Nachhaltig cool: Surffestival Surfana in Holland | reisereporter.de

Cool und nachhaltig: Das Surffestival in Holland

Sorglos und gleichzeitig bedacht – so geht’s beim Surfana zu, dem nachhaltigen Surffestival. Zwischen bunten Zelten und Lagerfeuern findest du dort garantiert keinen Müll. reisereporterin Leo war vor Ort.

„Es kommt mir so vor, als treffen sich hier die lässigsten Menschen aus ganz Europa“, sagt Leo Bartsch über das Surfana.
„Es kommt mir so vor, als treffen sich hier die lässigsten Menschen aus ganz Europa“, sagt Leo Bartsch über das Surfana.

Foto: Leo Bartsch

Holland ist nicht unbedingt bekannt für seine legendären Wellen, und deshalb erwartest du folgendes Szenario vielleicht nicht in der Nähe von Amsterdam: Auf einem Gelände mitten in den Dünen bei Bloemendaal aan Zee versammeln sich Menschen, die aussehen, wie aus dem „Endless Summer“-Film entsprungen.

Sie tanzen, lachen, schnappen sich ihre Surfboards und stürzen sich in die Fluten. Bunte Zelte und kreative Bühnen prägen das Bild genauso wie VW-Busse und Lagerfeuer. Dies ist das vielleicht coolste Surf-Festival mitten in Europa – und noch ist es ein gut gehütetes Geheimnis.

reisereporterin Leo gibt dir einen Einblick in ein Wochenende auf dem Surfana, das nicht nur Spaß macht, sondern auch noch nachhaltig ist: Die Veranstalter haben sich vorgenommen, kein bisschen Müll zu produzieren! 

Auch die Schirme der Kitesurfer machen den Strand beim Surfana bunt.
Auch die Schirme der Kitesurfer machen den Strand beim Surfana bunt. Foto: Leo Bartsch

Es geht nicht um die beste Welle, es geht um eine Lebenseinstellung

Sobald ich mit offenem Fenster aus Amsterdam rausfahre, kann ich das Meer riechen. Dieser frische, salzige Duft gibt mir automatisch das Gefühl, am richtigen Ort zu sein, und schon jetzt bin ich überzeugt: Das wird ein super Wochenende!

Ich bin auf dem Weg nach Bloemendaal aan Zee, wo bereits zum sechsten Mal das Surfana-Festival stattfindet. Ein Surffestival in Holland? Klar!

Denn hier geht es nicht darum, die besten Wellen zu surfen, sondern Menschen zu begegnen, die dieselbe Vorstellung vom Leben haben, zu inspirieren, weiterzubilden und gemeinsam ein Wochenende lang ein kleines Utopia in den Dünen aufzubauen.

Surfana: Hier treffen sich die lässigsten Menschen aus Europa

Im Vergleich zu den bekannteren Festivals ist das Surfana winzig: Nur etwa 3.000 Leute haben in diesem Jahr teilgenommen. Aber genau das macht es so schön, denn das Gelände ist überschaubar, schnell lernt man Leute kennen, und es gibt kein Gedränge.

Die Festivalbesucher bestehen aus Surfern, Hippies und Familien. Es kommt mir so vor, als treffen sich hier die lässigsten Menschen aus ganz Europa.

Leo Bartsch findet das Surfana super.
Leo Bartsch findet das Surfana super. Foto: Leo Bartsch

Die Künstler, die auftreten, mischen sich unters Volk und hören sich die anderen Bands an, schlafen sogar, genau wie alle anderen, auf dem angeschlossenen Campingplatz in Zelten und Vans – so ein freundschaftlicher, ungezwungener Umgang untereinander ist schon etwas Besonderes.

Und so bunt gemischt das Publikum ist, so vielfältig ist auch das Angebot. Denn hier geht es nicht nur um Musik und Surfen, sondern um so viel mehr. In der Kids-Area wird professionell Sandkuchen gebacken, in einem Zelt gibt es Massagen, Reiki, eine Teeverkostung und sogar einen Friseur.

In einem mit Feuer beheizten Whirlpool kann man zwischendrin relaxen. An anderer Stelle erschaffen Künstler Werke zum Thema Plastikverschmutzung, die am Ende versteigert werden und viel Aufmerksamkeit erregen, und genau das sollen sie.

Das Festival bekommt Power aus grüner Energie

Nachhaltigkeit wird großgeschrieben. In den sogenannten „Clinics“ werden nicht nur Surf- und Yogakurse, Ukulelespielen und Workshops zu anderen kreativen oder inspirierenden Themen angeboten, sondern es gibt auch kollektive Beach-Clean-ups und Tipps zu einem Leben ohne Müll.

Nachhaltigkeit wird beim Surfana ganz großgeschrieben.
Nachhaltigkeit wird beim Surfana ganz großgeschrieben. Foto: Leo Bartsch

Das Festival hat sich ein großes Ziel gesetzt: ein Zero-Waste-Festival zu werden. „Wir wollen das Festival mit nichts außer grüner Energie und guten Vibes powern“, so die Veranstalter, „wir alle wollen ein gutes Leben haben, und dazu gehört auch, ohne Müll zu leben.“

Wie sie das schaffen? Auf dem Festivalgelände gibt es konsequent kein nicht wiederverwendbares Plastik, alles Essen wird auf kompostierbaren Tellern gereicht – die Kompostmaschine steht gleich um die Ecke, sodass man sich den Prozess mal von Nahem ansehen kann.

Das Surfana lebt Nachhaltigkeit

Für die Getränke gibt es ein Pfandsystem, und sogar selbst mitgebrachte Trinkflaschen sind erlaubt, die man sich kostenlos mit Wasser auffüllen lassen kann, um Plastikflaschen zu vermeiden. Für Zigarettenstummel gibt es Extrabehälter, die Filter werden recycelt und später benutzt, um 3-D-Drucker zu füttern. Einfach genial!

Sonnenuntergang an einem sauberen Strand. Das Surfana hinterlässt keinen Müll.
Sonnenuntergang an einem sauberen Strand. Das Surfana hinterlässt keinen Müll. Foto: Leo Bartsch

Daran können sich die großen Festivals ruhig ein Beispiel nehmen. Natürlich müssen die Gäste mitziehen, aber auf dem Surfana hat das schon mal gut geklappt. Zumindest für ein Wochenende haben sich alle hier den Surfana-Slogan „Choose the good life“ zu Herzen genommen.

Ich habe nicht nur ein paar unbeschwerte, unvergessliche Tage verbracht, sondern neue Impulse mitgenommen und Anregungen, wie man Nachhaltigkeit leben kann. Das Surfana macht es vor und ist damit definitiv eines der coolsten Festivals überhaupt. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei!

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