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Warum Lübeck die schönste Stadt im Norden ist

Sie ist die Königin der Hanse, das Paradies für alle Marzipanfans und das Tor zum Norden. Doch es gibt noch viel mehr Gründe, warum du Lübeck unbedingt auf deine Bucket-List schreiben solltest.

Die Lübecker Gänge und Höfe machen die Hansestadt zu einer, wenn nicht sogar der schönsten Stadt im Norden.
Die Lübecker Gänge und Höfe machen die Hansestadt zu einer, wenn nicht sogar der schönsten Stadt im Norden.

Foto: imago/Ilva Vadone

1. Unesco-Weltkulturerbe

Ja, Lübeck ist kitschig, aber wen stört das? Denn in den schmalen Altstadtstraßen mit den prächtigen Kaufmannshäusern aus den verschiedenen Epochen, den krummen kopfsteingepflasterten Gassen und den Gängen und Höfen, die sich hinter den Fassaden der Häuser verstecken, kann man herrlich bummeln.

Dass Lübeck dabei aussieht wie eine Kulisse aus einem Kostümfilm, hat auch die Unesco erkannt. Die Hansestadt ist der erste Ort, bei dem eine ganze Altstadt zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Das ist mittlerweile 35 Jahre her. Überzeugt haben wohl nicht nur die sieben Türme, sondern auch die Bausubstanz und der planmäßig angelegte Grundriss. Der hat sich nämlich seit 1143 nicht wesentlich geändert.

2. Gänge und Höfe

Was machst du, wenn die Stadt aus allen Nähten platzt? Du greifst zum Hammer und haust schmale Durchgänge in deine Hausfront. So haben es die alten Kaufleute im 13. Jahrhundert gemacht. Irgendwo mussten die armen Tagelöhner und Handwerker ja wohnen, die den feinen Herren das Leben vereinfachten. So bauten sie einfache Buden in die Gärten, fertig war Lübecks Schattenwelt.

Dort hausten die Armen, bis ins 20. Jahrhundert ohne Anschluss an Kanalisation und Wasser. Heute sind die übrig gebliebenen 91 Gänge und Höfe liebevoll renoviert, stilvoll mit Blumenkübeln vor den Türen und Katzen in den Fenstern. Die meisten sind offen zugänglich, die Bewohner sind an Touristen gewohnt. Wer allerdings zu dreist seine Nase an fremden Fenster plattdrückt, kassiert schon mal einen Spruch.

3. Backstein

Du siehst rot? Kein Wunder: Der Baustoff, der am meisten in Lübeck verbaut wurde, ist roter Backstein. Aus wie vielen Ziegeln die Stadt besteht, weiß keiner. Es müssen Millionen sein.

Als die Stadt 1143 gegründet wurde, setzte man noch auf Holzbauten. Doch nachdem die Stadt mehrfach brannte, nahmen die Lübecker lieber Steine zum Häuslebauen. Eine kluge Entscheidung, wie sich zeigte. Und heute ist die Hansestadt das Paradebeispiel für Backsteingotik.

4. Hier kannst du alles zu Fuß erlaufen

In Paris fährt man mit der Metro von A nach B, in London ist man auf die Tube angewiesen, will man vom Buckingham Palace zum Tower. In Lübeck kannst du alles zu Fuß ablaufen. Die Altstadt ist eine Insel und misst nur knapp drei Quadratkilometer. Bevor du dich verlaufen kannst, stehst du immer an irgendeiner Wasserkante. Und wenn du nicht mehr laufen magst, kannst du dich in eines der schönen Straßencafés setzen und einfach die Augen wandern lassen.

5. Nobelpreisträger

Weimar schmückt sich mit Schiller und Goethe, Bonn ist die Geburtsstadt von Ludwig van Beethoven. Alles schön und gut, aber Lübeck war die Wirkstätte von gleich drei Nobelpreisträgern. Bäm!

Denn hier kannst du bequem erst in das Leben und Wirken vom früheren Bundeskanzler Willy Brandt eintauchen, um dich dann nur ein paar Meter weiter in den Untiefen des Schaffens von Schriftsteller Günter Grass zu verlieren. Wenn du dann noch kannst, geht es ins Buddenbrook-Haus. In dem Museum geht es um das Werk von Thomas und Heinrich Mann.

6. Mittelalter-Look

Es gibt Ecken in Lübeck, wenn man dort über das wirklich buckelige Kopfsteinpflaster stolpert und sich an den alten Backsteinwänden abstützt, um nicht hinzufallen, könnte man glauben, man sei im falschen Jahrhundert. Ein abendlicher Bummel durch das kleine Gässchen Kolk, vorbei am Theaterfigurenmuseum und im Schatten der Petrikirche, oder durch die Kleine Petersgrube versetzt dich in null Komma nichts ins Mittelalter.

Hier dringt kein Autolärm hin, denn motorisiert kommst du da ohnehin nicht lang, und die Häuser sind uralt. Kein Wunder, dass hier unter anderem Aufnahmen für den Film „Die Buddenbrooks“ gedreht wurde. Da mussten die Setdesigner nicht viel verändern.

7. Weihnachtsmarkt

Ja, Kiel ist die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein. Aber Lübeck ist die unangefochtene Weihnachtsstadt des Nordens. Jedes Jahr überzeugen sich zahlreiche Touristen aus dem Um- und Ausland davon und gehen begeistert nach Hause. Für die reisereporter hat Lübeck einen der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands.

Zwischen Ende November und Neujahr weht über der ganzen Innenstadt ein Hauch von Tannengrün und gebrannten Mandeln. Dann stellen sich die Besucher geduldig in die Schlange vor dem Heiligen-Geist-Hospital, um über den beliebten Kunsthandwerkermarkt zu schlendern. Direkt davor lockt währenddessen auf dem Koberg der Maritime Weihnachtsmarkt mit Riesenrad, Glühweinstand oder Bratwurst.

Auf dem Platz vor dem Hansemuseum steht das Weihnachtswunderland für die kleinen Besucher, inklusive Eisbahn und Wichtelwald. Zu Füßen der Marienkirche tummeln sich im Fackelschein die Schausteller des historischen Weihnachtsmarkts. Und wenn du dann noch nicht genug hast, kannst du unter dem Lichternetz auf dem Markt weiterfeiern. Dort kannst du dich zum Beispiel durch die breite Angebotspalette an Punschsorten aus mehreren Ländern probieren.

8. Am Wasser immer in der ersten Reihe

Haben wir erwähnt, dass Lübecks Altstadt eine Insel ist? Sie wird auf der einen Seite durch den Fluß Trave begrenzt, auf der anderen Seite sind der Elbe-Lübeck-Kanal und die Wakenitz. Es ist also egal, wo du langgehst, du kommst immer ans Wasser. Und daher ist es auch nicht schwer, irgendwo ein lauschiges Plätzchen zu finden, wo man in Ruhe sitzen und auf das Wasser gucken kann.

9. Ein Sonnenschein, selbst bei Regen und Schnee

Ganz ehrlich, es gibt keinen schöneren Ort als Lübeck im Sommer. Dann glüht der rote Backstein der Kirchen fast golden, die Bäume in den Parkanlagen rund um die Innenstadt rauschen und jeder, der kann, sitzt bei einem Feierabendbier an der Obertrave und sieht zu, wie die Sonne hinter den Salzspeichern und der Wallanlage untergeht.

Doch auch im Winter, wenn die Enten über die zugefrorene Trave schliddern oder wenn die Lübecker im Herbst sich unter ihren Regenschirmen verstecken, weil es schon seit Tagen regnet, hat die Stadt einen besonderen Zauber. Dann funkeln die Lichter in den Häusern ganz besonders und verströmen eine Gemütlichkeit, der man sich nicht entziehen kann. Ganz ehrlich.

10. Lübecks Skyline

Schon von der Autobahn aus siehst du die sieben Türme der Stadt. Insgesamt fünf Gotteshäuser stehen auf der Altstadtinsel und geben der Hansestadt ihr unverwechselbares Aussehen. Wenn du genau hinguckst, siehst du die Unterschiede, denn jedes Bauwerk hat seinen ganz besonderen Turm. Mit Ausnahme von St. Marien und dem Dom, denn die beiden haben gleich zwei davon.

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