Erst Ibiza, dann Mallorca, jetzt Valencia und Madrid: Die spanischen Urlaubsregionen gehen drastisch gegen die Vermietung privater Ferienwohnungen, beispielsweise über Airbnb, vor. Nachdem Airbnb und Co. in Ibiza-Stadt bereits ganz verboten und auf Mallorca ab Juli nur noch eingeschränkt möglich sind, geht es den Anbietern von Ferienwohnungen jetzt in der spanischen Hauptstadt und in Valencia an den Kragen. 

Madrid will schärfere Regeln für Vermietung einführen

In Madrid legte der Stadtrat den Entwurf einer neuen Regulierung vor, mit dem besonders die zentralen Stadtteile als Wohn- und nicht als Ferienviertel genutzt werden sollen. Auf seinem Webportal gibt der Stadtrat von Madrid an, dass im Stadtteil Centro 23 mal so viele Touristen unterkommen, wie in allen anderen Stadtteilen zusammen.

Um das in Zukunft zu ändern, sollen die Bewohner in zentralen Gegenden ihre Wohnung nicht in einen Zweitwohnsitz umtragen lassen. Zudem wird vorgeschlagen, dass nur noch Wohnungen mit eigenem Eingang vermietet werden dürfen. Zudem werden zurzeit keine neuen Lizenzen vergeben, wenn die Wohnung mehr als drei Monate im Jahr an Urlauber vermietet werden soll.

Airbnb in Valencia? Bald nur noch ohne Meerblick

Die Stadt will ein neues Gesetz erlassen, durch das in Ciutat Vella, dem historischen Stadtkern von Valencia, keine neuen Ferienwohnungen angeboten werden dürfen. Im Rest der Stadt dürften nur Wohnungen im Erdgeschoss oder dem ersten Stock eine für die Vermietung notwendige Lizenz erhalten.

Das würde im Klartext bedeuten: Keine (neuen) Ferienunterkünfte mit Meerblick und Aussicht über die Dächer der Stadt. Sandra Gómez, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt, berichtet gegenüber „The Local Spain“, mit dem neuen Gesetz könne der Stadtrat die Kontrolle über die Nutzung des Wohnraums zurückerlangen. 

Harte Strafen für Unterkünfte ohne Lizenz

Dem neuem Gesetz nach müssen in Zukunft alle Ferienunterkünfte registriert sein und eine korrekte Lizenz besitzen, die auch in der Werbung der Unterkünfte angegeben werden muss. Bei Verstoß drohen harte Strafen. Bevor die neue Regelung in Kraft tritt, muss sie jedoch von der Regionalregierung abgesegnet werden.

Bisher liege die Anzahl der Ferienwohnungen ohne richtige Genehmigung bei rund 3.500, also etwa 70 Prozent der 5.000 Ferienunterkünfte in Valencia, schätzt Gómez.