London: Kann eine Gaming-App gegen Overtourism helfen?

London: Kann eine App gegen Overtourism helfen?

Eine neue Gaming-App soll spielerisch dem Overtourism in London entgegenwirken. Wie das funktionieren soll und ob die App was taugt? reisereporterin Marcia hat sie für dich ausprobiert.

Das London Eye ist eine beliebte Sehenswürdigkeit bei Touristen.
Das London Eye ist eine beliebte Sehenswürdigkeit bei Touristen.

Foto: imago/M.Zettler

Die Idee der App „Play London with Mr Bean“ sei es, Besucher in der Stadt zu verteilen, um zu vermeiden, dass einzelne Orte überfüllt sind. Das berichtet zumindest das Reisenews- und Reiseforschungsunternehmen „Skift“. Wie das funktionieren soll, ist mir aber einigermaßen rätselhaft, nachdem ich die App ausprobiert habe.

Spiel startet am London Eye, einem beliebten Anlaufpunkt für Touristen

Beim Öffnen erscheint eine London-Karte vor dir. Du kannst einzelne Attraktionen oder Orte anklicken. Hinter jedem Ort versteckt sich ein Spiel, das stark an „Candy Crush“ erinnert. Zusätzlich kannst du dir eine kurze Info zu dem Ort durchlesen, hinter dem sich das Spiel versteckt.

Die Orte sind vergleichbar mit Levels. Anfangs kannst du nur einen Ort auswählen, das London Eye. Spielst du das Spiel, das sich dahinter versteckt, kannst du weitere Orte auf der Karte auswählen. Zudem sammelst du in jedem Spiel Punkte, mit denen du dir Voucher verdienen kannst; mit denen erhältst du im realen London Rabatte auf Produkte oder Dienstleistungen.

Und wie genau hilft das jetzt gegen Overtourism? Vielleicht lassen sich die Nutzer der App ja von den kleinen Infotexten, die es zu jedem Ort gibt, dazu inspirieren, diese zu besuchen. Aber: Zumindest der erste wählbare, das London Eye, ist nicht gerade ein Ort, der zusätzliche Touristenströme nötig hätte. Ganz im Gegenteil.

Ein ernst zu nehmendes Mittel gegen Overtourism ist die App nicht

Die weiterführenden Levels des Spiels befinden sich aber unter anderem an Orten wie dem Royal Observatory, das in Greenwich liegt, einem Stadtteil südöstlich der Innenstadt. Der sei bei Touristen wenig bekannt, so „Skift“. Vielleicht ziehen auch einige der Voucher, die du in Lokalen außerhalb der Innenstadt einlösen kannst, Besucher dorthin.

Aber auch unter den Vouchern gibt es jede Menge Angebote, die Touristen eher zu den überfüllten Spots in der Stadt ziehen: Einer lädt beispielsweise mit einem 2-for-1-Angebot dazu ein Madame Tussauds zu besuchen, ein anderer lockt Besucher ins Wembley-Stadion.

Mein Fazit: Auch wenn die App vielleicht ein lustiger Zeitvertreib für die London-Reise ist, mit dem du dir ein paar Vergünstigungen erspielen kannst, ein ernst zu nehmendes Mittel gegen den Overtourism stellt sie nicht dar.

Ein weiterer Minuspunkt: Wenn du deine Punkte aus den Spielen gegen Voucher eintauschen möchtest, musst du deine E-Mail-Adresse oder deinen Facebook-Account hinterlegen und willigst damit ein, dass die Betreiber der App dir Werbeangebote schicken.

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