8 Tipps für New York: So überlebst du die U-Bahn

New Yorks Subway ist die beste Art, sich in der Stadt zu bewegen. Aber es gibt ein paar Regeln, die das Fahren in der Bahn entspannter und angenehmer machen. Halte dich besser daran!

Bildnummer: 60706035  Datum: 31.10.2013  Copyright: imago/Becker&BredelVerkleidete Menschen zu Halloween in New York City, fotografiert am Donnerstag (31.10.2013). Objekte Symbolfoto Gesellschaft USA xdp x2x 2013 quer o0  Kostm kurios Komik U-Bahn Ubahn PNV 60706035 Date 31 10 2013 Copyright Imago  Verkleidete People to Halloween in New York City photographed at Thursday 31 10 2013 Objects Symbolic image Society USA XDP x2x 2013 horizontal o0 Costume funny comic U Railway UBahn Public transport imago stock&people
Verkleidete Menschen zu Halloween in New York City

Foto: imago/Jürgen Ritter

1. Niemals Augenkontakt

Vermeide es unter fast allen Umständen, jemanden direkt anzusehen. Wenn sich Deine Blicke aus Versehen mit einem „normalen“ New Yorker kreuzen sollten, wird der sofort seinen Blick abwenden. Wenn du aber einen „verrückten“ New Yorker treffen solltest, ist ein Blickkontakt sozusagen die Einladung zum Verrücktsein. du könntest die Aufmerksamkeit eines Bibelvers-Rezitators wecken, eines Schnorrers, eines Casanovas, eines Perversen – oder einfach jemanden auf dich aufmerksam machen, der einen echt miesen Tag hat und Streit sucht.

2. ...es sei denn, du fährst auf jemanden ab

In diesem Fall solltest du ihn/sie nur weiter anstarren, wenn er/sie auch zurück starrt. Wenn du grünes Licht kriegst, halte den Augenkontakt während der U-Bahn-Fahrt aufrecht und genieße den unschuldigen Flirt – und schalte auf Craigslist eine Vermisstenanzeige, sobald du aus dem Zug raus bist. Aber Vorsicht: Meine Mitbewohnerin hat sich kürzlich mit einem Typen getroffen, den sie im L-Train aufgegabelt hatte – nur, um am zweiten Tag herauszufinden, dass er eine Freundin hatte. Wenn du also dieses Spiel spielen willst, geh lieber nicht mit zu hohen Erwartungen daran.

3. Berühre niemanden. Niemals!

Du solltest alles tun, um zu vermeiden, andere Passagiere zu berühren. Rutsche ein bisschen näher zur Sitzkante. Platziere Deine Hand so, dass sie wenigstens ein paar Zentimeter vom Nächsten entfernt ist, der sich an der Haltestange festhält. Stelle Deine Taschen auf den Boden oder vor dich hin. Leg Deine Arme und Beine an, um so wenig Platz wie möglich zu beanspruchen. Und solltest du DOCH jemand berühren, sieh zu, dass du ihn augenblicklich wieder loslässt – denn niemand möchte seinen Tag mit einer verschwitzten Achsel in seinem Gesicht oder einer Tasche, die sich in seinen Rücken bohrt, beginnen.

4. Verhalte dich nicht zu seltsam

Vor einiger Zeit hetzte ich Heiligabend zum Grand Central Terminal, um nach Hause zu fahren, als ein Typ quer durch den ganzen Wagen auf mich zulief und ein Gespräch mit mir begann, als ob wir uns längst kennen würden. Erst nach einem absurden Zehnminuten-Trip zum Union Square, als er mich schließlich nach meiner Nummer fragte, peilte ich, dass er was von mir wollte. New Yorker sind von Natur aus skeptisch, wenn Fremde derart direkt auf sie zugehen. Wenn du’s also mal in der Bahn versuchen willst, sei cool und normal.

5. Und mach die Musik leise!

Ich hörte einmal die Hälfte von Dr. Dres Debütalbum The Chronic während meiner Bahnfahrt – und das gewiss nicht freiwillig. Ein anderer Passagier hatte seine Musik so brutal aufgerissen, dass jeder im Umfeld von drei Metern jedes Wort verstehen konnte. Ab und zu kann ich Dr. Dre ganz gut ab, aber nicht morgens um 8.30 Uhr in einem überfüllten Zug. Wenn du also in der U-Bahn Musik hören willst, dann verhalte dich respektvoll gegenüber Deinen Mitreisenden und stell die Musik leise.

6. Haltet eure verdammten Beine zusammen

Meine Herren, ja, ich meine euch. Gibt es irgendeinen Grund, warum ihr eineinhalb Sitze okkupieren müsst, nur damit ihr eure Knie spreizen könnt? Erstens will das niemand sehen und zweitens könnte die alte Dame die da drüben steht, durchaus Deinen Nachbarplatz brauchen; der ist aber leider von Deinem gespreizten Bein halb blockiert. Sofern du keinen Platz für Katzen reservierst  (saving room for cats), halte also Deine Beine zusammen!

7. Falls du stehst, halte dich fest

Es sei denn, du hast ein höllisch gutes Gleichgewichtsgefühl und ausreichend Platz, um dich mit aller Kraft gegen das unausweichliche Ruckeln des Zuges zu stemmen. Sorge also dafür, dass du dich irgendwo anlehnen oder festhalten kannst, wenn du in der U-Bahn stehst. Ich habe schon häufiger den Fehler gemacht, lieber eine Surfer-Haltung einzunehmen, als mich an einer bakterienverseuchten Haltestange festzuklammern. Und ich kann euch versichern, dass es eine todsichere Methode ist, Deine Mitpendler so richtig anzukotzen, wenn du bei einem plötzlichen Ruck oder Stopp des Zuges in sie hineinfliegst. Überlass das besser anderen.

8. …aber nicht mit der bloßen Hand

New Yorks Subway fährt rund um die Uhr, das ganze Jahr über. Überleg mal, wie viele Menschen im Lauf des Tages diese Stange angefasst haben, an der du dich jetzt festhältst. Unterstelle einfach, dass Sie bakterienverseucht ist und fasse sie, wenn möglich, nur mit Ärmel oder Handschuh an. Noch besser: Leg einfach Deinen Arm um die Stange, wenn Platz genug ist, oder lehne dich gegen eine Tür oder einen Sitz.

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Der Autor
Daniel Killy, Journalist und Autor, Deutsch-Amerikaner und schon aus biographischen Gründen USA-Liebhaber und -Experte. Schreibt über US-Themen fürs Handelsblatt, die Jüdische Allg ... mehr
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