Die ersten Maschinen des Niki-Nachfolgers Laudamotion hoben im März ab, am 1. Juni trat der vollständige Sommerflugplan von Laudamotion in Kraft. Doch beim Start ruckelt es offenbar gewaltig.

344 Flüge sollten von Freitag bis Sonntag eigentlich starten – 40 Prozent davon sollte Ryanair durchführen. Doch bei 96 Verbindungen traten größere Probleme auf. 

51 von 344 Laudamotion-Flügen fielen aus

Im Detail: 51 Flüge mit dem Laudamotion-Code OE wurden gestrichen (immerhin 15 Prozent), 25 hatten mehr als drei Stunden Verspätung, und 20 wurden zu einem anderen Ankunftsflughafen umgeleitet. Dazu kommen noch eimal Dutzende weitere unpünktliche Flüge mit mehr als 15 Minuten Verspätung. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Luftverkehrsportals „airliners.de“. 

Das könnte teuer werden für Laudamotion, denn nach der EU-Fluggastrechteverordnung haben Passagier ein Anrecht auf Entschädigung (je nach Strecke zwischen 250 und 600 Euro), wenn der Flug mehr als drei Stunden verspätet ankommt oder ausfällt.

Laudamotion-Vize Andreas Gruber sagte, dass vor allem Unwetter in Süd- und Westdeutschland zu Problemen beim Umstationieren der bislang für Eurowings betriebenen Flugzeuge geführt hätten. Zudem habe es slotbedingte Umlaufverspätungen gegeben, ein Flugzeug habe technische Probleme gehabt.

Ryanair will Laudamotion komplett übernehmen

Seit Juni fliegt Ryanair mit zehn Maschinen für Laudamotion, der irische Billigflieber übenahm für den österreichischen Ferienflieger unter anderem viele der wichtigen Mallorca-Verbindungen. Laudamotion selbst hebt mit 19 eigenen Maschinen ab.

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Ryanair vorhat, Niki Laudas Fluggesellschaft komplett zu übernehmen. Zunächst kauften die Iren knapp 25 Prozent, bis Ende des Jahres sollen die Anteile auf 75 Prozent steigen.