Tierärztin auf Sri Lanka: Heldin der Straßenhunde | reisereporter.de

Sri Lanka: Diese Frau ist die Heldin der Straßenhunde

Sie ist jung, gut ausgebildet und würde überall einen Job finden. Stattdessen gründete Tierärztin Janey eine Hilfsorganisation für Straßenhunde auf Sri Lanka. reisereporterin Leo hat sie getroffen.

Janey kämpft auf Sri Lanka um das Leben von Straßenhunden.
Janey kämpft auf Sri Lanka um das Leben von Straßenhunden.

Foto: Leo Bartsch

Im Süden der tropischen Insel kämpft die Engländerin Janey für die vergessenen Straßenhunde, die das Bild des Landes prägen. Impfung für Impfung, Kastration für Kastration macht sie das Leben der Tiere etwas besser – sie ist eine echte Heldin.

Dabei wollte die 29-Jährige eigentlich nur mal eine Weile raus, solange sie jung ist. Etwas erleben, das über den recht behüteten, wenn auch stressigen Alltag einer Tierärztin in Europa hinausgeht.

Janey wollte nicht zurück in den Trott in Europa

Ganz uneigennützig war das nicht, denn sie war unzufrieden damit, im immer selben Trott festzuhängen und von Gehalt zu Gehalt zu leben. Also beschloss sie, ein Jahr lang nach Sri Lanka zu gehen und dort so viele Hunde wie möglich zu behandeln, aber sich gleichzeitig damit selbst etwas Gutes zu tun: die Sonne zu genießen, zu Surfen und das Land zu erkunden.

Doch die Reise im Jahr 2014 veränderte ihr Leben für immer. „Nach diesem Jahr realisierte ich: Mit all dem Wissen, was ich nun über die Zustände in anderen Ländern habe, kann ich nicht in meine kleine, behütete Blase im Westen zurückkehren“, sagt Janey.

Die Arbeit auf Sri Lanka fordert die Tierärztin jeden Tag emotional heraus

Kurzerhand gründete sie die Organisation „Wecare Worldwide“ und beschloss, nach Sri Lanka auszuwandern. Ihre Mission: Das Leben der Straßenhunde etwas erträglicher zu machen und das beste Tierkrankenhaus der Insel aufzubauen.

Ich weine wahrscheinlich jeden Tag.

Janey

Heute sagt sie: Wenn sie damals schon gewusst hätte, was alles auf sie zukommen würde, hätte sie sich mental besser vorbereitet. Neben bürokratischen Hürden ist die Arbeit vor allem emotional fordernd.

„Ich weine wahrscheinlich jeden Tag“, gibt Janey zu. Hunde seien in Sri Lanka ausgestoßen, ungeliebt und oft sehr krank. Ein herzzerreißender Zustand, der die junge Engländerin antreibt, zusammen mit ihrem Team nachhaltig etwas zu verändern.

„Das gibt mir dieses Feuer und die Motivation, alles zu tun, sodass wir auch in zwanzig Jahren noch hier sind und Hundeleben verbessern können. Mein großer Traum ist es, dass kein Tier mehr leiden muss“, sagt Janey.

Doch trotz der Befriedigung darüber, etwas Sinnhaftes zu tun, ist das Leben in Sri Lanka nicht immer leicht für Janey und ihre Helfer.

Die Vision des Tierkrankenhauses ist groß, das Budget klein

Ihre kleine Organisation ist komplett auf Spenden angewiesen, und manchmal können deshalb die Pläne nur langsam umgesetzt werden. Aber die Vision ist groß – wenn alles klappt, soll Sri Lanka nicht das einzige Land bleiben, sondern es sollen weitere Länder in Asien und Afrika folgen.

„Unser großer Traum ist es, Tierarztbehandlungen für jedes Tier anbieten zu können, egal ob es ein Straßenhund oder Haustier ist“, sagt Janey. Zusätzlich sollen weltweit weitere Krankenhäuser und Ausbildungszentren entstehen.

Um dies zu realisieren, arbeitet die Tierärztin täglich hart – und wünscht sich in schwierigen Momenten schon manchmal in ihren behüteten Alltag zu Hause zurück.

Andererseits wisse sie tief in ihrem Herzen, dass sie dort nicht mehr zufrieden wäre: „Auch wenn es schwer ist und ich nicht viel Geld habe, lebe ich ein erfülltes Leben und habe das Gefühl, dass ich meiner Bestimmung folge. Das macht mich extrem glücklich.“

Die Arbeit im Tierkrankenhaus kann sehr erfüllend sein.
Die Arbeit im Tierkrankenhaus kann sehr erfüllend sein. Foto: Leo Bartsch

Janey findet: „Wir sind keine Helden, wir sind ganz normale Menschen“

Janey ist überzeugt davon, dass jeder die Welt ein Stückchen besser machen und ihre Generation wirklich etwas verändern kann. Auf Instagram ruft sie mit dem Hashtag #beTheChange dazu auf, auch persönlich etwas beizutragen, denn: „Wenn ich das kann, kann es jeder, und es wäre toll, wenn wir alle gemeinsam etwas bewegen“, sagt sie.

Wichtig sei ihr, deutlich zu machen, dass alle bei „Wecare“ ganz normale Menschen sind, die mit ihrer Leidenschaft Großes schaffen. Sie hofft, damit als gutes Beispiel vorangehen zu können. Wir beim reisereporter finden aber: Janey ist eine echte Heldin der Straßenhunde!

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