Parkticket und Co.: Mit dem Auto unterwegs in England – ein teurer Spaß

Mit dem Auto unterwegs in England – ein teurer Spaß

Meine Urlaube verbringe ich fast immer in meinem Camper-Van – nach England werde ich so schnell aber nicht wieder fahren. Warum mein Trip so viel teurer wurde als geplant, erzähle ich dir hier.

Die Suche nach einem kostenlosen Parkplatz für die Nacht gestaltete sich in Cornwall äußerst schwierig. Manchmal hat es dann aber doch geklappt.
Die Suche nach einem kostenlosen Parkplatz für die Nacht gestaltete sich in Cornwall äußerst schwierig. Manchmal hat es dann aber doch geklappt.

Foto: Justus Wildhagen

Zwölf Tage Urlaub, zwölf Tage Surfen – so lautete mein Plan im März. Mein Ziel für den Trip: Cornwall im Südwesten Englands. Mein Gefährt: mein Ford Transit Camper-Van. Mit ihm ist das Reisen in Europa immer bequem und vor allem günstig gewesen. Ich hatte nie Kosten für Unterkunft, war immer mobil und konnte dort übernachten, wo es mir am besten gefiel.

In England sollte sich dieser unbeschwerte Lifestyle jedoch ändern: Das Land zeigte sich mir von seiner Camper-feindlichen Seite.

England: Die teuersten fünf Minuten meines Lebens

Eines muss ich vorab sagen: Ich bereue diesen Trip keineswegs, denn wellentechnisch waren die zwölf Tage allererste Sahne. Es gab keinen Tag, an dem ich nicht surfen konnte. Dass sich das Ganze bei typischem England-Wetter abspielte, war auch nicht weiter schlimm. Regen gab es eigentlich jeden Tag, zum Ende des Trips schneite es sogar für drei Tage.

An den Wellen in Cornwall gab es absolut nichts auszusetzen.
An den Wellen in Cornwall gab es absolut nichts auszusetzen. Foto: Justus Wildhagen

Mehr Probleme als das Wetter machte allerdings die Parkplatzsuche. Wirklich jeder Strandparkplatz ist kostenpflichtig, und übernachten darfst du auf keinem davon. Überall stehen Hinweisschilder, die dich vor den drohenden Strafen für unerlaubtes Parken und Schlafen im Auto warnen. Eines wurde deutlich: Ein Verstoß gegen die englischen Parkplatzregeln kann teuer werden.

Ein Verstoß gegen Parkplatzregeln kann teuer werden

Irgendwie habe ich es aber die erste Woche lang geschafft, immer eine kleine Nische zum Schlafen zu finden. Meist war die zwischen zwei Parkplätzen – vermutlich in einer Grauzone der scheinbar heiligen Parkgesetze.

Als ich dann aber in die Stadt Newquay fuhr, um dort am Stadtstrand zu surfen, parkte ich für nur fünf Minuten, um von der Klippe aus einen Blick auf die Wellen zu erhaschen. Als ich zurück zum Auto ging (ich stand nur zehn Meter vom Wagen entfernt) klebte ein gelber Umschlag an der Scheibe. Parkverstoß: 100 Pfund!

Die teuersten fünf Minuten meines Lebens.

Bezahlen musst du in Cornwall für so ziemlich jeden Parkplatz. Schwarz-Parken wird richtig teuer.
Bezahlen musst du in Cornwall für so ziemlich jeden Parkplatz. Schwarz-Parken wird richtig teuer. Foto: imago/UIG

Abzocke in Newquay: 100 Pfund für fünf Minuten

Trotz dieses ziemlich teuren Maleurs lief der restliche Trip ohne weitere Verstöße, auch wenn du, streng genommen, in England nirgendwo in deinem Auto übernachten darfst, wie mir eine Politesse erklärte.

Manche Nächte habe ich sogar, ziemlich unschön, einfach in Wohngebieten an der Straße geschlafen.

Das finanzielle Highlight wartete aber auf der Rückfahrt auf mich, als ich einen Freund in London besuchen und mit meinem Camper-Van vor dessen Haustür im Stadtteil Ealing übernachten wollte.

Auf dem Weg dorthin leitete mich mein Navi ziemlich dicht am Stadtzentrum der Metropole vorbei. Dort herrscht, wie ich jetzt weiß, eine Niedrig-Emissions-Zone. Als Ausländer musst du dich, um hier langzufahren, zehn Tage im Voraus online mit deinem Kfz-Kennzeichen registrieren und eine Gebühr zahlen.

Das wusste ich leider nicht.

Ein solches Schild, das mich auf die Low-Emission-Zone in London hinweist, konnte ich nicht entdecken.
Ein solches Schild, das mich auf die Low-Emission-Zone in London hinweist, konnte ich nicht entdecken. Foto: imago/imagebroker

Die Folge war ein Brief vom „Transport of London“. Ich wurde beschuldigt, unerlaubterweise in die Zone eingefahren zu sein. Die Strafe: umgerechnet 1.800 Euro! Lächerlich hoch und vollkommen ungerechtfertigt, wie ich finde. Zusammen mit dem Parkticket aus Newquay war ich somit bei rund 1.900 Euro für zwei Verkehrsverstöße im Land der Queen.

Letztendlich blieb mir übrigens nichts anderes übrig als der Gang zum Anwalt, der sich nun für mich mit der englischen Firma und ihrer völlig übertriebenen Forderung auseinandersetzt.

Fest steht: So schnell werde ich garantiert nicht wieder nach England fahren. Zumindest nicht für einen Campingtrip mit dem eigenen Auto.

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