In Deutschland können wir in fast allen Flüssen, Seen und an der Küste sorgenfrei baden. Die Europäische Umweltagentur (EUA) hat hier 2.287 Badestellen untersucht. Und von denen erfüllen immerhin 98 Prozent mindestens die EU-Mindeststandards. 91,4 Prozent haben sogar eine ausgezeichnete Wasserqualität. 

Das reicht für Deutschland im europaweiten Vergleich zwar nur für Platz sieben, ist aber immer noch überdurchschnittlich gut – demnach erfüllen insgesamt 96 Prozent der Badegewässer in Europa die Mindeststandards, 85 Prozent haben eine ausgezeichnete Qualität.

Acht Badestellen haben mangelhafte Wasserqualität

Nur acht Badestellen in Deutschland fielen bei dem Test 2017 mit einer mangelhaften Wasserqualität durch – das sind allerdings drei mehr als noch im Vorjahr. In diesen Gewässern solltest du lieber nicht baden, es treten dort gehäuft Bakterien auf.

Diese sind zwar nicht generell Krankheitserreger, sie geben aber zum Beispiel Hinweise auf Verunreinigungen durch Fäkalien. Auch erfolgen Warnungen bei massenhaftem Auftreten von Blaualgen oder Cyanobakterien, die vor allem bei hohen Wassertemperaturen im Sommer auftreten.

Diese deutschen Badestellen fielen durch:

  • Satzdorfer See, Runding (Bayern)
  • See Freigericht-Ost, Kahl am Main (Bayern)
  • Goldscheuer Badesee, Kehl (Baden-Württemberg)
  • Naturbadestelle Spreelagune, Lübben (Brandenburg)
  • Werratalsee (Südufer), Werra-Meißner-Kreis (Hessen)
  • Ostsee bei Tremt (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Blaue Adria, Großdubrau (Sachsen)
  • Strandbad Reinsdorf, Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt)

Gibt es für diese Seen Konsequenzen? Erstmal nicht. Aber die EEA empfiehlt, dass für alle Badegewässer, die in der Saison 2017 eine mangelhafte Wasserqualität aufwiesen, in der laufenden Saison 2018 ein Badeverbot verhängt oder zumindest vom Baden abgeraten wird.

Mehrere Badestellen haben außerdem nur ausreichende Qualität, das heißt sie erfüllen nur die Mindeststandards. Dort besteht zwar keine Gesundheitsgefahr, es gibt jedoch meist in der Nähe deutlich bessere Stellen zum Baden.

Diese Badestellen haben ausreichende Qualität:

  • Bockholmwik 25, Flensburger Förde (Schleswig-Holstein)
  • Schlei, Winningmay 265, Schleswig (Schleswig-Holstein)
  • Schlei, Netzetrockenplatz 287, Schleswig (Schleswig-Holstein)
  • Schlei, Schleswig Luisenbad 266 (Schleswig-Holstein)
  • Nordsee, Wesselburener Koog (Schleswig-Holstein)
  • Elbebadestelle Kollmar (Schleswig-Holstein)
  • Weserstrand Kleinensiel (Niedersachsen)
  • Weserstrand Sandstedt (Niedersachsen)
  • Elfrather See, Krefeld (Nordrhein-Westfalen)
  • Meinhardsee, Meinhard (Hessen)
  • Werratalsee Ostufer, Meinhard (Hessen)
  • Mainparksee, Aschaffenbach (Bayern)
  • Hörschwag, Lauchert (Baden-Württemberg)
  • Buesingen, Strandbad, Kreis Konstanz (Baden-Württemberg)
  • Bodensee, Campingplatz Fischbach (Baden-Württemberg)
  • Bodensee, Friedrichshafen (Baden-Württemberg)
  • Bodensee, Strandbad Eriskirch (Baden-Württemberg)
  • Schornweisach Weiher, Uehlfeld (Bayern)
  • Stausee Kelbra, Mansfeld-Südharz (Sachsen-Anhalt)
  • Süßer See Aseleben, Mansfeld-Südharz (Sachsen-Anhalt)
  • Inselsee, Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Kummerower See, Salem (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Kummerower See, Verchen (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Wieker Bodden, Wiek Hafen Bootswerft Rügen (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Ostsee, Glöwitzer Bucht Barth (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Ostsee, östlich Bootshafen Kühlungsborn (Mecklenburg-Vorpommern)

Beste Wasserqualität in Luxemburg, Malta und Zypern

Der Bericht untersucht insgesamt mehr als 21.000 Badestellen in den EU-Ländern sowie in Albanien und der Schweiz. Die beste Wasserqualität gibt’s demnach in Luxemburg, Malta und Zypern. Die meisten Badegebiete mit mangelhafter Wasserqualität findet man ausgerechnet in den drei Urlaubsländern Italien (79), Frankreich (80) und Spanien (38).

Wenn du wissen willst, wo in Europa die saubersten und dreckigsten Badestellen sind, wirf einen Blick auf die Karte der EUA.