Verschollen im Indischen Ozean: Es war der 8. März 2014, als Flug MH370 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking mitten in der Nacht vom Radar verschwand und ins Meer stürzte. Mehr als vier Jahre später glaubt Ex-Ermittler Larry Vance (69), endlich die Erklärung für eines der größten Mysterien der Luftfahrtgeschichte gefunden zu haben.

War der Absturz des Fluges MH370 wirklich 238-facher Mord?

Der kanadische Luftfahrtexperte ist sich sicher: Der Pilot beging Selbstmord, steuerte die Maschine absichtlich ins Meer und riss 238 Menschen mit in den Tod. So schreibt Vance es in seinem jetzt in den USA erschienenen Buch „MH370 – Mystery Solved“.

Erst Monate nach dem tragischen Unglück von 2014 wurden einige wenige Wrackteile der Boeing 777 vor der Küste Afrikas aus dem Indischen Ozean gefischt. Doch die Maschine selbst, der Flugzeugrumpf, wurde trotz einer aufwendigen, kostspieligen und über Jahre andauernden Suchaktion nie gefunden. Die Absturzursache ist bis heute nicht offiziell geklärt. War es wirklich Selbstmord des Piloten – und damit 238-facher Mord? 

Larry Vance begründet seine Theorie in seinem Buch so: Weil einige der Wrackteile, darunter die Flügelklappe, relativ gut erhalten waren, geht er davon aus, dass die Maschine nicht aus großer Höhe abstürzte, sondern gezielt, nach stundenlangem Flug, ins Meer gesteuert wurde und versank.

Fachleute bezweifeln, dass das Buch die wahre Unglücksursache aufdeckt

Vance vermutet außerdem, dass der Pilot bewusst für einen Druckabfalll in der Kabine gesorgt haben muss, sodass die Passagiere bereits kurze Zeit nach dem Start starben. Fachleute zweifeln allerdings an Vance’ Buch und dessen Interpretation der bekannten Fakten.

Peter Foley, Chefermittler von der australischen Flugsicherheitsbehörde ATSB, bezeichnete den Umstand, der Pilot habe die Maschine kontrolliert ins Meer gesteuert, als „unwahrscheinlich“. Bei einer Senatsanhörung sagte Foley am Dienstag: „Wir haben jede Menge Beweise, die dafürsprechen, dass am Ende niemand mehr die Kontrolle hatte.“ Das berichtet die australische News-Website „news.com.au“.

Gegen die Selbstmordtheorie spricht auch weiterhin, dass die Lebensumstände des Piloten Zaharie Ahmad Shah und die seines Co-Piloten Fariq Abdul Hamid bereits kurze Zeit nach dem Absturz untersucht worden waren. Demnach habe es keine Hinweise auf eine Suizidgefährdung gegeben.

Die Spekulation, es habe sich bei dem mysteriösen Absturz von Flug MH370 um einen Selbstmord des Piloten gehandelt, gehört seit Jahren zu den verbreitetsten Unglückstheorien.