Ausgerechnet zum Ferienbeginn in Frankreich rufen die Gewerkschaften CGT Cheminots und Sud Rail erneut zum Streik auf. Am Freitag und Samstag, 6. und 7. Juli, soll wieder gestreikt werden. Der Freitag in der kommenden Woche ist der letzte Schultag vor den Sommerferien für viele Schüler in Frankreich.

Erst gestern endete in Frankreich eine ganze Streikreihe

Die Züge in Frankreich könnten also ohnehin schon überfüllt sein. Wenn du am 6. und 7. Juli in Frankreich mit der Bahn unterwegs bist, solltest du dich vorher auf der Website des SNCF darüber informieren, ob dein Zug fährt.

Erst gestern endete eine ganze Streikreihe mehrerer Gewerkschaften des SNCF. Von April bis Juni streikten französische Bahnmitarbeiter an zwei Tagen pro Woche. Insgesamt gab es 36 Streiktage in den vergangenen drei Monaten.

Der Ausstand richtete sich gegen Reformen der Regierung von Präsident Macron. Er wollte den Personenverkehr dem Wettbewerb öffnen. Bisher betreibt die staatliche Bahngesellschaft SNCF beinahe den kompletten Schienenverkehr in Frankreich.

Zudem wollte die Regierung durchsetzen, dass neue Bahnmitarbeiter nicht mehr zu den gleichen Konditionen eingestellt werden wie bereits angestellte Mitarbeiter. Die genießen in Frankreich besondere Privilegien. Trotz des massiven Streiks unterschrieb Präsident Macron das Gesetz, das den Reformen den Weg ebnet, am Mittwoch.

Die anderen Gewerkschaften in Frankreich wollen nach den Ferien streiken

Nachdem das Gesetz unterschrieben war, schien der Widerstand zuerst gebrochen. Am 35. Streiktag streikten nur noch 8,4 Prozent der Bahnmitarbeiter. Im April zu Beginn der Streikreihe waren es noch fast 34 Prozent. Das berichtet das französische Auslandsfernsehen „France 24“.

Doch neben CGT Cheminots und Sud Rail geben auch die anderen Gewerkschaften des SNCF nicht auf. Sie wollen streiken, wenn die Franzosen aus den Ferien zurückkehren:

„Unsere Taktik ist es, unsere Ressourcen zu schonen, um zum Rentrée (wenn die Schule in Frankreich wieder beginnt; Anm. d. Red.) zu mobilisieren, denn die bevorstehenden Verhandlungen werden lang und komplex“, sagte Sébastien Mariani, Mitglied der Gewerkschaft CFDT, laut „France 24“.