Geschlossen sind bislang acht Flughäfen in mehreren brasilianischen Bundesstaaten: São José dos Campos, Uberlândia, Campina Grande, Juazeiro do Norte, Palmas, Imperatriz, Londrina und João Pessoa. Die Schließung verkündete der staatliche Flughafenbetreiber „Infraero“ am Dienstagabend (Ortszeit).

Diese Flughäfen sind hauptsächlich für Inlandsflüge zuständig und betreffen den internationalen Flugverkehr nicht. Ein Sprecher der Lufthansa sagte dem reisereporter, dass bisher keine Flüge der größten deutschen Airline vom Streik betroffen seien.

„Wir fliegen nur die großen Flughäfen von Rio de Janeiro und São Paulo an und können dort auch weiterhin auftanken“, so Thomas Jachnow von der deutschen Airline. Doch auch an den internationalen Flughäfen könnte die Kerosinversorgung schwierig werden.

Lkw-Fahrer blockieren weiter Autobahnen in Brasilien

Denn der Streik der Lkw-Fahrer geht weiter, seit inzwischen zehn Tagen blockieren die Trucker Autobahnen und große Industriekonzerne. Heute startet zudem ein 72-Stunden-Streik der brasilianischen Ölarbeiter, der zu weiteren Versorgungsengpässen führen könnte. Grund für den Ausstand sind die stetig steigenden Dieselpreise in Brasilien.

Streikende Trucker blockieren Autobahnen mit ihren Lkw.
Streikende Trucker blockieren Autobahnen mit ihren Lkw. Foto: imago/Agencia EFE

Lkw-Streik: Supermärkte leer, Tankstellen dicht

Momentan gebe es rund 550 Straßenblockaden, welche die Versorgung von Flughäfen, Tankstellen und Supermärkten extrem einschränken würden, berichtet die Zeitung „Folha de São Paulo“.

Seit Tagen können Supermärkte oftmals nur spärlich mit Lebensmitteln beliefert werden. In São Paulo wurde der Notstand ausgerufen.

Etliche Tankstellen sind geschlossen, weil sie kein Benzin mehr haben. An den Tankstellen, die trotz des Streiks beliefert werden können, entstehen lange Schlangen.

Sobald eine Tankstelle beliefert wurde, entstehen lange Schlangen bis auf die Straße.
Sobald eine Tankstelle beliefert wurde, entstehen lange Schlangen. Foto: imago/Fotoarena

Obwohl Präsident Michel Temer bereits eingelenkt und versprochen hat, den Dieselpreis zu korrigieren, hält der Streik weiterhin an. Der Vorsitzende der Lkw-Fahrer-Gewerkschaft, José da Fonseca Lopes, hat den Streik allerdings offiziell für beendet erklärt.

Die Streikenden, die jetzt noch auf der Straße sind, würden nicht für die Dieselpolitik, sondern für einen Umsturz der Regierung kämpfen, so Lopes.