Das Boarding am Gate kennst du bisher wahrscheinlich so: Du stehst mit den anderen Passagieren in einer langen Schlange. Das Bodenpersonal kontrolliert Bordkarte und Ausweis – und im Regelfall geht’s danach in die Maschine.

Damit könnte bald Schluss sein. Die Billig-Airline Easyjet testet gerade am Flughafen Gatwick in London ein neues Verfahren, das menschliche Kontrolle beim Boardingprozess komplett überflüssig macht.

Der Sinn dahinter: Mit dem automatisierten „Self-Boarding“ soll der Prozess beschleunigt und menschliche Fehler sollen verhindert werden, gibt der Flughafen bekannt. Erst kürzlich flog zum Beispiel eine Frau von England nach Indien, obwohl sie aus Versehen den Reisepass ihres Mannes dabeihatte.

Wie funktioniert das „Self-Boarding“?

Beim „Self-Boarding“ machst du an diversen Automaten alles selbst. Den Check-in erledigst du, wie ja bereits bei vielen Airlines üblich, online. Am Flughafen Gatwick kannst du dann dein Gepäck an einem Automaten aufgeben, an dem du deine persönlichen und deine Flugdaten eingibst. Das Gerät macht zusätzlich noch ein biometrisches Foto von dir, das später beim Boarding wieder zum Einsatz kommt.

Am Flughafen Gatwick kannst du schon seit längerem dein Gepäck ohne menschliche Hilfe an Automaten aufgeben.
Am Flughafen Gatwick kannst du schon seit längerem dein Gepäck ohne menschliche Hilfe an Automaten aufgeben. Foto: Airport Gatwick

Falls du ohne Gepäck reist, kannst du deine Daten an einem weiteren Automaten direkt am Gate eingeben. Beim Boarding gleicht eine Maschine dann diese Informationen mit deinem Reisepass, deiner Bordkarte und dem biometrischen Foto ab. Das war’s schon! Ohne ein „Kann ich noch mal den Ausweis sehen?“ oder „Guten Flug!“ bist du in der Maschine.

Laut Flughafen Gatwick würde das „Self-Boarding“ am Gate nur 20 Sekunden dauern. Das solle Wartezeiten verkürzen und die Pünktlichkeit der Abflüge erhöhen. Die Teilnahme an dem automatisierten Boarding ist freiwillig. Die Testphase für das Boarding der Zukunft soll drei Monate dauern.