Pilotin wird Opfer von Sexismus und kontert genial

So genial kontert diese Pilotin sexistische Sprüche

Pilotin Charlotte berichtet auf Twitter von sexistischen Kommentaren, und der Post geht viral. Wie genial sie gekontert hat und wie häufig Flugpersonal Opfer von Sexismus wird, liest du hier.

Charlotte ist stolz auf ihren Beruf als Pilotin.
Charlotte ist stolz auf ihren Beruf als Pilotin.

Foto: instagram.com/@charlottethepilot

Es sollte heutzutage normal sein, dass Frauen im Labor stehen, Flugzeuge fliegen und auf dem Bau arbeiten. Doch so laut die Gleichberechtigung auch propagiert wird, in einigen Köpfen scheint sie noch immer nicht angekommen zu sein. Das musste vergangene Woche Pilotin Charlotte aus England erleben.

„Sind Sie der Pilot? Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich nicht eingestiegen“, musste sie sich von einem Fluggast bei der Verabschiedung der Passagiere sagen lassen. Ein anderer kommentierte: „Ich werde dann wohl keine Witze über Autofahrerinnen mehr machen.“ 

Fakt ist: Ich kann einen 80-Millionen-Jet fliegen, das können Sie nicht!

Charlotte, Pilotin

Das Schlimmste: Die Pilotin scheint solche Kommentare gewohnt zu sein. Auf Twitter, wo sie auch die beiden  Kommentare in einem Post teilte, schreibt sie: „Da ich so eine Art von Humor gewohnt bin, reagierte ich professionell, lachte und fragte sie, ob sie ihren Flug genossen hätten.“

Auf Twitter kontert die Pilotin die sexistischen Kommentare souverän

Erst als ihr eine Kollegin aus der Kabinenbesatzung sagte, wie sehr sie die Kommentare geärgert hätten, begann Charlotte nachzudenken und legte nach.

Auf Twitter postete sie die Kommentare mit ihrer Antwort: „Fakt ist: Ich kann einen 80-Millionen-Jet fliegen, das können Sie nicht!“

„Es ist diese Art von Einstellung, die Frauen davon abhält, von Männern dominierte Berufe zu ergreifen. Es sollte überhaupt keine Erwähnung wert sein!!! Ich bin Pilotin, er ist Pilot. Schaut, es gibt keinen Unterschied…“, schreibt Charlotte außerdem und bekommt viel Zuspruch für ihre Posts.

„Wenn sie keine Pilotinnen mögen, dann können sie gern aussteigen und zu Fuß gehen“, schreibt eine Twitter-Nutzerin. „Ich frage mich, wie solche Menschen mit einer Chirurgin umgehen würden, die dabei ist, ihr Leben zu retten“, schreibt ein Nutzer.

Ein anderer Mann berichtet darüber, dass seine Frau, die ebenfalls Pilotin ist, sich auch häufig herablassende Kommentare über ihre Flugkünste anhören müsse.

Nicht nur Sexismus scheint Alltag zu sein, sowohl für Frauen wie auch für Männer im Flugzeug. Erst Anfang Mai veröffentlichte die amerikanische Vereinigung von Flugbegleitern „AFA“ eine Studie über die Verbreitung sexueller Belästigungen im Flugzeug.

35 Prozent der 3.500 befragten amerikanischen Flugbegleiter gaben an, im vergangenen Jahr verbal belästigt worden zu sein. Die „AFA“ befragte zu 80 Prozent weibliche und zu 20 Prozent männliche Flugbegleiter. Das entspricht dem Geschlechterverhältnis unter Flugbegleitern in den USA.

Mehr als die Hälfte der Flugbegleiter wurde schon einmal belästigt

68 Prozent sagten, sie seien während ihrer gesamten Laufbahn mindestens einmal belästigt worden. Besonders traurig: Nur sieben Prozent meldeten den Vorfall ihrem Arbeitgeber. 68 Prozent der Befragten fühlen sich von ihren Arbeitgebern bei diesem Thema alleingelassen. 

Die Lufthansa sagte dem reisereporter, dass sie keine Statistiken darüber veröffentliche, wie häufig Meldungen über sexuelle Belästigung oder sexistische Kommentare bei ihr eingingen. Der Konzern beschäftige sich intern aber intensiv mit dem Thema und gehe Meldungen immer nach. Auch bei der größten deutschen Airline scheint Sexismus ein großes Thema zu sein.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
#Trending
Zur
Startseite