Gewerkschaften von Flugbegleitern in den beliebten Urlaubsländern Spanien, Italien, Portugal und Belgien drohen mit Arbeitsniederlegungen im Sommer, wenn Ryanair nicht bis Ende Juni ihre Forderungen erfüllt.

Der Hintergrund: Nach Verhandlungen mit Pilotengewerkschaften, beginnt Ryanair zwar jetzt auch Gespräche mit Vertretern der Flugbegleiter. Doch denen geht das wohl nicht schnell genug. 

Die „Irish Times“ berichtet, dass die Gewerkschaften bei einem Treffen in Madrid die Forderung unterstrichen haben, dass nicht mehr alle Angestellten bei Ryanair nach irischem Recht beschäftigt sein sollen. Außerdem soll Ryanair Beschäftigte mit Leiharbeitsverträgen besserstellen.

Die Airline äußert sich nicht. Auf reisereporter-Nachfrage heißt es von Robin Kiely, Head of Communications von Ryanair: „Wir kommentieren keine Verhandlungen mit unseren Mitarbeitern.“

Drohen auch Ryanair-Streiks in Deutschland?

Die deutsche Flugbegleitergewerkschaft Ufo hatte heute die Auftaktverhandlung mit dem Low-Cost-Management der Airline in Dublin. Es sei ein erstes Abtasten gewesen, aber: „Ryanair hat sich sehr zugeknöpft gezeigt“, sagt Olaf Bödecker, Leiter Tarifpolitik der Ufo, dem reisereporter.

Die deutsche Gewerkschaft unterstütze das Vorgehen der Kollegen aus den anderen Ländern. „So weit sind wir noch nicht, aber auch unsere Geduld ist nicht endlich“, so Bödecker. Sein Kollege Nicoley Baublies, Tarifvorstand der Ufo, sagt: „Wenn sich Ryanair uns gegenüber genau so unkooperativ zeigt wie im Rest von Europa, dann können wir nicht ausschließen, dass die Lage auch in Deutschland eskaliert.“

Ryanair: Flugausfälle und Streiks prägten den vergangenen Winter

Der irische Billigflieger hatte zuletzt in mehreren Ländern Pilotengewerkschaften offiziell anerkannt. Beschäftigte in zahlreichen Ländern forderten daraufhin bessere Arbeitsbedingungen.

Bei Ryanair hatte es zuvor heftig rumort: Vor Weihnachten hatten Piloten die Arbeit niedergelegt und für die ersten Warnstreiks in der Geschichte des irischen Utnernehmens gesorgt. Zudem musste Ryanair im Herbst und Winter Tausende Flüge streichen – wegen eines Planungsfehlers beim Urlaub der Piloten.