Der Berg Athos liegt auf der griechischen Halbinsel Chalkidiki auf der östlichsten der drei Landzungen, die sich wie Finger ins Ägäische Meer ausstrecken.

Die Halbinsel ist bei Touristen wegen ihrer bergigen Landschaft beliebt, den „Athos-Finger“ kriegen jedoch die wenigsten zu Gesicht, erst recht keine Frauen. Selbst weibliche Tiere – Katzen ausgenommen – haben keinen Zutritt. Hier herrschen Regeln wie aus einer anderen Zeit.

Die Region ist eine autonome Mönchsrepublik und aus religiösen Gründen, so die Begründung, ist nur Männern das Betreten erlaubt.

Berg Athos: Ohne Erlaubnis geht nichts

Wer über 18 Jahre alt ist, kann einen Antrag an das Pilgerbüro der Republik richten und darf dann mit etwas Glück ins Innere der Mönchsrepublik. Für den Besuch müssen die Männer aber nicht unbedingt, wie die Mönche in Athos, orthodoxe Christen sein, so „Discover Greece“.

Die Mönche auf dem Berg Athos tragen alle schwarze Kleidung und einen langen Bart.
Die Mönche auf dem Berg Athos tragen alle schwarze Kleidung und einen langen Bart. Foto: imago/imagebroker

Wer die Erlaubnis erhalten hat und den Berg betritt, tauch in eine andere Welt ein. Die Mönche leben nach dem Vorbild der byzantinischen Welt um 1.000 nach Christus und sind in mehreren Klöstern, Burderschaften und Mönchsdörfern organisiert.

Besucher können an diesem Leben teilhaben, mit den Mönchen beten, essen und arbeiten – allerdings maximal vier Tage lang, eine längere Aufenthaltsgenehmigung wird nur in Sonderfällen erteilt.

Der Garten der Jungfrau Maria

Der Berg Athos gilt in der christlichen Welt als einer der bedeutendsten Pilgerorte überhaupt. Einer Überlieferung nach sei die Jungfrau Maria während einer Schiffsreise nach Zypern in Athos gestrandet.

Die Landschaft habe ihr so gut gefallen, dass Gott ihr den Berg zum Geschenk machte. Da Maria als die reinste aller Frauen gelte und der Garten ihr gehöre, dürfe keine andere Frau nach Athos kommen, so schreibt es „Visit Athos“.

Der Gipfel des Berg Athos ist 2.033 Meter hoch – laut alter Überlieferung gehört das Gebiet der Jungfrau Maria.
Der Gipfel des Berg Athos ist 2.033 Meter hoch – laut alter Überlieferung gehört das Gebiet der Jungfrau Maria. Foto: imago/blickwinkel

Das Frauenverbot wurde mehrfach kritisiert, aber alle Versuche, es aufzuheben, scheiterten. Die Europäische Union scheiterte am Traditionsbewusstsein der Mönche, ebenso der Weltkirchenrat, der keine Entscheidungen über eine autonome Region treffen kann.