11 Schätze der Ostsee

Ob versteinerte Fossilien, Steine mit bizarren Formen oder uralte Muschelarten – an den Stränden der Ostsee findest du wahre Schmuckstücke.

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Diese Muscheln sind nur einer von vielen Schätzen, die das Meer zu bieten hat.

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1. Hühnergott

Der Hühnergott ist ein besonders beliebtes Mitbringsel vom Ostseestrand. Die einen sagen, es sei einfach ein Stein mit einem Loch. Die anderen halten das Fundstück für einen besonderen Glücksbringer, der dank seiner Form leicht als Kettenanhänger getragen werden kann.

Die Bezeichnung geht jedenfalls zurück auf einen alten slawischen Glauben, dass das Geflügel daheim vor bösen Einflüssen des Hausgeistes Kikimora mit Hilfe eines Amuletts beschützt werden könne.

 

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2. Schwertmuschel

Die Schwertmuschel ist ein Einwanderer: Vor 40 Jahren gelangten schwimmende Larven dieser Art per Schiff von Amerika in die Deutsche Bucht und konnten sich massenhaft vermehren. Alle Schwertmuscheln sind drei bis acht mal so lang wie breit und unterscheiden sich durch diese Form sehr gut von den anderen Muschelarten, die in der Ostsee zu finden sind. Hierzulande können sie bis zu 17 Zentimeter lang werden.

 

3. Baltische Plattmuschel

Diese Muschelart ist dreieckig bis oval und wird bis zu drei Zentimeter lang. Besonders auffällig ist ihre Farbe: Sie ist innen rot, rosa oder gelb, außen reicht das Farbspektrum von gelb, grün und rot bis zu braun mit Streifen. Wegen der besonderen Farbgebung wird sie auch „Rote Bohne“ genannt.

4. Versteinerter Seeigel

Dies ist ein besonders alter Fund: Die Schalenreste von Seeigeln stammen aus der Kreidezeit – und das war vor rund 70 Millionen Jahren. Charakteristisch ist die strahlenförmige Zeichnung, die von der Mitte des Fossils ausgeht. An der Unterseite von versteinerten Seeigeln sind ebenfalls Abdrücke zu finden. Abhängig vom Grad der Verwitterung ist mitunter auch noch die kalkweiße Schale des ursprünglichen Seeigelgerüsts erkennbar.

 

 

5. Herzmuschel

Die Herzmuschel zeichnet sich durch ihre sehr stabile, geriffelte Hülle aus, die weiß-bräunlich gefärbt ist. Die größten von ihnen sind etwa fünf Zentimeter lang. Ihren Namen verdankt sie ihrem Querschnitt, der an ein Herz erinnert.

 

 

6. Ostseejade

Was zunächst nach teurem Edelstein klingt, ist in Wirklichkeit eine Erscheinungsform von Calcit, auch Faserkalk genannt. Die erbsen- bis faustgroßen, gelblich-grauen bis grünen Stücke, die sich an der Ostsee finden lassen, verdanken ihren Namen ihrer samtig-glänzenden Oberfläche. Diese entsteht, wenn der Faserkalk geschliffen oder poliert worden ist. Mineralogisch hat er jedoch nichts mit der Jade zu tun. Eine weitere Bezeichnung für dieses Fundstück ist auch „Holsteiner Bernstein“.

 

 

7. Islandmuschel

Das gleichklappige, weißlich bis hellgraubraune Gehäuse der Islandmuschel wird bis zu 13 Zentimeter lang. Kleine, junge Muscheln sind eher rundlich, ältere und größere eher länglich. Die Muschel bricht zudem Rekorde: Forscher haben ein Exemplar gefunden, das mehr als 500 Jahre alt ist. Ähnlich wie bei Baumringen lässt sich das Alter über die Zuwachsstreifen auf der Schale bestimmen.

8. Bernstein

Aus Harz von Nadelbäumen ist der beliebte goldgelbe bis braune Schmuckstein vor 40 bis 50 Millionen Jahren entstanden, der nun zuweilen an die Ostseestrände gespült wird. Im Vergleich zu echten Steinen ist dieses Fundstück sehr leicht und glänzt in der Sonne. Wenn man sich nicht sicher ist, ob man tatsächlich Bernstein in den Händen hält, hilft ein einfacher Test: Man kann den Fund leicht gegen den Zahn klopfen. Bei einem weichen Ton handelt es sich wahrscheinlich um Bernstein. In salzhaltigem Wasser schwimmt das Schmuckstück zudem im Gegensatz zu anderen Steinen oben.

9. Donnerkeil

Für dieses Fundstück müssen Strandsucher schon genau hinsehen. Denn die zylindrischen, spitz zulaufenden Gebilde sind zwischen den Steinen nicht einfach zu entdecken. Ihre Bezeichnung geht auf den germanischen Gott Donar zurück, der als Wettergott der Sage nach Blitze auf die Erde schickte, die anschließend versteinerten. Tatsächlich handelt es sich bei den Donnerkeilen aber um sogenannte „Belemniten“. Das sind die fossil überlieferten Skelette von Kopffüßern, die vor 358 bis vor 65 Millionen Jahren gelebt haben.

 

 

10. Sandklaffmuschel

Die größte hier zu findende Muschel ist die Sandklaffmuschel mit weißer, eiförmiger Schale. Diese wird bis zu 15 Zentimeter breit. Da sie sonst etwa 30 Zentimeter tief im Boden steckt und ihre Feinde dort nicht mehr fürchten muss, öffnet sie leicht ihre Schalen. Durch dieses „Klaffen“ im Sand ist die Muschel zu ihrem Namen gekommen.

11. Miesmuschel

Sie ist durch ihre Farbe am Strand besonders auffällig: Sie besitzt eine blau-schwarz gefärbte Schale, welche nach vorn hin spitz zuläuft und nach hinten abgerundet ist. Ihre Länge beträgt bis zu zehn Zentimeter. Ihr Name bezieht sich nicht auf die Stimmungslage, sondern leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen ab: „Mies“ bedeutet „Moos“ und bezieht sich auf die Fäden, mit denen sich die Muschel an Steine oder Pfähle anheftet.

 

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Die Autorin
Alessandra Röder, Reporterin mit Fernweh, ist am liebsten nur mit dem Rucksack unterwegs und will vor allem tief in fremde Kulturen eintauchen. Sie schreibt seit ihrer Schulzeit üb ... mehr
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