Low Budget auf Bali: So sparst du richtig Geld | reisereporter.de

Budget Travel auf Bali: So sparst du richtig

Lena und Oleg sind seit mehr als neun Monaten auf Reisen. Bei so einem langen Trip müssen die zwei natürlich aufs Geld achten. Dir verraten sie, wie du ohne fettes Konto auf Bali gut auskommst.

Lena und Oleg kommen auf Bali mit wenig Geld ziemlich gut über die Runden.
Lena und Oleg kommen auf Bali mit wenig Geld ziemlich gut über die Runden.

Foto: Lena Pres

Wir reisen seit fast neun Monaten um die Welt. Na gut, durch Asien. Leckeres Essen, freundliche Menschen, sommerliche Temperaturen und das kleine Reisebudget erleichtern uns das Reisen in asiatischen Ländern. Der ursprüngliche Zeitplan hätte uns bereits nach Australien gebracht, doch es kommt eben immer anders als geplant. Wir sind einfach zu verliebt in den Kontinent.

Gerade Südostasien macht uns das Reisen einfach, sodass wir uns gut eingelebt haben. Unser (aktuell) tägliches Reisebudget liegt bei maximal 25 Euro für zwei Personen. Das teilt sich wie folgt auf: Wir versuchen, Unterkünfte für weniger als 15 Euro die Nacht zu finden und unsere Verpflegungskosten unter 10 Euro pro Tag zu halten.

Diesen Geldbeutelumfang können wir an einem Ort gerade besonders einfach und gut umsetzen – in Canggu auf Bali. Es ist für uns bereits das dritte Mal auf der indonesischen Insel, und wir wählten sie als Ort zum Ruhen, zum Arbeiten und für das „Good Life“.

Balis kulinarische Vielfalt

Bali ist Smoothie-Bowls, Yoga im Reisfeld, Beachbars mit Hundewelpen, Tattooshops mit Surfbrettern, süße Boutiquen, Wellenparadies für Surf-Pros und immer für eine Party zu haben. Doch so einfach es ist, sich von den vielen hübschen, hippen Cafés und Restaurants verführen zu lassen, so einfach ist es auch, günstiges und gutes Essen zu finden.

Das Wort Warung ist wohl jedem Bali-Besucher ein Begriff und beschreibt ein Lokal, in dem es indonesische Küche gibt. Über die Jahre sind aus ganz einfachen Warungs, ohne Schnickschnack und Ambiente, richtige Hotspots geworden. Ein Warung kann mittlerweile auch ein cooles Restaurant sein, in dem du Pizza, Pasta und Co. bekommst.

Doch im Normalfall beschreibt es einen kleinen Laden, der ein Buffet aus indonesischen Speisen (Reis mit Hähnchen, Fisch, Gemüse, Tofu, Tempeh, Nudeln) anbietet – auch Nasi Campur genannt. Die Preise stehen nirgends, du wählst aus, was am ansprechendsten aussieht, und bezahlst, was dir die Dame am Ende als Preis nennt. Die Portionen sind häufig üppig und sehr lecker.

Wir fragen uns immer wieder, wann der Tag kommt, an dem wir dieses Essen nicht mehr sehen können – aber er scheint erst in weiter Ferne auf uns zu warten.

1. Oh, wir lieben indonesische Küche

Dieses Prinzip des Nasi Campur kann superpreiswert sein. Es gab Tage, an denen mich mein Mittagessen 12.000 IDR gekostet hat. Im Durchschnitt bezahle ich für ein Nasi-Campur-Gericht 20.000 IDR und Oleg 30.000 IDR (mehr Fleisch, mehr alles). Unsere Lieblingswarungs: Warung Ronggeng, Warung Varuna und La Pan Nam Warung.

Insgesamt kommen wir momentan durchschnittlich auf 8 Euro Verpflegungskosten pro Tag inklusive Kaffee und Eis. Wir sparen hier häufig am Abendessen, da wir eine Unterkunft gefunden haben, die uns täglich ein kostenloses Abendessen serviert.

2. Um 19.30 Uhr gibt es Abendessen – kostenlos

Das „Bali Beats“-Guesthouse besteht aus drei Locations – „Bali Beats“, „Bali Vibes“ und „Bali Dreams“. Alle drei Gästehäuser gehören einem Besitzer, und wir haben das Glück, mit ihm zusammenarbeiten zu können. Doch auch du wirst ein kostenloses Dinner bekommen.

Im „Bali Beats“-Guesthouse bekommen Lena und Oleg jeden Abend ein kostenloses Dinner.
Im „Bali Beats“-Guesthouse bekommen Lena und Oleg jeden Abend ein kostenloses Dinner. Foto: Lena Pres

Wie bei einem gemeinsamen Abendessen mit der Familie, so wird jeden Abend für alle Gäste, die sich tagsüber angemeldet haben, Essen gekocht. Und um 19.30 Uhr versammeln sich die Gäste aus allen drei Häusern, um gemeinsam zu essen – die Teller wäscht man selbst ab. Die Atmosphäre der Gästehäuser, die hauptsächlich Dorms und ein paar Privatzimmer anbieten, ist sehr familiär.

3. Wie viel kostet dein Doppelzimmer? Gar nichts

Über die Plattform „WorkAway“ haben wir uns vor unserer Reise nach Indonesien über die Möglichkeiten, umsonst auf Bali zu wohnen, informiert. Wir haben eine sehr nette Weltenbummlerin mit einem Herz für Hunde kennengelernt – Sherin. Sie rettet Straßenhunde, pflegt sie gesund und vermittelt sie weiter an Hundeliebhaber.

Wir durften sie über „WorkAway“ kennenlernen und waren begeistert von ihrer Wohltätigkeit. Du möchtest auch kostenlos auf Bali wohnen und gleichzeitig etwas Gutes tun? Sherin bietet dir einen Schlafplatz und die Möglichkeit, den ganzen Tag mit Hunden, vor allem Welpen, zu spielen.

Im „The Shack“ werden Straßenhunde gepflegt und versorgt – Hilfe ist immer willkommen.
Im „The Shack“ werden Straßenhunde gepflegt und versorgt – Hilfe ist immer willkommen. Foto: Lena Pres

Sie kann immer Hilfe gebrauchen! Wer keine Hunde mag, wird aber auch viele andere „WorkAway“-Angebote auf Bali finden – Arbeit im Hostel, Renovierungsarbeiten, Gartenarbeit, Social-Media-Tätigkeiten und so weiter.

Wir können uns gut vorstellen, dass auch Couchsurfing und Housesitting gut auf Bali funktionieren können, haben dazu aber leider keine Erfahrungswerte. Sherin hat ihre Welpen im „The Shack“ am Berawa Beach unterbringen können – die kleinen Hunde freuen sich immer über Besuch. Wie du zum Berawa Beach kommst? Am besten mit deinem eigenen Roller.

4. Rollerdeals aushandeln

Wir wussten, dass wir auf Bali für längere Zeit einen Roller mieten können, und haben dadurch einen Rabatt erhandelt. Die Mietpreise pro Tag liegen in Canggu momentan bei 50.000 IDR pro Tag (umgerechnet etwa 3 Euro).

Wir hatten gelesen, dass Reisende, die mehrere Monate auf Bali sind, einen Mietpreis von 20.000 IDR pro Tag aushandeln konnten, und versuchten unser Glück.

Der Roller ist das beste Fortbewegungsmittel auf Bali – auf den Helm solltest du aber auf keinen Fall verzichten.
Der Roller ist das beste Fortbewegungsmittel auf Bali – auf den Helm solltest du aber auf keinen Fall verzichten. Foto: Lena Pres

Nun hieß es, von einem Scooter-Rental zum anderen zu wandern und Preise zu erfragen. Wir brauchten etwa 20 Minuten, bis wir einen Roller zum Preis von 30.000 IDR pro Tag für eine Dauer von 18 Tagen bekamen.

Vermutlich hätten wir hier auch noch mehr handeln können. Also: Gib nicht zu schnell auf und miete lieber direkt einen Roller für eine Woche, anstatt jeden zweiten Tag zu verlängern.

5. Uber, Grab und GoJek

Wem Roller fahren auf Bali zu heikel ist, der kann Taxi fahren – oder Uber/Grab/GoJek. Allerdings wird das vermeintlich so einfache, unkomplizierte und vertrauenswürdige System von Uber und Co. auf Bali momentan komplizierter.

Jetzt gibt es in den touristischen Hotspots, vor allem in Gebieten, in denen viele Hotels und Gästehäuser stehen, große Schilder, die ein Pick-up-Verbot für Uber, Grab und GoJek aussprechen. Es gibt einige Grab-Fahrer, die nicht mehr nach Kuta, Seminjak und Co. fahren wollen (und deine Fahrt stornieren), und auch am Flughafen ist es schwierig, ein Uber zu bekommen.

Der Trick ist es, mit dem Fahrer in Kontakt zu treten und Drop-off- beziehungsweise Pick-up-Orte festzulegen, bei denen der Fahrer keine Sorge um Probleme mit der Taximafia hat. Erst vor Kurzem ist es uns hier passiert, dass Uber-Fahrer per Whatsapp-Nachricht den Fahrtpreis verhandelbar machen wollten, zum Beispiel bei Fahrten zum Flughafen.

6. Alltagstipps für Bali

Im Alltag erleben wir oft Momente, in denen sparen ganz einfach ist. Viele Cafés, Warungs und Unterkünfte bieten kostenloses Wasser an. Für uns spart das bei jedem Dinner ein paar Rupiah und ist ein netter Service, der auch der Umwelt zur Liebe einen Sinn ergibt.

Eine Refill-Wasserflasche wird somit auch auf Bali ein nützlicher Gegenstand auf deiner Packliste. Vor dem Abendessen versuchen wir momentan jeden Tag zum Sonnenuntergang zum Strand zu fahren. Unsere Lieblingsstrände sind der Batu Belig und der Berawa Beach.

An beiden Stränden ist es möglich, kostenlos mit dem Roller zu parken. Es gibt auch einige Strandzugänge, an denen Geld fürs Parken verlangt wird. Dies ist meist nur ein minimaler Betrag, aber auch diese kleine Ausgabe kannst du umgehen, indem du 50 Meter links, rechts, vor oder hinter dem „Payed Parking“-Abschnitt nach einer kleinen Lücke suchst.

Roller am Strand gehören definitiv zum Erscheinungsbild Balis.
Roller am Strand gehören definitiv zum Erscheinungsbild Balis. Foto: Lena Pres

Ein weiterer Hinweis: Wäsche waschen kann auf Bali sehr günstig sein. Wir haben beim Thema Laundry eine sehr weite Preisspanne von 5.000 IDR bis 35.000 IDR erfahren dürfen. Hier lohnt es sich in jedem Fall, einfach weiter ins Innere der Insel zu fahren, weg von den touristischen Gegenden um die Strände. Unsere Wäsche ist gerade in der Waschmaschine einer netten Lady, die für 7.000 IDR pro Kilo unsere Kleidung reinigt und gut riechen lässt.

Unsere Reise steht unter dem Motto Budget-Travel, weil wir mehr Luxus gar nicht benötigen. Es ist immer wieder schön, so nah am lokalen Leben zu reisen wie möglich, in Hostels die verrücktesten Geschichten zu hören und sogar langfristige Freundschaften zu knüpfen.

Es fällt uns hier in Canggu absolut nicht schwer, günstig zu leben, ganz im Gegenteil – wir trinken gern noch ein Bier zum Sonnenuntergang, befriedigen den Drang nach Süßigkeiten mit Oreos oder Eis, gönnen uns Sushi vom Supermarkt und den besten Cappuccino in ganz Canggu. Für uns fühlt sich genau dies nach dem „Good Life“ an – unser Leben auf Bali für gerade mal 9 Euro zu zweit pro Tag.

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