Reise zu den schönsten Bibliotheken der Welt | reisereporter.de

Eine Reise zu den schönsten Bibliotheken der Welt

Selbst bei bestem Wetter solltest du im Urlaub manchmal einen Abstecher nach drinnen machen: Wir zeigen die schönsten Bibliotheken weltweit: beeindruckend, ehrfurchtgebietend, historisch oder modern.

Die Bibliothek des Trinity College in Dublin.
Die Bibliothek des Trinity College in Dublin – eine der schönsten der Welt.

Foto: imago/robertharding

George Peabody Library in Baltimore

Mit seinem markant schwarz-weißen Fußboden, den schmiedeeisernen Geländern und den edlen Säulen gehört die George Peabody Library in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) definitiv zu den schönsten Bibliotheken der Welt. Der erste Probst des Institutes, Nathaniel H. Morison, bezeichnete sie gar als „Kathedrale der Bücher“. Sehr beliebt ist die Library bei Paaren, denn im Atrium können sie sogar heiraten.

Das Gebäude wurde nach den Entwürfen des Architekten Edmund G. Lind Ende des 19. Jahrhunderts gebaut – es beherbergt rund 300.000 Bücher. Geldgeber war der Wohltäter und Investmentbanker Peabody selbst. 

Die George-Peabody-Bibliothek in Baltimore.
Definitiv nicht nur etwas für Bücherfans: Die George-Peabody-Bibliothek in Baltimore. Foto: CC/Bestbudbrian

Stadtbibliothek Stuttgart

Kühl und modern erstreckt sich die Stadtbibliothek Stuttgart am Mailänder Platz über neun Stockwerke. Von außen ist kaum zu erahnen, dass sich ein architektonisches Juwel hinter der nüchternen Fassade verbirgt. Nachts wird der Quaderbau illuminiert. 

Er wurde 2011 fertiggestellt, Architekt war der Koreaner Eun Young Yi. Das Gebäude steht auf dem Gelände des Areals Stuttgart 21, deshalb wurde das Projekt auch Bibliothek 21 genannt.

Tipp: Fahr mit dem Fahrstuhl bis ganz nach oben, von dort hast du einen tollen Blick über die Stadt – und auf die Dauerbaustelle am Bahnhof gleich nebenan.

Der Galeriesaal in der Stadtbibliothek Stuttgart.
Von außen unscheinbar, von innen eine Architekturperle: Der Galeriesaal in der Stadtbibliothek Stuttgart. Foto: imago/Michael Weber

Österreichische Nationalbibliothek in Wien

Die Österreichische Nationalbibliothek liegt in der Neuen Burg am Heldenplatz in Wien. Alle in Österreich erschienenen Druckwerke werden hier gesammelt – die Nationalbibliothek verfügt über rund 4 Millionen Bücher.

Sie ist die größte des Landes und feiert 2018 ihren 650. Geburtstag. Der Barockbau wurde vom Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach entworfen. Der Prunksaal war eigens für die Hofbibliothek gebaut worden.

Der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek.
Der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Foto: imago/imagebroker

Nationalbibliothek in Paris

Die Bibliothèque nationale de France liegt zentral in Paris. Hier lagern Pflichtexemplare, also alle Druckerzeugnisse aus Frankreich. Der Gesamtbestand aus 30 Millionen Büchern und Dokumenten gilt als eine der größte Buchsammlungen der Welt – jährlich kommen etwa 150.000 Bände hinzu.

Im wunderschönen Salle Ovale von Jean-Louis Pascal (eingeweiht im Jahr 1936) befinden sich die kostbarsten Manuskripte, Kupferstiche, Karten und Fotografien aus der Sammlung.

Der Salle Oval in der Pariser Nationalbibliothek.
Der Salle Ovale ist das Herzstück der Pariser Nationalbibliothek. Foto: CC/Vincent Desjardins

Beinecke-Bibliothek in New Haven

An der Yale-Universität in New Haven ist eine der bedeutendsten Bibliotheken der USA angegliedert, die Beinecke Rare Books and Manuscript Library. Zur Sammlung gehört eine von nur noch 49 existierenden Gutenberg-Bibeln. Insgesamt enthält sie derzeit etwa 500.000 Bände und Millionen von Manuskripten.

Auch die Beinecke-Bibliothek ist von außen nicht unbedingt ein Schmuckstück, dafür von innen umso mehr. Vermontmarmor, Granit, Bronze und Glas sorgen für eine wohnliche Atmosphäre. Herz der Bibliothek ist ein sechsstöckiger Glasturm mit Bücherregalen.

Das in den 1960er-Jahren errichtete Gebäude wurde vom Architekten Gordon Bunshaft entworfen. Sie war eine Schenkung der Familie Beinecke.

Die Beinecke-Bibliothek der Yale-Universität in New Haven.
Die Beinecke-Bibliothek der Yale-Universität in New Haven. Der Mittelpunkt ist der Glasturm. Foto: CC/Lauren Manning

Nationalbibliothek in Minsk

Die Form der Nationalbibliothek von Weißrussland nennt sich Rhombenkuboktaeder, entworfen von Viktor Kramarenko und Michail Vinogradov. Das 72 Meter hohe moderne Gebäude wurde im Jahr 2006 eröffnet. Das oberste von 23 Stockwerken ist eine Aussichtplatform, die du mit einem Panoramalift erreichst.

Es gilt als nationales Identifikationssymbol, das Gebäude soll als Statement für die 1991 gewonnene Unabhängigkeit und das erstarkte Selbstbewusstsein des Landes gelten.

Die Nationalbibliothek im nächtlichen Minsk.
Ein Symbol der Unabhängigkeit: Die Nationalbibliothek in Minsk. Foto: imago/Xinhua

Rijksmuseum in Amsterdam

Die Bibliothek des Rijksmuseums in Amsterdam ist Teil des Nationalmuseums. Nach zehnjähriger Restaurantion kannst du den Pierre-Cuypers-Bau seit 2013 wieder besuchen, erstmals eröffnet wurde die Bibliothek 1885.

Der Bau besteht aus einer Kombination von Gotik- und Renaissanceelementen und enthält die größte öffentliche Forschungsbibliothek zum Thema Kunstgeschichte der Niederlande.

Die restaurierte Cuypers-Bibliothek im Rijksmuseum von Amsterdam.
Die restaurierte Cuypers-Bibliothek im Rijksmuseum von Amsterdam. Foto: imago/Martin Bäuml Fotodesign

Philologische Bibliothek der FU Berlin

Entworfen vom Architekten Lord Norman Foster und 2005 eröffnet, liegt die Bibliothek des Philologischen Instituts der Freien Universität Berlin im Ortsteil Dahlem.

Die Architektur ist angelehnt an die Form des menschlichen Gehirns – daher wurde die Bibliothek auch „The Berlin Brain“ getauft. Foster ist bekannt für seine markanten Entwürfe, er ist auch für die Glaskuppel des Reichstags, die Millenium Bridge in London und den Apple Campus in Cupertino verantwortlich. 

Neue Philologische Bibliothek der Freien Universität Berlin.
Die Neue Philologische Bibliothek der Freien Universität Berlin. Foto: imago/Bernhard Classen

Universitätsbibliothek in Dublin

Zum Trinity College in Dublin gehört auch eine ganz besondere Universitätsbibliothek. Das Highlight: 64 Meter misst der „Long Room“ mit der vertäfelten Decke und den meterhohen Regalen. Hier werden unter anderem die 200.000 ältesten Bücher der Bibliothek gelagert. 

Der „Long Room“ ist Teil der Alten Bibliothek, die 1732 vom Architekten Thomas Burgh entworfen wurde. Die Bücher wurden im Obergeschoss des Gebäudes gelagert, über einem offenen Säulengang. So sollten sie bei Hochwasser geschützt sein. 

Die markante, gewölbte Decke kam erst nach 1858 hinzu, als die Bibliothek aus Platzmangel vergrößtert wurde. Die Idee kam vom Architektenbüro Deane and Woodward.

Der „Long Room“ der Bibliothek des Trinity College.
Der „Long Room“ der Bibliothek des Trinity College. Foto: imago/robertharding

Biblioteca Joanina in Coimbra

Die opulente Biblioteca Joanina gehört zur Universität Coimbra in Portugal. Neben den literarischen Schätzen beeindruckt die Bibliothek ebenso durch die barocke Architektur mit reichen Verzierungen sowie Elementen aus Rosen- und Ebenholz.

Baumeister war João Carvalho Ferreira, fertiggestellt wurde das Gebäude im Jahr 1728. In Auftrag gegeben hatte es kein Geringerer als der damalige König von Portugal, Johann V.

Prunkvoll verziert: Die Biblioteca Joanina in Coimbra.
Prunkvoll verziert: Die Biblioteca Joanina in Coimbra. Foto: imago/AGB Photo

Stiftsbibliothek Admont

Sie gilt als die größte Klosterbibliothek der Welt: die Stiftsbibliothek Admont in der Steiermark. Die Besonderheiten: Sie ist von innen ungewöhnlich hell, zudem verschmelzen hier mehrere Kunstgattungen – Fresken, Skulpturen, Architektur, Druckwerke und Schriften – zu einer Einheit.

Außerdem ist sie besonders fortschrittlich. Barockbaumeister Josef Huber war ein Vertreter der Aufklärung: „Wie den Verstand soll auch den Raum das Licht erfüllen“, soll er gesagt haben. Vollendet wurde der Bibliothekssaal mit einem aufwendigen Kuppelfresko im Jahr 1776.

Die Stiftsbibliothek im österreichischen Admont.
Die Stiftsbibliothek im österreichischen Admont. Foto: imago stock&people

Tianjin-Binhai-Bibliothek

Die Tianjin-Binhai-Bibliothek im Südwesten von China könnte man als Bibliothek der Zukunft bezeichnen. In dem 2017 eröffneten Bauwerk mit futuristischen Formen stehen nämlich kaum echte Bücher – zumindest nicht im Eingangsbereich. Wir wissen, warum die meisten Bücher in der Bibliothek nur Fake sind

Die Tianjin-Binhai-Bibliothek in Tianjin. Hier stehen fast nur Fake-Bücher!
Die Tianjin-Binhai-Bibliothek in Tianjin. Hier stehen fast nur Fake-Bücher! Foto: imago/Xinhua

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