9 Gründe für einen Trip nach New York

New York City – das ist Staunen und Spektakel an jeder Ecke. Times Square, MoMa, Freiheitsstatue: Damit du nicht angesichts des Überangebots verzweifelst, sind hier 9 originelle Dinge, die du in der Hauptstadt der Welt auf keinen Fall verpassen darfst.

Motive zum fotografieren lassen in New York nicht lange auf sich warten.
Die schönsten Momente in New York mit der Kamera festhalten.

Foto: imago/Westend61

1. Durchs West Village bummeln

Seit dem 19. Jahrhundert scheint hier die Zeit stehen geblieben zu sein. Kopfsteinpflaster und Sandsteinbauten, gesäumt von Alleebäumen, prägen noch heute das Bild des West Village. Am besten lässt man sich durch das für New York gänzlich untypische und ungeometrische Straßenwirrwarr treiben. Ungezählte interessante Boutiquen, Restaurants, Galerien und Kneipen machen das garantierte Verlaufen zur vergnüglichen Entdeckungstour.
 
An der 6th Avenue steht das Jefferson Market Courthouse, früher ein Untersuchungsgefängnis für Frauen, in dem Mae West einst für eine Nacht einsaß, weil sie wegen ihres selbstgeschriebenen Broadway-Hits „Sex“ 1927 wegen Unzucht angeklagt worden und zu zehn Tagen Haft sowie 500 Dollar Geldstrafe verurteilt worden war. Die typische Architektur lässt sich besonders gut in der Bleecker sowie der Commerce Street entdecken. Die Schlange vor der Magnolia Bakery bildet sich übrigens einzig der Cup Cakes wegen – wer’s mag … Wenn du allerdings der süßen Versuchung widerstehen kannst, hast du dir eine Belohnung verdient: im besten Craftbeer-Laden des West Village, dem Blind Tiger.

2. Mit der Staten Island Ferry fahren

Die beste Möglichkeit, New Yorks mit 474.558 Einwohnern (2015) kleinsten Bezirk Staten Island kennenzulernen, ist die Fährverbindung von South Ferry nach St. George. Die Fähre fährt rund um die Uhr, damit lassen sich die Stoßzeiten morgens und spät nachmittags prima umgehen, wenn Pendler die Fähre zwischen dem Whitehall Terminal in Manhattan und Staten Island nutzen.

Die rund 25-minütige Reise ist eine perfekte Hafenrundfahrt, zumal die Fähre kostenfrei ist. Es empfiehlt sich allerdings, eine MetroCard bei sich zu haben, um direkt nach der Bootsfahrt mobil zu sein. Und man kommt auch am besten per Subway zum Fährterminal. Die Nummer 1 fährt zur South Ferry Station am Terminal, der R Train hält an der Whitehall Station, die 4 und 5 hält an der Station Bowling Green. Fahrräder dürfen übrigens mitgenommen werden, was sich gerade auf Staten Island auszahlt.

Wer etwas Kondition mitbringt, kann einen der vergessensten und pittoreskesten Orte New Yorks für sich entdecken. Rund 13 Meilen (20,8 Kilometer) vom Fähranleger entfernt, liegt, abseits der Arthur Kill Road und in der Nähe der Rossville Avenue, der Schiffsfriedhof von Staten Island. Dutzende Schiffe rosten und rotten hier vor sich hin. Mittlerweile ist der Weg zum Wasser durch einen Zaun versperrt. Die Sicht auf den verwunschenen Ort ist aber immer noch beeindruckend.

3. Bryant Park – Kleinod im Großstadt-Trubel

Östlich des Times Square, mitten im Moloch Manhattan, liegt der Bryant Park. Mit seinen 16.187 m2 eine City-Oase. Hier treffen sich die Menschen von Midtown zum Schachspielen oder Häkeln, machen Yoga oder Tai Chi – oder sitzen einfach in einem der beiden Cafés (Bryant Park Grill, Bryant Park Café) in der Sonne und lesen. Zur Mittagszeit ist der Bryant Park angefüllt mit Angestellten aus den umliegenden Wolkenkratzern.
 
Während der New York Fashion Week verwandelt sich der Park in einen Laufsteg, und immer wieder gibt es irgend etwas zu sehen und hören: etwa Broadway-Hits bei Broadway in Bryant Park, Klaviermusik bei Piano in the Park oder Shakespeare-Aufführungen, Akkordeon-Konzerte und modernen Tanz, und all das kostenlos. Auch Fechten, Fliegenfischen und Sprachkurse gibt es im Park – ganz abgesehen natürlich von gratis WiFi. Der Park liegt an der Sixth Avenue zwischen 42. und 43. Straße und ist bestens zu Fuß erreichbar. Wer weiter weg wohnt, nimmt die Linien B, D, F oder Q bis zur Station 42nd Street oder die 7 bis zur Fifth Avenue.

4. Per Subway nach Brighton Beach und Coney Island

New York ist die Stadt der Weltkulturen. Beinahe jede Ethnie ist mit einem eigenen Stadtviertel oder zumindest eigenen Straßenzügen vertreten. Etwas ganz besonderes unter all den Völker-Vierteln ist Brighton Beach, den New Yorkern bekannt als Little Russia by The Sea (Klein-Russland am Meer). Viele Emigranten aus der ehemaligen Sowjetunion und Überlebende der NS-Judenverfolgung haben sich hier in den vergangenen 60 Jahren, in unmittelbarer Nähe zur legendären Vergnügungsmeile Coney Island, angesiedelt. Wer die Coney Island Avenue entlang schlendert, hat das Gefühl, er sei in einem russischen Städtchen. Kyrillische Ladenschilder und Werbung allerorten, ein allsowjetisches Stimmwirrwarr aus Russisch, Ukrainisch, Usbekisch etc. – und natürlich Wodka, Pelmeni, Borschtsch und Hering in jedem Restaurant.

Empfehlenswert sind zum Beispiel Skovorodka und das Ocean View Café. Der beste Weg nach Brighton Beach ist übrigens die Subway. Wer von Manhattan aus fährt, genießt eine ausgedehnte Stadtrundfahrt durch Brooklyn. Mit dem B- und Q-Train gelangt man nach Brighton Beach, mit dem Q-Train nach Coney Island. Dort empfiehlt sich ein Besuch beim Stammhaus von Nathan’s Famous, dem Hotdog-Bräter schlechthin. Und natürlich ein Spaziergang durch den Vergnügungspark, der seit dem 19. Jahrhundert am äußersten Zipfel Brooklyns angesiedelt ist. Übrigens: am besten im Winter. Coney Islands stillgelegte Buden und Grinse-Kulissen strahlen eine schaurig-morbide Atmosphäre à la Stephen King aus. 

 

5. Grand Central Terminal

Hier fahren nicht nur Züge ab, dieser Ort ist New York im Kleinen. Hektische Menschenströme, scheinbar anarchisch durcheinander fließend, Oasen der Ruhe und des Luxus, kulinarische und architektonische Versuchungen: Grand Central Terminal ist die Kathedrale der Mobilität. Seit 1871 fahren hier Züge, seit 1913 steht das Gebäude in seiner heutigen Form. Auf rund 200.000 m2 leuchten unter anderem zehn Kandelaber mit je 110 Glühbirnen den Passanten den Weg. 68 Shops, 35 Restaurants und ein Markt laden eher zum Bleiben als zum Reisen ein. In der Oyster Bar lohnt sich das Einkehren schon wegen der gewaltigen Gewölbekonstruktion.
 
Wer wirklich mit dem Zug reisen möchte, kann dies von 44 Bahnsteigen und 67 Gleisen aus tun – und fährt dann vom größten Bahnhof der Welt ab. Bemerkenswert ist auch der Apple Store auf der östlichen Empore des Gebäudes; der wohl schönste aller Apple-Hightech-Tempel. Und solltest du einmal etwas ganz Liebes zu deinen Mitreisenden sagen wollen: Mach das am besten nicht in der Whispering Gallery, der Flüster-Galerie. Hier, unter den vier Gewölbebögen vor der Oyster Bar, hörst du nämlich jedes Wort, und sei es noch so leise geflüstert – sofern du dich diagonal von Bogen zu Bogen hinstellst.

6. Fahrradtour und Picknick im Central Park

In den 1960er Jahren trafen sich hier die Hippies und Kriegsgegner und verbrannten öffentlich ihre Einberufungsbescheide für Vietnam. Heute ist Sheep Meadow (West Side, zwischen 66. und 69. Straße) der Ort im Central Park für ein ausgiebiges Picknick. Danach oder davor, wie du es magst, wartet der Park, der zwischen 1858 und 1873 nach Plänen von Frederick Law Olmsted und Calvert Vaux als Naturpark angelegt wurde. Der 3,5 Quadratkilometer große Park bietet jede Menge Entdeckungsmöglichkeiten mit dem Fahrrad.
 
Ob Belvedere Castle, das John-Lennon-Denkmal in den Strawberry Fields oder die Bow Bridge – ab 6 Uhr morgens steht der ganze Zauber von New Yorks grünem Herzen den Radlern offen. Die Räder gibt es übrigens in den unterschiedlichsten Arrangements zu mieten, ab 20 Dollar gibt’s für zwei Stunden Spaß wie ein Einheimischer. Geführte Touren werden u.a. unter www.centralparkbiketours.com angeboten.

7. Die Szene-Viertel aus der Zug-Perspektive entdecken

Meatpacking District, West Chelsea und Hell’s Kitchen: Manhattans West Side ist hip – und auf einer Strecke von knapp zweieinhalb Kilometern kannst den Szene-Vierteln praktisch aufs Dach steigen. Zwischen Gansevoort Street und der West 34th Street, zwischen der 10. Und 11. Avenue, erstreckt sich die Highline. Die ehemalige Bahntrasse ist mittlerweile zu einer der beliebtesten Promenaden der Stadt geworden. In rund zehn Metern Höhe ist seit der Eröffnung des ersten Abschnitts 2009 ein liebevoll gepflegtes Biotop entstanden.

Ab und zu erinnern Weichen und andere Eisenbahn-Utensilien noch an den Ursprung der Highline, die ein wunderbares Panorama der Urbanität New Yorks bietet. Und die Highline ist auch New Yorks Geheimtipp Nummer eins für Sonnenanbeter, speziell der sogenannte 23rd Street Lawn. Dazu gibt‘s rund ums Jahr kulturelle Gratis-Angebote gemacht, von der Sterngucker-Datenights bis Konzerte und Kunstevents. Näheres findest du auf der offiziellen Website. Natürlich lohnt es sich, zwischendurch von der Highline runterzusteigen, etwa, um das Whitney Museum of American Art zu besichtigen oder bei STK Rooftop einen Cocktail oder gleich ein saftiges Steak zu sich zu nehmen.

8. Über die Brooklyn Bridge laufen

Sie galt bei ihrer Eröffnung 1883 als technisches Wunder: die Brooklyn Bridge. Das nach den Plänen des in Deutschland geborenen Ingenieurs Ingenieur John August Roebling (1806–1869) erbaute New Yorker Wahrzeichen war zu jener Zeit die längste Hängebrücke der Welt. Auf 1.825 Metern verbindet sie Brooklyn und Manhattan. Die sechs Fahrspuren über den East River sind eine der Lebensadern der Stadt – darüber verläuft die Passage für Fußgänger und Radfahrer. Das sind mittlerweile so viele (10.000 Radler, 3.500 Fußgänger täglich), dass eine erneute Erweiterung der Brücke geplant wird (Stand August 2016). Bis es soweit ist, wird noch einige Zeit vergehen.
 
Und bis dahin solltest du noch den historischen Zustand der Brücke genießen. Der Blick auf beide Bezirke ist ebenso unbezahlbar wie der 30-Minuten-Marsch über die Brücke; er kostet nichts. Am besten fährst du mit dem A oder C Train nach Brooklyn, steigt an der Station High Street aus und läuft zurück nach Manhattan.

9. Williamsburg entdecken

Williamsburg ist ein vornehmlich jüdischer Stadtteil von Brooklyn – und einer der Hotspots außerhalb Manhattans. Burg, wie die Einheimischen ihr Viertel nennen, ist „the place to be“, ob zum Shoppen, Essen, Trinken, Feiern oder Musik hören. Letzteres findet sich besonders rund um den Broadway, unter anderen das „Baby’s All Right“. Hier spielen die Weltstars von morgen oder legen auf. Dazu gibt’s noch gescheit zu essen und trinken.
 
Apropos Essen und Trinken: Der legendäre Brooklyn Flea Market (sonntags in Williamsburg) hat eine Dependance, die mittlerweile noch berühmter ist: die Smorgasburg. Auf diesem Markt mit rund 100 Anbietern dreht sich alles ums Kulinarische. Wer dann etwas Bewegung braucht, kann sich austoben im „Brooklyn Bowl“, einer urban-skurrilen Mischung aus Klub, Kneipe und Bowling-Bahn. Oder er macht eine der legendären Touren mit Norman Oder und seinem Ein-Mann-Unternehmen „New York Like a Native“ – ein einmaliges New-York-Erlebnis Wenn dann wieder etwas Platz sein sollte oder die Lieben zu Hause was Schönes mitgebracht haben wollen: auf zu den Mast Brothers. Auch, wenn sie ursprünglich Briten sind, ihre Schokozaubereien sind grandios.
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Der Autor
Daniel Killy, Journalist und Autor, Deutsch-Amerikaner und schon aus biographischen Gründen USA-Liebhaber und -Experte. Schreibt über US-Themen fürs Handelsblatt, die Jüdische Allg ... mehr
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