Quallenattacke am Cable Beach in Westaustralien

Quallenalarm: Giftige Attacke in Westaustralien

Die Stiche der Quallen können tödlich sein: Am Cable Beach im australischen Ort Broome ist am Mittwoch eine Schwimmerin von einer Würfelqualle gestochen worden. Der Strand wurde gesperrt.

Faszinierend, aber gefährlich – in den letzten Monaten wurden mehrfach giftige Quallen an Stränden in Australien und Europa entdeckt. (Symbolfoto)
Faszinierend, aber gefährlich – in den letzten Monaten wurden mehrfach giftige Quallen an Stränden in Australien und Europa entdeckt. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Billy Huynh

Die Frau schaffte es ohne fremde Hilfe ins Krankenhaus von Broome, ihr Zustand ist stabil. Der Strand wurde daraufhin 24 Stunden lang gesperrt, der Rettungsdienst „Surf Life Saving WA“ legte Quallennetze aus.

14-Jährige nach Quallenstich in künstliches Koma versetzt

Es ist der zweite Vorfall innerhalb eines Monats: Am Ostersonntag wurde eine 14-Jährige an der Küste der Region Pilbara, zu der auch Broome gehört, von einer giftigen Qualle gestochen.

Sie überlebte die Attacke, musste aber für mehrere Tage in ein künstliches Koma versetzt werden und verbrachte zwei Wochen im Krankenhaus. Das berichtet die australische Ausgabe des Nachrichtensenders „ABC“. 

Personen, die von einer Würfelqualle gestochen werden, bekommen in der Regel starke Krämpfe und Schmerzen. Der Stich wird häufig nicht sofort bemerkt, warnt die Grafschaft Broome, da die Symptome erst 20 bis 30 Minuten nach dem Stich eintreten.

Die Würfelquallen sind bisher nur wenig erforscht

Die Quallen sind nur ein bis zwei Zentimeter groß und im Wasser nur schlecht zu sehen. Ihre Körper sind übersät von Stichzellen. Eine Berührung ist daher immer gefährlich, egal ob Körper oder Tentakel berührt werden. Dann sollte sofort ein Notruf abgesetzt und die Kontaktstelle mit Essig gespült werden, rät die Grafschaft.

Ob das tatsächlich hilft, ist aber umstritten. „Das Problem, das wir mit den Würfelquallen haben, ist, dass wir nicht genug über sie wissen“, sagte Jamie Seymour, Professor der James Cook University. 

Die gefährlichen Quallen sind selten. Es gibt nur zwei erfasste Vorfälle, die tödlich endeten, „aber die große Mehrheit der Menschen, die gestochen werden, landen mit höllischen Schmerzen im Krankenhaus“, so der Professor.

Giftige Quallen in Europa

Auch in Europa gibt es giftige Quallen. Erst im März wurden zum ersten Mal seit fünf Jahren sogenannte Portugiesische Galeeren vor Stränden auf den kanarischen Inseln Lanzarote und La Graciosa entdeckt. Der Kontakt mit ihnen ist ebenfalls sehr schmerzhaft und kann bei Allergikern im schlimmsten Fall bis zum Tod führen.

Falls du von einer Portugiesischen Galeere gestochen wirst, solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Der Inselrat von Lanzarote rät dazu, die Kontaktstelle als Erstes mit einer Kochsalzlösung oder sauberem Meerwasser zu waschen. Wenn kein Rettungsdienst in der Nähe ist, solltest du übrige Tentakel selbst mit einer Pinzette von der Haut entfernen.

Um den Schmerz zu lindern, kannst du die Kontaktstelle kühlen. Sie sollte dabei aber nicht in direkten Kontakt mit Eis, dem Kühlpad oder einem Handtuch kommen. Um gar nicht erst gestochen zu werden, sollten Strandbesucher Warnungen auf Schildern, durch Flaggen oder über Megafon an den Stränden ernst nehmen.

Schön aber gefährlich – der Kontakt mit einer Portugiesischen Galeere ist äußerst schmerzhaft.
Schön, aber gefährlich – der Kontakt mit einer Portugiesischen Galeere ist äußerst schmerzhaft. Foto: imago/blickwinkel

So erkennst du die giftigen Quallen

Portugiesische Galeeren sind ganz einfach an ihrem violetten Kamm und einer mit Gas gefüllten Blase zu erkennen, die auf der Wasseroberfläche treibt. 

Weltweit kommen Badende tatsächlich äußerst selten in gefährliche Situationen mit Quallen. Das teilt das Unternehmen A3M, das Frühwarn-, Informations- und Kommunikationssysteme für das Krisenmanagement entwickelt, in einer Pressemitteilung anlässlich der Quallensichtungen auf den Kanarischen Inseln mit. 

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