Color-Line-Kreuzfahrt: Zwölfjähriger bekommt 12.000-Euro-Rechnung

Kreuzfahrt: Junge (12) bekommt 12.000-Euro-Rechnung

Weil sich ein Zwölfjähriger auf einer Kreuzfahrt mit seinen Eltern offenbar zu sehr gelangweilt hat, ging er mit seinem Handy online und schaute Videos. Am Ende kam die Horrorrechnung – über 12.000 Euro!

Ein Zwölfjähriger guckte während einer Kreuzfahrt mit seinem Handy Videos auf YouTube – und soll jetzt 12.000 Euro zahlen.
Ein Zwölfjähriger guckte während einer Kreuzfahrt mit seinem Handy Videos auf Youtube – und soll jetzt 12.000 Euro zahlen. (Symbolfoto)

Foto: Color Line/Anders Martinsen; imago/Thomas Eisenhuth (Fotomontage)

Ja, das war vermutlich der teuerste Familienkurzurlaub aller Zeiten: Eine Familie aus Berlin wollte gemeinsam einen entspannten Kurzurlaub auf einem Schiff der norwegischen Reederei Color Line machen, von Kiel sollte es nach Oslo gehen.

Zwölfjähriger geht auf Color-Line-Kreuzfahrt mit dem Handy ins Internet

Doch das Unterhaltungsprogramm, die zwölf Restaurants und die Sportkurse fand der Heranwachsende offenbar nicht so spannend. Also tat er, was alle Jungs in seinem Alter tun: Er schnappte sich sein Smartphone – und schaute sich ein paar Videos an.

Das Problem: Auf einem Kreuzfahrtschiff gibt es in der Regel kein normales Mobilfunknetz. Deshalb stellte das Handy eine Verbindung mit dem Mobilfunknetz des Kreuzfahrtschiffs her, das über Satellit funktioniert. Das berichtet „NDR 1 Welle Nord“.

Die neuen EU-Roamingregelungen gelten nicht auf hoher See

Und da die neuen Roamingregelungen für die hohe See nicht gelten, kam am Ende die Horrorrechnung: Der Telefonanbieter der Eltern des Zwölfjährigen forderte 12.000 Euro für 470 Megaybyte heruntergeladene Daten über Satellit.

Aus reiner Kulanz habe der Telefonanbieter den Betrag inzwischen auf 5.000 Euro reduziert. Das berichtet „NDR.de“. Aber: Die Familie will auch diese Summe nicht zahlen, hat inzwischen einen Anwalt eingeschaltet. Und der befindet die Rechnung als sittenwidrig.

Color-Line-Geschaftsführer äußert sich zur Horrorhandyrechnung

Gegenüber den „Kieler Nachrichten“ sagt Reederei-Geschäftsführer Dirk Hundertmark: „Auf unserer Internetseite weisen wir ausführlich darauf hin, dass es durch die Nutzung des Mobilfunknetzes an Bord zu unerwartet hohen Kosten kommen kann.“ Dennoch bedauere die Reederei den Vorfall auf ihrer Minikreuzfahrt.

So teuer ist Internet auf dem Kreuzfahrtschiff

Der Fall zeigt, wie teuer Internet auf einem Kreuzfahrtschiff werden kann. Denn: Die EU-Roamingverordnung greift auf hoher See nicht, dein eigentlicher Mobilfunktarif ist nicht gültig. Und den Kostenairbag nach EU-Recht, der sonst bei 59,99 Euro greift und dafür sorgt, dass dir keine Horrorrechnung ins Haus flattert, gibt es auf Kreuzfahrtschiffen nicht. Wie teuer Internet auf einem Kreuzfahrtschiff werden kann, haben wir hier detailliert für dich aufgeschrieben.

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