Tourismusdirektor: „Doppeljubiläum ist Geschenk für die Stadt“

Tourismusdirektor: „Doppeljubiläum ist Geschenk für die Stadt“

Matthias Fromm, Tourismusdirektor Rostock-Warnemünde und Geschäftsführer der Rostocker Gesellschaft für Tourismus und Marketing mbH berichtet von der Bedeutung des Tourismus für die Hansestadt und neuen Medienpartnerschaften.

Kerstin Rathje-Wesselow
Matthias Fromm, Tourismusdirektor Rostock-Warnemünde und Geschäftsführer der Rostocker Gesellschaft für Tourismus und Marketing mbH.
Matthias Fromm, Tourismusdirektor Rostock-Warnemünde und Geschäftsführer der Rostocker Gesellschaft für Tourismus und Marketing mbH.

Foto: Ove Arscholl

Die Hansestadt Rostock feiert in diesem Jahr ihren 800. Geburtstag. Beim Hansetag, dem Auftakt aller Feierlichkeiten, haben Imke Mentzendorff, Geschäftsführerin der Ostsee-Zeitung, Holger Belgardt, Hansebeauftrager der Hansestadt Rostock und Veranstaltungsleiter des Internationalen Hansetages sowie Chef des Hanse Sail Büros und Matthias Fromm, Tourismusdirektor Rostock-Warnemünde und Geschäftsführer der Rostocker Gesellschaft für Tourismus und Marketing über ihre Zusammenarbeit gesprochen.

In Interviews erklären sie, welche Möglichkeiten Medienpartnerschaften bieten und wie es um den Tourismus in der Hansestadt steht.

Welche Bedeutung hat der Tourismus für die Hansestadt Rostock?
Matthias Fromm: Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Die Branche trägt einen Großteil der Wertschöpfung bei und ist eine der größten Arbeitgeber mit 15.000 Arbeitsplätzen in der Stadt. Natürlich ist Tourismus auch Imagefaktor, wenn es um Rostock als Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturzentrum im Land Mecklenburg-Vorpommern geht.

Welche Bedeutung haben solche großen Events wie Hansetag, Hanse Sail usw. für die Stadt?
Fromm: Das Doppeljubiläum 800 Jahre Hansestadt Rostock, 600 Jahre Universität sind natürlich ein Geschenk für den Tourismus in der Stadt..Wir schaffen damit Erlebnisse, die Urlauber und Gäste zu uns kommen lassen. Und deshalb freuen wir uns, dass der Internationale Hansetag die zentrale Veranstaltung des Stadtjubiläums ist.

Wir sind international wie nie. Wir haben Gäste aus 16 Nationen und das ist etwas, was wir uns für unsere Entwicklung im Tourismus wünschen, weil das eigene Erleben der Gäste vor Ort, aber auch die Ausstrahlung durch unsere Medienpartner gewaltig ist. Deshalb haben Großveranstaltungen wie der Hansetag, die Warnemünder Woche oder die Hanse Sail eine so große Bedeutung - es sind touristische Flaggschiffe.

Wie erhöht sich die Gästezahl bei solchen Events?
Fromm: Am Wochenende zum Internationalen Hansetag beispielsweise kamen 400.000 Besucher. Bei der Hanse Sail sind es rund eine Million Gäste, die wir Jahr für Jahr begrüßen. Das zeigt, dass wir an solchen Wochenenden nicht nur für Übernachtungsgäste interessant sind, sondern auch für Tagesurlauber.

Hier sprechen wir natürlich auch gezielt die Gästegruppen an, die bereits in unserem Land Urlaub machen und für diese Veranstaltungen einen Tagestrip nach Rostock planen. Da liegt sehr viel Wirtschaftskraft und Wertschöpfung drin und es hat auch eine gewisse Nachhaltigkeit, weil, so wie wir uns hier präsentieren, , wird das den einen oder anderen ein zweites Mal veranlassen, zu uns zu kommen.

Gäste aus dem In- und Ausland kommen nach Rostock. Wie ist der Trend?
Fromm: Wir sind bei unserer Gästestruktur nach wie vor traditionell. Unsere meisten Gäste kommen aus Deutschland, vorwiegend aus Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen. Das ist historisch gewachsen. Wir spüren, dass das Interesse in Süddeutschland immer größer wird.

Wir sind auch immer besser erreichbar. Ab dem Flughafen Laage gibt es eine Verbindung nach Stuttgart, Kölnund München. Das hilft uns in der touristischen Entwicklung, so dass wir hier auch spürbar mehr Gäste aus Baden-Württenmberg, Bayern, aber auch aus Nordrhein-Westfalen empfangen können.

Auch die Internationalität der Gäste nimmt zu. Derzeit haben wir einen Ausländeranteil bei den Übernachtungen von 10 Prozent. Da ist noch Luft nach oben.

Was allerdings in dieser Statistik nicht erfasst wird, sind die vielen Tagesgäste, die über die Kreuzfahrtschiffe zu uns kommen. Da haben wir Gäste aus Amerika, England, Italien, Spanien. Internationalität ist wichtig, weil gerade die ausländischen Märkte ein großes Wachstumspotenzial darstellen.

Was macht für Sie die Faszination der Stadt Rostock aus?
Fromm: Es ist die Kombination aus der 800-jährigen Hansestadt mitder Innenstadt, die mit ihrer Architektur und Backsteingotik, den imposanten Kirchen einen gewissen Charme versprüht. Es ist das Seebad Warnemünde mit dem breiten Sandstrand. Mit den vielen Veranstaltungen, die übers Jahr dort stattfinden, bietet es ein maritimes Flair und nach wie vor Fischerdorfatmosphäre.

Wenn man dann auf die andere Seite der Warnow blickt – in der Rostocker Heide haben wir auch ein wirklich großes Pfund, wenn es darum geht, Aktivurlaub naturnah zu verbringen. Und ich bin überzeugt, dass der Erfolg der Hansestadt genau diese Kombination aus allem ist. Das wollen wir natürlich auch nach draußen tragen. Die Botschaft: Rostock und Warnemünde sind ganzjährig interessant und attraktiv für einen Urlaub an der Ostseeküste.

Die Ostsee-Zeitung berichtet auf dem online-Portal "reisereporter" der Madsack Mediengruppe auch über die Hansestadt Rostock und die maritimen Events. Wie wichtig ist es aus Ihrer Sicht, dass Medien auf diese Art und Weise darüber berichten?
Fromm: Wir freuen uns über die Begleitung durch die Medien. Diese Kraft hätten wir nicht allein, die Vorzüge Rostocks als Reiseziel in den Fokus zu rücken. Darum freuen wir uns auch über die enge Partnerschaft mit der OSTSEE-ZEITUNG, mit dem "reisereporter", denn darüber bekommen wir unsere touristischen Themen auch überregional plaziert, gewinnen Wahrnehmung und damit auch neue Gäste für Rostock und Warnemünde.

Anfangs dieses Jahres haben wir uns als einziges Medienhaus auf der Internationalen Tourismusbörse präsentiert und auch unsere Region MV als Reiseziel bekannter gemacht. Welche Bedetung messen sie solchen Aktionen bei?
Die ITB 2018 war eine besondere Tourismusmesse. Mecklenburg-Vorpommern war zum ersten Mal als Bundesland Partner der der ITB und somit hat die Präsenz noch einmal mehr an Wirkung entfaltet. Als Hansestadt Rostock haben wir das genutzt, um unsere Projekte und unsere Highlights zum Jubiläumsjahr einem internationalen Publikum näher zu bringen.

Die Partnerschaft mit der OZ auf einer solch wichtigen Tourismusmesse ist bedeutend, weil wir nicht nur unsere Aktivitäten in Berlin, in die dortige Region projiziert bekommen, sondern über den "reisereporter" auch eine entsprechend weite Verbreitung in für uns interessanten Quellenmärkten erreichen. Es ist etwas, was ich mir auch für die Zukunft wünsche, dass wir diese Zusammenarbeit noch vertiefen. Ich denke, es ist zum beiderseitigen Vorteil. Jeder bringt in diese Kooperation seine Stärken ein und deshalb bin ich überzeugt davon, dass wir weiterhin viele Themen voranbringen werden.

Ein Blick in die Zukunft: Wie möchten Sie die Region touristisch noch weiter entwickeln?
Fromm: Wir haben uns durch die Tourismuskonzeption 2022 selbst Schwerpunkte auferlegt. Wir haben klare Themen identifiziert, mit denen wir im Tourismus weiter wachsen können. Erste Priorität hat im Tourismus natürlich die Qualität, denn damit können wir uns abheben, damit können wir Gäste binden.

Weiteres Thema sind unsere Anstrengungen im Gesundheitstourismus. Wir wollen Deutschlands erstes Thalasso-Seebad an der Ostsee werden. Wir haben die natürlichen Bedingungen mit der Ostsee direkt vor der Haustür. Aktivitäten, die mit Sonne, Luft und Wasser in Zusammenhang stehen, haben eine gesundheitsfördernde Wirkung. Hier haben wir viele Leistungsträger, die in diesem Bereich schon tätig sind. Wir wollen sie bündeln., um ein stärkeres Profil zu gewinnen. Wir sind daher nicht nur mit touristischen, sondern auch derzeit mit vielen medizin-therapeutischen Partnern im Gespräch, um das Profil Thalasso-Seebad mit dem Leuchtturm „Hotel Neptun Warnemünde“ entsprechend weiter zu professionalisieren.

Ein drittes Thema sind unsere Anstrengungen im Bereich der Tagungen und Kongresse. Die Hansestadt Rostock ist das Tagungs- und Kongresszentrum von MV. Wir haben beste Voraussetzungen mit der neu modernisierten Stadthalle, mit den vielen Hotels, mehr Tagungen, Kongresse und Messen hierher zu ziehen. Wir haben zu diesem Zweck am 1. Januar 2016 das Rostock Convention Büro gegründet und wollen hier einen Ansprechpartner für Unternehmen, Kongressveranstalter und Verbände etablieren, um maßgeschneiderte Angebote zu stricken, und damit Rostock für große Tagungen und Kongresse zu empfehlen.

Die Erfolge werden wir sicher auch in der OSTSEE-ZEITUNG und online auf dem "reisereporter " der Madsack Mediengruppe verfolgen können...
Fromm: Erfolge sind dazu da, um sie zu verbreiten. Und da ist es natürlich toll, wenn man solche starken Medienpartner an seiner Seite hat. Denn wir können uns hier vor Ort noch so viel Mühe geben, wenn es außerhalb keiner erfährt. Wir wollen uns erfolgreich weiterentwickeln, um das Niveau, der letzten acht Jahre zu halten. Wenn wir in der Form im Tourismus weiterhin gemeinsam zusammenarbeiten, wird uns dies auch gelingen.

Imke Mentzendorff (Geschäftsführerin der OSTSEE-ZEITUNG), Holger Bellgardt (Leiter Hanse Sail) und Matthias Fromm (Tourismusdirektor Rostock-Warnemünde) besiegeln ihre zukünftige Zusammenarbeit.
Imke Mentzendorff (Geschäftsführerin der OSTSEE-ZEITUNG), Holger Bellgardt (Leiter Hanse Sail) und Matthias Fromm (Tourismusdirektor Rostock-Warnemünde) besiegeln ihre zukünftige Zusammenarbeit. Foto: OZ

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