, um mit den Schiffen auf Tuchfühlung zu gehen. Wer Lust hat, kann von den Hochbrücken in Grünental, Holtenau und Levensau auch direkt beim Kreuzfahrer in den Pool gucken.

Die 98 Kilometer lange Wasserstraße wird außerdem an zwölf Orten von Fähren gequert, die alle kostenlos sind und auch einen tollen Blick auf Schiffe bieten.

An der Rendsburger Eisenbahn-Hochbrücke kommen Shipspotter auf ihre Kosten.
An der Rendsburger Eisenbahn-Hochbrücke kommen Shipspotter auf ihre Kosten. Foto: Frank Behling

Den Nord-Ostsee-Kanal können Schiffe mit einer Länge von bis zu 225 Metern und einem Tiefgang von bis zu 9,5 Meter passieren. Der Kanal gilt heute auch als beliebtes Ziel für Shipspotter aus ganz Europa. Ein bekannter Treffpunkt ist dabei die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke mit der Schiffsbegrüßungsanlage.

2. Großer Belt bei Korsör (Insel Seeland, Dänemark)

Der Tiefwasserweg führt mitten durch die dänische Inselwelt. Vorbei an Korsör und Langeland fahren dort die dicksten Pötte, die in die Ostsee kommen. Vom 400 Meter langen Großcontainerfrachter über große Getreidefrachter bis hin zu Kreuzfahrtschiffen bekommst du dort sehr viel Stahl vor die Kamera.

Den besten Blick hast du von Korsör (Insel Seeland) oder von Spodsbjerg (Langeland). Der Große Belt bei Spodsbjerg ist auch der einzige Platz an der westlichen Ostsee, wo du große U-Boote und Kriegsschiffe der russischen Marine relativ nah vor die Kamera bekommst. Dort verläuft der Tiefwasserweg, den die ganz großen Schiffe nehmen, besonders nah am Ostufer der Insel Langeland.

Dort sind auch mehrmals täglich die großen russischen Öltanker mit einem Tiefgang von 13 bis 14 Metern zu sehen, die sich mit langsamer Fahrt aus der Ostsee den Weg zu Häfen in Westeuropa oder Nordamerika bahnen. Eine gute Fotoposition ist der Ort auch für die beiden Fähren der Color Line, die von Kiel nach Oslo täglich den Großen Belt nutzen.

3. Öresund bei Helsingör/Helsingborg (Dänemark)

Der schmale Seeweg liegt zwischen Dänemark und Schweden. Da im südlichen Teil des Seewegs weniger als zehn Meter Wassertiefe sind, wird der Sund nur von kleineren Schiffen genutzt. „Schiffegucken“ ist besonders gut an der Meerenge bei Helsingör/Helsingborg im Norden oder bei Dragör südlich von Kopenhagen möglich.

Bei Dragör verläuft ein Teil des Fahrwassers zudem direkt an einem feinen Sandstrand entlang. Am Öresund liegt auch Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen. Die Metropole ist mit 440 Anläufen von Traumschiffen pro Jahr auch der größte Kreuzfahrthafen der Ostsee.

Galerie: Beste Orte für Shipspotting an der Ostsee

4. Stockholm (Schweden)

Die enge Durchfahrt durch den Schärengürtel vor Stockholm bringt Liebhaber großer Pötte nah an die Objekte. Bei den engen und zum Teil sehr kurvigen Durchfahrten auf dem 60 Kilometer langen Seeweg von der offenen Ostsee bis ins Zentrum der schwedischen Hauptstadt bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für gute Fotomotive oder einfach fürs Bestaunen der großen Fähren.

Im Sommer passieren täglich zum Teil rund ein Dutzend große Fähren und Kreuzfahrtschiffe die Schären. Der beste Punkt ist dabei die alte Festung Frederiksborg an der Ochsentiefe (schwedisch Oxdjupet) zwischen den Inseln Rimdö und Värmdö.

5. Tallinn (Estland)

Die Hauptstadt Estlands ist heute der Haupthafen des Landes. Rund 300 Kreuzfahrtschiffe und zahlreiche Fähren laufen in den Sommermonaten Tallinn an. Die Stadt hat sich aber auch zu einem maritimen Schaufenster der baltischen Republik entwickelt.

Von Tallinn fahren im Stundentakt die Fähren von dort nach Helsinki oder Stockholm.
Der Fährhafen Tallinn ist einer der Häfen mit den meisten Fährabfahrten der Ostsee. Im Stundentakt fahren die Fähren von dort nach Helsinki oder Stockholm. Foto: Frank Behling

Durch die Lage an der Bucht bietet sich von vielen Punkten ein guter Blick auf ein- und auslaufende Schiffe. In den Sommermonaten ist im Hafen außerdem ein Fesselballon als Aussichtsplattform sehr beliebt. Historisch ist besonders das Seeflugzeugmuseum des Hafens zu empfehlen.

Auf dem Areal ist die Schifffahrtsgeschichte des Landes vom ersten U-Boot über den ältesten Eisbrecher bis hin zu neuen Minensuchbooten zu sehen.

6. Gdingen/Danzig (Polen)

Das Herz der polnischen Seefahrt schlägt an der Danziger Bucht. Die Werften in Danzig und Gdingen sowie die größten Containerterminals der Ostsee stehen dort. Die schönsten Plätze sind dabei die alte Festung Westerplatte in Danzig und der neue Kreuzfahrterminal Gdingen an der Einfahrt.

In Gdingen ist die Wasserfront mit den historischen Schiffen und der Hafenpromenade mit dem stolzen Großsegler „Dar Pomorza“ sehr zu empfehlen. Das 1909 in Hamburg bei Blohm + Voss gebaute Vollschiff ist eines der ältesten Segelschulschiffe an der Ostseeküste.

7. Sankt Petersburg (Russland)

Russlands größter Hafen ist für Schiffsliebhaber heute ein Reiseziel mit Komplikationen. Aufgrund der komplexen Visabestimmungen sind individuelle Ausflüge an die Newa und durch den Hafen kaum möglich. Ein Großteil des Hafens ist außerdem Sperrgebiet.

Shipspotter-Top-Platz: Sankt Petersburg in Russland.
Sechs Liegeplätze hat das neue Kreuzfahrtterminal in Sankt Petersburg. Foto: Frank Behling

Der beste Weg nach St. Petersburg ist mit dem Schiff. Mit der Fähre von Helsinki oder einem der großen Kreuzfahrtschiffe geht es bis in die Stadt, die heute drei der größten russischen Werften hat. An der Flussmündung der Newa entstehen U-Boote, Atom-Eisbrecher und Spezialschiffe.

Wer mit einem Kreuzfahrtschiff kommt, hat bei den Bootsfahrten auf der Newa die beste Chance für Fotos und Blicke auf Schiffe. Am letzten Sonntag im Juli wird dort auch die traditionelle Flottenparade abgehalten.

8. Helsinki (Finnland)

Finnlands Hauptstadt Helsinki ist inzwischen Vorbild für die Einbindung eines großen Hafens in eine Großstadt. Alle wichtigen Terminals für Fähren und Kreuzfahrer haben Anschluss ans Bus- und Straßenbahnnetz. Die Anlegestellen der großen Kreuzfahrer und Fähren liegen rund um den südlichen Rand des Stadtzentrums.

Über 200 Kreuzfahrtanläufe im Sommer und Eisbrecher mit Fähren im Winter machen Helsinki zu einem Ganzjahresziel für Freunde von Schiffen. Geheimtipp ist dabei die kleine Festungsinsel Suomenlinna oder auch Sveaborg genannt. Von dort aus hat man einen guten Blick auf Schiffe und Stadt. Die Festung ist seit 1991 Teil des Weltkulturerbes der Unesco. Dort liegt auch die „Vesikko“, eines der nur fünf finnischen Militär-U-Boote, zur Besichtigung als Museumsschiff.

9. Warnemünde (Deutschland)

Der Hafen an der Warnow bietet für Shipspotter alles, was das Herz begehrt: eine enge Hafenzufahrt bei Warnemünde, große Werften und einen Überseehafen mit vielen Frachtern und Fähren. Die besten Plätze sind in Warnemünde auf den Molen bei den Leuchttürmen oder an der Fähre zur Hohen Düne.

Wer ganz nah ran möchte, kann eine der Passagierfähren nutzen, die tagsüber zwischen Warnemünde und Rostock-Stadthafen pendeln. Die Fahrt entlang der Warnow führt an der Werft und den Kais des Überseehafens vorbei. Bei den Schiffen ist in Warnemünde alles vertreten, was den Shipspotter glücklich macht.

Fähren, Kreuzfahrer, Tanker, Massengutfrachter und Schwergutschiffe. Außerdem ist Warnemünde Hafen der Deutschen Marine und hat Liegeplätze für große Behörden- und Forschungsschiffe.

10. Klaipeda (Litauen)

Der größte Hafen Litauens ist heute eine der wichtigsten Drehscheiben im Warenverkehr für das Baltikum sowie für Russland und Weißrussland. Klaipeda ist zudem das Tor zur Kurischen Nehrung und mit einer Umschlagsleistung von über 43 Millionen Tonnen einer der größten Häfen der Ostsee.

Der Hafen liegt an der Mündung des Flusses Dange. Den schönsten Blick auf Schiffe gibt es vom Südufer bei der Fährstelle Perkele, die das Stadtzentrum mit der Kurischen Nehrung verbindet. Direkt nach Klaipeda fährt auch eine Fähre von Kiel aus. Neben den Fähren sind in dem Hafen besonders Container, Massengutfrachter und Öltanker zu sehen. Klaipeda ist einer der wichtigsten Umschlagplätze für russisches Öl, das per Pipeline aus Russland dorthin gepumpt wird.

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