Den Prozess am Flughafen kennst du wahrscheinlich bisher so: Zuerst gibst du am Check-in-Schalter dein Gepäck ab, nachdem du sehr lange in einer Schlange gestanden hast. Dann bekommst du deine Bordkarte, gehst, nachdem du lange in einer Schlange gestanden hast, durch die Sicherheitskontrolle und dann zum Boarding.

Dort stehst du mit den anderen Passagieren wieder in einer langen Schlange. Das Bodenpersonal kontrolliert Bordkarte und Ausweis – und im Regelfall geht’s danach in die Maschine.

Easyjet setzt auf Self-Boarding und Gepäck-Selbstabfertigung

Damit könnte bald Schluss sein. Die Billig-Airline Easyjet will die Abfertigung der Passagiere beschleunigen. In London hat sie dazu zum einen am Flughafen Gatwick in London ein neues Verfahren getestet, das menschliche Kontrolle beim Boarding-Prozess komplett überflüssig macht. 

Der Sinn dahinter: Mit dem automatisierten „Self-Boarding“ soll der Prozess beschleunigt und menschliche Fehler sollen verhindert werden. So flog zum Beispiel eine Frau von England nach Indien, obwohl sie aus Versehen den Reisepass ihres Mannes dabei hatte.

Easyjet: Passagiere sollen Gepäck in Schönefeld selbst abfertigen

Außerdem steht am Flughafen Gatwick die größte automatische Gepäckabfertigungsanlage Europas. Und auch in Berlin könnte dieses System Einsatz finden, denn Easyjet will dort die Gepäckabfertigung beschleunigen, berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung. Das Unternehmen sei darüber mit der Flughafengesellschaft im Gespräch, so Easyjet-Europachef Thomas Haagensen.

Am Flughafen Gatwick kannst du schon seit längerem dein Gepäck ohne menschliche Hilfe an Automaten aufgeben.
Am Flughafen Gatwick kannst du schon seit längerem dein Gepäck ohne menschliche Hilfe an Automaten aufgeben. Foto: Airport Gatwick

So funktioniert die Gepäck-Selbstabfertigung bei Easyjet

Den Check-in erledigen Passagiere, wie bereits bei vielen Airlines üblich, online. Am Flughafen Gatwick können sie dann das Gepäck an einem Automaten aufgeben, an dem sie ihre persönlichen Daten und die Flugdaten eingeben.

Sie scannen ihre Bordkarte und stellen das Gepäck aufs Förderband. Die Maschine druckt dann einen Gepäckaufkleber aus, den die Passagiere selbst an Koffer oder Tasche anbringen. Danach gibt's noch eine Bestätigung samt Infos die wichtig sind, sollte das Gepäckstück mal verloren gehen. Die Gepäckstücke durchlaufen nach der Selbstabfertigung ganz normal die Sicherheitskontrolle.

Das System sei effizienter, so Easyjet, in der gleichen Zeit können mehr Passagiere abgefertigt werden als beim herkömmlichen Check-in. Easyjet-Mitarbeiter stehen aber trotzdem bereit, um bei Problemen zu helfen.

In London geht's dann mit dem Self-Boarding weiter. Dazu macht das Gerät noch ein biometrisches Foto von den Passagieren, das beim Boarding wieder zum Einsatz kommt. Beim Boarding gleicht eine Maschine diese Informationen mit dem Reisepass, der Bordkarte und dem biometrischen Foto ab. Das war’s schon! Ohne ein „Kann ich noch mal den Ausweis sehen?“ oder „Guten Flug!“ sind die Passagiere in der Maschine.

Nach Angaben des Flughafens Gatwick würde das Self-Boarding am Gate nur 20 Sekunden dauern. Das solle Wartezeiten verkürzen und die Pünktlichkeit der Abflüge erhöhen.