„Die Kiellinie ist der Spot in Kiel, der am meisten verkannt wird“, sagt Daniel Gieseler (38) von der „Fischbar“. Vier Jahre lang hatte der Imbiss der Stadt leer gestanden, bevor Gieseler ihn im Mai 2012 zusammen mit Philipp Dornberger übernommen hat. Seitdem brummt das Geschäft – „Ich würde mir aber noch mehr Belebung wünschen.“

Das sieht auch Ulf Kämpfer (45, SPD) so. Der Kieler Oberbürgermeister hofft, dass sich die „Visitenkarte“ der Stadt noch kräftig weiterentwickeln wird. Vor allem das Entrée biete noch viel Potenzial, sagt er. Er freue sich, dass die Uni das Gebäude der „Seeburg“ gerade zum wissenschaftlichen Schaufenster ausbaut und auch wieder Außengastronomie einplant. In dem einstigen Restaurant sitzt derzeit die Verwaltung der Campus Suite. Vorstellen könnte sich Ulf Kämpfer aber auch, dass auf längere Sicht die Zäune vom Seehafen entfernt werden und die Brücke abgerissen wird.

Kiel: Baden zwischen Ruderstegen?

Veränderungen kündigen sich auch im Geomar-Hochhaus mit dem dazugehörigen Aquarium an. Sobald der Neubau an der Schwentine fertig ist, ziehen die Meeresforscher aus. „Es wäre schön, wenn man dann einen neuen attraktiven Nutzer findet“, so Kämpfer. „Die Kiellinie ist wie eine Perlenkette. Ich hoffe, dass wir da in den nächsten Jahren noch die ein oder andere Perle auffädeln können.“

Vorstellbar sei auch, dass die Kieler eines Tages ganz offiziell zwischen den Ruderstegen der Kiellinie baden können. Dass es mehr Wege ins Wasser gibt. Das gelte auch für die obere Kiellinie, wo bis 2020 die Spundwand für einen zweistelligen Millionenbetrag erneuert wird. „Da wollen wir die Gelegenheit nutzen, den gesamten Bereich deutlich schöner zu machen“, so Kämpfer. In diesem Zusammenhang hat Baudezernentin Doris Grondke (parteilos) für 2019 bereits einen städtebaulichen Wettbewerb für ein „hochwertiges gestalterisches“ Gesamtkonzept an der Kiellinie in Aussicht gestellt.

Kräftig angepackt haben bereits die beiden Brüder Nils (37) und Per Drews (36) vom neu eröffneten Restaurant Lagom. „Wir glauben an den Standort“, sagt Nils Drews. „Auch im Winter.“ Da, so hoffen sie, kommen genügend Stammkunden. Aber jetzt scheint die Sonne und im „Sandhafen“, ein paar hundert Meter weiter, ist gerade der Teufel los.

Mitinhaber Bastian Brück (32): „Die Kieler Promenade ist das absolute Highlight der Stadt.“ Nur sei sie in den vergangenen Jahren „deutlich zu wenig fokussiert“ worden. Von der Stadt, aber auch von der Kultur und der Öffentlichkeit. „Hier findet einfach zu wenig statt. Das ändern wir jetzt.“

Übersicht: Alle Hotspots der Kiellinie in einer Karte