Ryanair verdächtigt die Betreiber der Flugverkehrskontrollen, die Zahlen sogar noch geschönt zu haben. Laut den Betreibern seien Unwetter die Ursache für 39 Prozent der 117.000 Verspätungen im Mai gewesen. Ryanair kommentiert das bissig: Es sei erstaunlich, dass die Unwetter hauptsächlich an Freitagen und Samstagen stattgefunden hätten.

Streiks und Fluglotsenmangel: Ryanair strich mehr als 1.000 Flüge

Der Verdacht liege daher nahe, dass die Betreiber den Personalmangel hinter Unwettern versteckten. Ryanair selbst musste im Mai mehr als 1.000 Flüge streichen. Der Grund für die meisten Streichungen waren Fluglotsenstreiks und Personalmangel bei den Flugverkehrskontrollen. 

Auch an diesem Wochenende sollen wieder Fluglotsenstreiks in Frankreich stattfinden. Der Streik würde wieder Hunderte von Flugstreichungen zur Folge haben, prophezeit Ryanair-Geschäftsführer Michael O’Leary.

„Viele dieser Flüge werden gar nicht in Frankreich starten oder landen, werden aber betroffen sein, weil die französische Flugverkehrskontrolle von den Airlines verlangen wird, Flüge zu streichen, während sie Inlandsflüge schützt“, sagt O’Leary.

Deutsche und britische Flugverkehrskontrollen sind betroffen

Zusätzlich müssten europäische Airlines Verspätungen und Flugstreichungen in Kauf nehmen, weil bei der deutschen und der britischen Flugverkehrskontrolle Personalmangel herrsche. O’Leary ruft die Regierungen von Deutschland und Großbritannien sowie die EU-Kommission dazu auf, Maßnahmen gegen den Personalmangel zu ergreifen.

Ryanair und Lufthansa erwarten im Juli und August Flugausfälle

Ansonsten würde es besonders im Juli und August zu Störungen bei Tausenden von Flügen kommen. Millionen Fluggäste könnten davon betroffen sein, prophezeit der Ryanair-Geschäftsführer.

Auch die Lufthansa ist besorgt: „In der Tendenz können wir den Eindruck von Ryanair bestätigen. Auch wir haben den Eindruck, dass die Streiks in Frankreich viele Flüge beeinträchtigen“, sagte ein Sprecher der Lufthansa dem reisereporter.