Die 10 besten Sehenswürdigkeiten in Lübeck | reisereporter.de

Die 10 besten Sehenswürdigkeiten in Lübeck

875 Jahre wird Lübeck in diesem Jahr. Zeit, mal vorbeizukommen und sich umzuschauen. Bei der langen Geschichte ist die Stadt reich an Sehenswürdigkeiten. Wir sagen dir, welche du nicht verpassen darfst.

Das Holstentor ist die meistfotografierte Sehenswürdigkeit in Lübeck.
Das Holstentor ist die meistfotografierte Sehenswürdigkeit in Lübeck.

Foto: imago/Westend61

1. Das Holstentor

Das hast du doch schon mal irgendwo anders gesehen? Wahrscheinlich schleppst du es in deiner Geldbörse mit dir herum. Seit 2006 ist das Bauwerk auf der Rückseite der Zwei-Euro-Münze zu sehen. Das trutzige Backsteintor mit den zwei Türmen und kleinen Schießscharten ist mit Sicherheit das am meisten fotografierte Motiv in Lübeck und die erste Sehenswürdigkeit, an der du vorbeikommst, wenn du mit dem Zug anreist.

1478 wurde der Bau, damals der mittlere Teil einer mehrteiligen Toranlage in der Stadtmauer, fertiggestellt. Knapp vier Meter sind die Mauern teilweise dick. Im 19. Jahrhundert wollten die Stadtherren das Bollwerk einmal fast abreißen lassen, denn das Gebäude war in einem jämmerlichen Zustand. Mit einer Stimme Mehrheit entschied die Lübecker Bürgerschaft aber dagegen. Ein Glück, sonst hättest du jetzt nichts zu fotografieren. Du kannst übrigens in das Tor reingehen, heute ist dort ein Museum untergebracht. Und ja, es steht schief. Errichtet wurde das Bauwerk nämlich auf sumpfigen Untergrund.

2. Eins, zwei, viele Kirchen

Nein, du musst dir nicht alle Kirchen der Altstadt angucken. Kannst du aber, denn die sieben Türme der Skyline sind, neben dem Holstentor, eines der Erkennungsmerkmale der Stadt. Die Türme gehören zu den fünf großen Innenstadtkirchen. Richtig gezählt, es sind nur fünf Bauten, denn zwei der Backsteinprachtstücke haben gleich zwei Türme.

Und diese beiden solltest du dir wirklich anschauen. Allen voran die Marienkirche, die im Herzen und auf dem höchsten Punkt Lübecks steht. Die Kirche von 1250 war damals ein Experiment. Hält die Konstruktion oder nicht? Denn niemand hatte vorher eine Kathedrale aus Backstein gebaut.

Sie hielt. Und hält bis heute. Auch ein Bombenangriff während des Zweiten Weltkriegs, bei dem immerhin ein Fünftel der Innenstadt zerstört wurde, brachte die Marienkirche nicht komplett zum Einsturz. An diese Nacht 1942 erinnern übrigens immer noch die Glocken, die in der Kirche zu Boden krachten, zerschellten und seitdem dort liegen. Auch wenn du 2 Euro Eintritt zahlen musst, lohnt sich ein Besuch der Kirche mit ihrem 38 Meter hohen Hauptschiff, der imposanten Orgel, der astronomischen Uhr und vielem mehr.

Du kannst der Kirche sogar aufs Dach steigen, denn immer sonnabends finden die Gewölbeführungen statt, die oben im Dachreiter enden.

Auch der Dom mit seinen zwei Türmen, der auf der südlichen Spitze der Stadt steht, überstand den Krieg nicht unbeschadet. Der mächtige Backsteinbau von 1173 mit seinen mächtigen Spitzbogenfenstern, den beiden 115 Meter hohen Türmen und dem riesigen Mittelschiff war früher der Sitz der Bischöfe. Beide Türme stürzten ein und wurde erst 1982 wieder ganz fertiggestellt. Das Innere mit den mächtigen weißen Pfeilern ist um einiges schlichter als die Marienkirche, aber genauso sehenswert.

Du hast noch nicht genug von den Kirchen? Da warten noch weitere auf dich: die Jakobikirche, die Kirche der Seefahrer mit dem markanten Turm, die kleine Handwerkerkirche St. Aegidien oder St. Petri mit der Aussichtsplattform auf 50 Metern Höhe. Die lohnen sich alle, denn jede der Kirchen hat etwas Besonderes zu bieten. Und hinterher kannst du sagen: „Sieben Türme? Ich hab sie alle besucht!“

3. Das Lübecker Rathaus

Auf diesen Bau im Herzen der Stadt und in direkter Nachbarschaft zur Marienkirche sind die Lübecker besonders stolz. Denn für Jahrhunderte war dieser Backsteinbau das Herzstück der Hanse und eines der größten mittelalterlichen Rathäuser Deutschlands. Rund 300 Jahre wurde immer mal wieder an- und umgebaut. 

Stück für Stück entwickelte sich dabei das markante Rathaus mit seinem Stilmix von Gotik bis Renaissance. Im 13. und 14. Jahrhundert entstand übrigens die Schildwand mit den großen Windlöchern. „Angeberwand“ nannte man die schwarz-rote Ziegelwand früher.

Auch im Inneren ist das Rathaus sehenswert. Noch immer werden die offiziellen Besucher der Stadt im Rokoko-Audienzsaal empfangen. Bei einer Führung kann man sich den Raum angucken. Vielleicht begegnest du dabei sogar dem Bürgermeister.

4. Hansemuseum

Ein Museum nur über die Hanse? So was gibt es weltweit nur einmal: in Lübeck. Kunststück, immerhin ist die Stadt doch die Königin der Hanse, und daher ist das Thema hier gut aufgehoben. Der moderne rote Backsteinneubau im Norden der Altstadtinsel umfasst das Haupthaus am Fuß des Burghügels, das angrenzende Burgkloster und eine Ausgrabungsstätte im Keller.

Im Inneren wurden mit neuester Museumstechnik Rauminszenierungen geschaffen, die dich mitnehmen zurück ins Mittelalter. Kabinette voller Originalobjekte verstärken die Reise, und mit interaktiven Angeboten bekommt man ein umfassendes Bild der Zeit des mächtigen Handelsbundes, der über Jahrhunderte das Leben in Europa mitgeprägt hat.

5. Gänge und Höfe

Hast du gewusst, dass sich hinter den prächtigen Fassaden der großen Kaufmannshäuser eine ganz eigene Welt verbirgt? Dann guck mal genauer hin, wenn du durch die Straßen bummelst. Vielleicht fallen dir dann die kleinen Durchgänge auf. Geh ruhig rein und guck dich um. Du betrittst dann Lübecks „Schattenwelt“.

Als im 13. Jahrhundert die Stadt aus allen Nähten platzte, wurden einfach schmale Durchgänge in die Hausfronten geschlagen und die Gärten mit einfachen Buden für die Tagelöhner und Handwerker bebaut. Von den etwa 190 Gängen und Höfen gibt es heute noch 91. Wer früher dort wohnte, konnte sich nichts anderes leisten.

Bis in die 1970er-Jahre gab es in den Gängen weder Kanalisation noch Wasseranschluss. Heute ist das anders und es gilt als chic, in den kleinen, liebevoll renovierten Puppenstuben zu wohnen. Wenn du durch das Domviertel spazierst, wirf mal einen Blick in den Blohms Gang an der Obertrave. Schön ist auch Glandorps Hof in der Glockengießerstraße oder der Durchgang zwischen Aegidien- und Wahmstraße. Auch wenn du hier den Kopf einziehen musst, wenn du in den Gang willst.

7. Nobelpreisträgerhäuser

Irgendwas muss die Hansestadt ja an sich haben, denn gleich drei Nobelpreisträger sind mit Lübeck verbunden. So wurde der Schriftsteller Thomas Mann in Lübeck geboren und verbrachte hier seine Kindheit und Jugend. Für seinen Roman „Die Buddenbrooks“, einer Geschichte über eine Lübecker Kaufmannsfamilie, bekam er 1929 den Literaturnobelpreis verliehen.

In dem Buch geht es um eine Lübecker Kaufmannsfamilie, die wohl an seine eigene angelehnt ist. Dass er angeblich auch zahlreiche Lübecker zu Protagonisten seiner Geschichte machte und kein gutes Haar an der Gesellschaft ließ, nahmen die Lübecker dem berühmten Sohn der Stadt lange übel. Trotzdem findest du im Buddenbrookhaus in der Mengstraße ein Museum über das Schaffen und die Werke von Thomas und Heinrich Mann.

Als Willy Brandt 1913 in Lübeck zur Welt kam, hieß er noch Herbert Frahm und niemand ahnte, das aus dem Knirps mal der vierte Bundeskanzler Deutschlands werden sollte. Das Willy-Brandt-Haus in der Königstraße erinnert an das Leben und Schaffen dieses Politikers, dessen Leben die wechselvolle Geschichte Deutschlands und Europas im vergangenen Jahrhundert spiegelt. Die Ausstellungen mit spannenden Inszenierungen und multimedialen Informationsangeboten bieten einen faszinierenden Gang durch die Geschichte.

Der Schriftsteller Günter Grass ist zwar in Danzig geboren, lebte aber bis zu seinem Tode in der Nähe von Lübeck. Im Günter-Grass-Haus in der Glockengießerstraße befand sich das Sekretariat des Autors, der regelmäßig in dem Altstadthaus vorbeikam. Das Museum widmet sich Leben und Werk des Grafikers, Bildhauers und Nobelpreisträgers und ist ein Forum für Literatur und bildende Kunst.

Ein von @yulia.m.93 geteilter Beitrag am

8. St.-Annen-Museum

Eine Stadt, die so reich an Geschichte ist, hat natürlich auch einige Museen. Besonders sticht das Museumsquartier St. Annen in der St.-Annen-Straße hervor. Denn das Ensemble mit der markanten Backsteinmauer, an deren Ecken kleine Türme steil in den Himmel zeigen, ist ein ehemaliges Kloster.

Angebaut an das Gebäude aus dem 15. Jahrhundert ist ein moderner Neubau, der auf den Grundmauern der ehemaligen Klosterkirche steht. Auf rund 9.000 Quadratmetern Fläche, in historischen Ausstellungsräumen, Höfen, Gärten und im spätgotischen Kreuzgang, ist eine erlesene Sammlung alter und neuer Kunst und Wohnkultur untergebracht.

9. Heiligen-Geist-Hospital

Ist es eine Kirche oder ein Kloster? Nö, der prächtige rote Backsteinbau mit den vielen Türmen, markanten Spitzbogenfenstern und Giebeln unweit des Burgtors im nördlichen Teil der Innenstadt ist in Wirklichkeit eine der ältesten Sozialeinrichtungen Europas.

Gut, irgendwann in seiner Geschichte war der vordere Teil des im Stil der Backsteingotik erbauten Gebäudes tatsächlich mal eine Kirche. Das kann man nicht nur an den vielen Wandmalereien erkennen, sondern auch an dem geschnitzten Lettner. Das angrenzende Langhaus war früher ein Altersheim. Anfangs standen dort lange Reihen mit Betten, in denen die alten Lübecker – streng getrennt nach Geschlechtern – lagen. Später baute man die Karbäuschenreihen ein. Dort findet jetzt in der Vorweihnachtszeit der berühmte Kunsthandwerkermarkt statt.

10. Burgtor

Genau zwei Stadttore der alten Stadtbefestigung sind übrigg eblieben. Neben dem Holstentor steht am nördlichen Eingang in die Stadt das Burgtor. Der Backsteinbau mit dem markanten Turmhelm, und den vielen kleinen Spitzbogenfenstern ist ein echter Hingucker.

Durch die vier Maueröffnungen geht immer noch der Verkehr hindurch, wie schon im 13. Jahrhundert, als das Tor entstand – auch wenn die Karren von früher weniger Probleme hatten als so mancher Lkw-Fahrer heute, der sein Gefährt mühsam vor dem Tor wenden muss, denn große Laster passen einfach nicht durch. Die Burg, die dem Tor den Namen gab, gibt’s übrigens schon seit 800 Jahren nicht mehr. Auf den Resten wurde das Burgkloster gebaut, heute ein Teil des Hansemuseums.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
#Trending
Zur
Startseite